Wadephul verlangt in Panama mehr Einsatz für freie Seewege
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 19:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Diese Wasserstraßen, ob es nun künstliche sind wie der Panamakanal oder der Suezkanal oder natürliche wie die Straße von Hormus, sind Lebensadern der Weltwirtschaft. Und Lebensadern dürfen nicht verstopfen", warnte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit dem Außenminister von Panama, Javier Martínez-Acha, in der Hauptstadt Panama-Stadt.
"Das ist genauso wie beim Menschen. Wenn sie verstopfen, droht ein Infarkt. Das können wir uns in keiner Weise leisten."
Auch beim Treffen der Außenminister der G20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag in den USA soll es unter anderem um die Folgen des Iran-Kriegs für die Weltwirtschaft und die Sicherheit der Seewege gehen.
Wasserstraßen dürften keiner Gefährdung ausgesetzt werden, weder durch natürliche noch durch kriegerische Ereignisse oder den Eingriff in die Freiheit der Navigation und die Neutralität insbesondere des Panamakanals, verlangte Wadephul. Er habe keinen Zweifel, dass dies allgemein akzeptiert werde, sagte er angesichts früherer Drohungen von US-Präsident Donald Trump, den Panamakanal notfalls für die USA zurückzuholen. Er glaube, die Kritik Trumps habe auf das starke chinesische Engagement in Lateinamerika abgezielt.
Panama: Unabhängigkeit des Kanals nicht verhandelbar
Martínez-Acha sagte, die Unabhängigkeit des Panamakanals sei "nicht verhandelbar". Trump habe entsprechende Erläuterungen dazu erhalten, warum es notwendig sei, dessen Neutralität zu wahren und die panamaische Souveränität über den Kanal zu respektieren. "Unser wichtigster historischer strategischer Partner in Bereichen wie Zusammenarbeit und Sicherheit sind die USA. Und das wird auch weiterhin so bleiben", betonte er zugleich.
Wadephul wollte auch die Schleusenanlagen des etwa 82 Kilometer langen Panamakanals besichtigen. Als jemand, der am Nord-Ostsee-Kanal lebe, freue er sich besonders auf diesen Besuch, sagte er. Durch den Panamakanal zwischen Atlantik und Pazifik liefen 40 Prozent des US-Containerverkehrs und fünf Prozent des weltweiten Seehandels. Dies unterstreiche, dass man "in einer Zeit der Zerrüttung der globalen Zusammenarbeit" gemeinsam das internationale Recht und die Freiheit der Navigation verteidigen müsse.
Der Panamakanal wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Ingenieurkorps des US-Heeres gebaut. Am 31. Dezember 1999 übergaben die USA die Verwaltung an Panama. Pro Jahr passierten bislang rund 13.000 Schiffe den Kanal - etwa 35 bis 40 pro Tag. Derzeit bereitet das Wetterphänomen El Niño mit Dürren in der Region Probleme für den Wasserstand des Kanals. Aktuell sind deshalb nur etwa 33 von maximal 40 Durchfahrten täglich möglich - Tendenz sinkend.
