VW-Sparkurs: IG Metall droht gegen 100.000 Stellenabbau
27.06.2026 - 10:18:54 | boerse-global.de
Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, vier deutsche Werke stehen angeblich vor der Schließung.
Harte Kritik an „Zielbild 2030“
Am Freitag reagierten die Arbeitnehmervertreter mit deutlicher Kritik auf Medienberichte. VW-Chef Oliver Blume soll demnach ein Sanierungskonzept namens „Zielbild 2030“ verfolgen. Die Pläne sehen offenbar den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen weltweit vor.
Besonders brisant: Vier deutsche Standorte stehen angeblich zur Disposition. Betroffen wären demnach die Werke in Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm.
Gewinneinbruch und Absatzflaute
Hintergrund der Überlegungen sind massive wirtschaftliche Probleme. Ein allgemeiner Gewinneinbruch belastet den Konzern, hinzu kommen Schwierigkeiten auf dem chinesischen Markt und drohende US-Zölle.
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Der Absatz zentraler Modelle bleibt hinter den Erwartungen zurück. Ein Beispiel: Vom ID.Buzz verkaufte VW 2025 nur rund 30.000 Einheiten – das ursprüngliche Ziel lag bei 120.000 Fahrzeugen. Bisher galt ein Stellenabbau von 37.000 bis 50.000 Stellen als vereinbart.
Gewerkschaft droht mit Gegenwehr
In einer gemeinsamen Stellungnahme zeigten sich IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und Bezirksleiter Thorsten Gröger entschlossen. Die Arbeitnehmerseite werde eine Umsetzung „mit aller Macht“ verhindern.
Die Kritik richtet sich auch gegen die Informationspolitik des Vorstands. Ein derart massiver Einschnitt sei nicht akzeptabel, betonten die Arbeitnehmervertreter. Sie verwiesen auf bestehende Vereinbarungen und kündigten an, für den Erhalt der Standorte zu kämpfen.
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Politische Hürden für den Sparkurs
Ein entscheidender Faktor ist die Rolle des Landes Niedersachsen. Das Land hält 20 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen und lehnt Werksschließungen ab. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern verfügt es über eine Mehrheit im Aufsichtsrat. Gegen diesen Widerstand gelten die radikalen Sparpläne als rechtlich und politisch kaum durchsetzbar.
Entscheidung im Juli
Die erste formale Beratung über die künftige Strategie steht an: Am 9. Juli 2026 tagt der Aufsichtsrat. Beobachter erwarten bis dahin intensive Verhandlungen zwischen Vorstand und Interessengruppen. Ziel ist es, eine Eskalation des Konflikts abzuwenden.
