Niedersachsen, Deutschland

VW-Betriebsratschefin sieht Rüstung als Option

06.03.2026 - 04:30:05 | dpa.de

VW-Betriebsratschefin Cavallo schließt Rüstungsprojekte für das gefährdete Werk in Osnabrück nicht aus. Neuen Sparprogrammen zulasten der Belegschaft erteilt sie eine klare Absage.

  • Cavallo will die Schließung von Autowerken verhindern – möglicherweise auch mit Hilfe der Rüstungsindustrie. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
    Cavallo will die Schließung von Autowerken verhindern – möglicherweise auch mit Hilfe der Rüstungsindustrie. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • An dem Standort in Osnabrück arbeiten rund 2.300 Beschäftigte. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
    An dem Standort in Osnabrück arbeiten rund 2.300 Beschäftigte. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Cavallo will die Schließung von Autowerken verhindern – möglicherweise auch mit Hilfe der Rüstungsindustrie. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa An dem Standort in Osnabrück arbeiten rund 2.300 Beschäftigte. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigt sich offen für Rüstungsprojekte bei dem Autobauer. «Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung», sagte sie im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Die Welt hat sich stark verändert. Deshalb ist es wichtig, dass Europa dort ein Gegengewicht aufbaut.»

Vor allem für das Werk im niedersächsischen Osnabrück könne das eine Perspektive sein. «Wir prüfen alle Möglichkeiten, um den Standort Osnabrück zukunftsfest aufzustellen», sagte Cavallo. Rüstung sei hier eine Option. Die Arbeitnehmervertreterin verwies darauf, dass die Konzerntochter MAN bereits seit Jahren in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall Militärlaster baut.

Krisen und Zölle verschärfen die Lage

Grundsätzlich sieht Cavallo die Autoindustrie weiterhin in einer angespannten Lage. Das gelte auch für Volkswagen. Geopolitische Konflikte und Handelsstreitigkeiten, etwa neue US-Zölle, setzten die Branche zusätzlich unter Druck. «Damit muss sich der Vorstand auseinandersetzen, das ist seine Aufgabe», sagte Cavallo. 

Neuen Sparprogrammen zulasten der Belegschaft erteilte sie jedoch eine klare Absage. «Meine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass bestehende Vereinbarungen eingehalten werden – und dass nicht einseitig zulasten der Belegschaft neue Sparprogramme aufgelegt werden.» 

«Nach jeder Krise kommen wieder bessere Zeiten»

Mit dem Ende 2024 vereinbarten Paket werde der Belegschaft bereits einiges abverlangt. «Dieses Programm muss jetzt konsequent umgesetzt werden – nicht nur bei den Arbeitskosten, sondern bei allen Kostenarten.» Sie sei überzeugt, dass das Programm dann auch Früchte tragen werden. «Nach jeder Krise kommen wieder bessere Zeiten. Da bin ich zuversichtlich.»

Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Gegenzug ausgeschlossen.

Standortschließungen bleiben ausgeschlossen

Daran will Cavallo auch nicht rütteln. Standortschließungen werde sie «unter gar keinen» Umständen akzeptieren, auch nicht in Osnabrück. Zwar gebe es für den Standort noch kein fertiges Zukunftskonzept. «Aber der Konzernvorstand hat sich verpflichtet, gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite eines zu erarbeiten.» Eine Schließung sei dabei nicht vorgesehen «und käme auch nicht infrage».

Die Produktion der in Osnabrück gebauten Porsche-Modelle läuft in diesem Jahr aus, Mitte 2027 dann auch die Fertigung des VW T-Roc Cabrios. Als möglicher Interessent gilt seit langem der Rüstungskonzern Rheinmetall. Im Februar hatte das Werk zudem Prototypen für mögliche Militärfahrzeuge auf VW-Basis gezeigt, zunächst nur als Test. Ob sich daraus etwas Konkretes ergibt, ist laut VW noch völlig offen.

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