VW-Kernmarke: 25.000 Stellen in Deutschland sollen abgebaut werden
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Thomas Schäfer, der Chef der Marke Volkswagen, hat im Rahmen einer Betriebsversammlung in Wolfsburg eine Beschleunigung des laufenden Sparprogramms angekündigt. Hintergrund der Entscheidung sei die rückläufige Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Schäfer erklärte vor der Belegschaft, dass die im Jahr 2024 vereinbarten Maßnahmen nicht mehr ausreichten und das Unternehmen angesichts der Marktlage keine Zeit zu verlieren habe. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müsse im Rahmen des sogenannten Performance-Programms noch einmal deutlich nachgelegt werden.
Umfangreicher Stellenabbau und Beschäftigungssicherung
Die Planungen für die Kernmarke Volkswagen sehen eine Reduzierung von 25.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vor. Nach Informationen der dpa plant der Konzernvorstand darüber hinaus einen weltweiten Abbau von etwa 50.000 Stellen, wovon schätzungsweise die Hälfte auf deutsche Standorte entfallen würde. Das langfristige Ziel für die Kernmarke in Deutschland liegt bei einer Verringerung um 35.000 Stellen bis zum Jahr 2030.
Zum aktuellen Zeitpunkt sind bereits gut 16.300 Austritte in Deutschland vollzogen worden. Für weitere knapp 28.800 Mitarbeiter wurden bereits feste Vereinbarungen für ein Ausscheiden bis zum Jahr 2030 getroffen. Trotz dieser massiven Personalreduzierungen bleibt die bestehende Beschäftigungssicherung unberührt, wonach die Arbeitsverhältnisse innerhalb der Volkswagen AG bis Ende 2030 als unkündbar gelten.
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Kritik der Arbeitnehmervertreter und Standortdiskussionen
Betriebsratschefin Daniela Cavallo bewertete die aktuelle Situation als äußerst kritisch und erklärte, dass die Zeichen für die Belegschaft auf Sturm stünden. Sie wies darauf hin, dass ein Großteil der bisherigen Gewinnkraft des Unternehmens bereits verloren gegangen sei.
Cavallo ließ zudem offen, wie die geplanten Streichungen von 25.000 Stellen in Deutschland sozialverträglich umgesetzt werden können und ob betriebsbedingte Kündigungen künftig in Betracht gezogen werden.
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Innerhalb des Aufsichtsrats besteht zudem ein ungelöster Konflikt über die langfristige Strategie für vier Produktionsstandorte. Die Fertigung in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm stehe laut aktuellen Planungen zur Disposition. Ein Anfang September bewilligter Sparplan sieht vor, die Rentabilität massiv zu steigern. Konzernchef Oliver Blume strebt bis zum Jahr 2030 eine Rendite von 9 % Gewinnkraft an.
Finanzielle Belastungen und Anpassungen in der Produktion
Der Volkswagen-Konzern sah sich jüngst dazu veranlasst, die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zu senken. Neben dem Einbruch auf dem chinesischen Markt und einer steigenden Nachfrage nach margenschwachen Elektroautos belaste eine Milliardenabschreibung auf die Tochter Porsche das Ergebnis. Diese ist auf eine Neubewertung des Anteils von 75 % zurückzuführen. Weitere Details zu der finanziellen Neuausrichtung sollen auf einem Kapitalmarkttag am 7. Oktober bekannt gegeben werden.
In der operativen Fertigung wurden bereits erste Anpassungen vorgenommen. Im Stammwerk Wolfsburg wurden die Sonderschichten für die Modelle Tiguan und Golf ab September gestrichen. Im Gegensatz dazu fährt das Elektrowerk in Emden, in dem die Modelle ID.4 und ID.7 produziert werden, derzeit zwei Zusatzschichten. An der Börse notierte die VW-Aktie zuletzt mit Realtime-Werten von 75,08 zu 75,24.
