VW-Sanierung: Bis zu 100.000 Stellen bedroht, Aufsichtsrat entscheidet 9. Juli
28.06.2026 - 09:18:52 | boerse-global.de
Von derzeit 300 Beschäftigten sollen nur noch 70 übrig bleiben. Die IG Metall kündigte entschiedenen Widerstand an.
Gewerkschaft schlägt Alarm
Die IG Metall Wolfsburg kritisierte die Pläne scharf. Statt des massiven Stellenabbaus fordert sie den Erhalt der Arbeitsplätze und Investitionen in den Standort. Bereits am 24. Juni fand eine Betriebsversammlung statt, einen Tag später eine Mitgliederversammlung – um die Belegschaft zu informieren und das weitere Vorgehen abzustimmen.
Wolfsburg unter Druck
Die Entwicklung bei Capgemini ist kein Einzelfall. Sie steht im Kontext einer wachsenden Verunsicherung in der gesamten Automobilregion. Der Oberbürgermeister drängte angesichts bekannter Sparpläne im Automobilsektor auf die Einhaltung bestehender Zusagen. Die Sorge vor einem wirtschaftlichen Niedergang wird durch Berichte über weitreichende Sanierungsmaßnahmen beim Volkswagen-Konzern befeuert – mit möglichen Folgen für die gesamte Zulieferer- und Dienstleisterstruktur.
VW-Chef Blume plant „Zielbild 2030“
Der VW-Vorstand unter Oliver Blume bereitet ein umfassendes Sanierungskonzept vor. Unter dem Namen „Zielbild 2030“ könnten weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. Das wäre eine Verdopplung der bisher kommunizierten 50.000 Stellenstreichungen. In Deutschland gelten vier Werke als potenziell gefährdet: Hannover, Emden, Zwickau und der Audi-Standort Neckarsulm.
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Zudem steht die Verselbstständigung der Kernmarke VW im Raum. Auch eine mögliche Aufhebung von Regelungen des VW-Gesetzes wird diskutiert. Ein Konzernsprecher bestätigte eine tiefgreifende Transformation.
Entscheidung im Aufsichtsrat am 9. Juli
Die Arbeitnehmervertreter und die IG Metall haben angekündigt, die drohenden Werkschließungen mit aller Macht verhindern zu wollen. Eine entscheidende Beratung des Aufsichtsrats über die Sanierungspläne ist für den 9. Juli angesetzt.
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Das Land Niedersachsen, das gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern über eine Mehrheit im Aufsichtsrat verfügt, sprach sich bereits deutlich gegen Werkschließungen aus. Die Bundesregierung verwies zwar auf die unternehmerische Entscheidungsfreiheit des Konzerns, betonte aber das Ziel, Schließungen zu vermeiden.
Branchenexperten werten die genannten Zahlen zum Stellenabbau teilweise als strategisches Mittel. Der Druck in den anstehenden Verhandlungen soll erhöht werden – obwohl bestehende Beschäftigungssicherungen betriebsbedingte Kündigungen je nach Standort bis 2030 oder 2033 eigentlich ausschließen.
