VW-Sparkurs: Bis zu 100.000 ArbeitsplÀtze und vier Werke gefÀhrdet
27.06.2026 - 07:51:43 | boerse-global.de
Konzernchef Oliver Blume will offenbar den Sparkurs drastisch verschĂ€rfen. Medienberichten zufolge könnten weltweit bis zu 100.000 ArbeitsplĂ€tze wegfallen â und mehrere deutsche Werke schlieĂen.
Vier Standorte auf der Kippe
Bislang war der Abbau von rund 50.000 Stellen im GesprĂ€ch. 37.000 davon galten bereits als beschlossene Sache. Nun könnte sich die Zahl verdoppeln. Besonders brisant: Vier deutsche Werke stehen offenbar zur Disposition â Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm.
Hintergrund ist eine umfassende Transformation des Konzerns. Ein zentraler Punkt: Die Kernmarke VW soll verselbststÀndigt werden. Experten sehen darin einen möglichen Versuch, die Mitwirkungsrechte aus dem VW-Gesetz zu umgehen. Unternehmenssprecher verweisen derweil auf das bestehende Zielbild 2030 und die bis dahin geltende BeschÀftigungssicherung.
Wirtschaftlicher Druck wÀchst
Die VerschĂ€rfung des Sparkurses kommt nicht von ungefĂ€hr. Im GeschĂ€ftsjahr 2025 brach der Nettogewinn des Konzerns um fast die HĂ€lfte ein. In den letzten Tagen informierte die Konzernleitung bereits Top-FĂŒhrungskrĂ€fte ĂŒber die Notwendigkeit tiefgreifender VerĂ€nderungen.
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Die Börse reagierte nervös. Die VW-Aktie verlor am Tag der Bekanntgabe 3,91 Prozent und schloss bei 74,28 Euro.
Gewerkschaften und Politik schlagen Alarm
Die Arbeitnehmervertreter stellen sich quer. IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo kĂŒndigten in einer gemeinsamen Stellungnahme an, die PlĂ€ne âmit aller Machtâ zu verhindern. Die Arbeitnehmerseite hat zusammen mit dem Land Niedersachsen eine Mehrheit im Aufsichtsrat â das erschwert WerkschlieĂungen erheblich.
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Auch aus der Politik kommt Gegenwind. Niedersachsen lehnt WerkschlieĂungen ab. Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer zeigte sich besorgt, das dortige Wirtschaftsministerium kĂŒndigte an, gegen die SchlieĂung des Standorts Zwickau vorzugehen. Branchenexperten bezeichnen ein mögliches Aus fĂŒr das Werk als wirtschaftlich fatal fĂŒr die gesamte Region.
Entscheidung im Juli
Der nĂ€chste Showdown steht bevor: Am 9. Juli tagt der Aufsichtsrat. Dann dĂŒrften die strittigen PlĂ€ne auf den Tisch kommen. Mit Gewerkschaften und Politik als Gegnern zeichnet sich eine harte Auseinandersetzung ab. Die Bundesregierung teilte mit, sie wolle SchlieĂungen deutscher Werke nach Möglichkeit verhindern â um die industrielle Basis des Landes zu schĂŒtzen.
