Fahrrad, E-Bikes

Bosch: Keine LieferengpÀsse in der Fahrradbranche mehr

19.06.2023 - 16:17:08 | dpa.de

WĂ€hrend der Pandemie waren in der Fahrradbranche fast alle Bauteile nur schwer zu bekommen. Nun liefern die Komponenten-Hersteller wieder. FĂŒr BranchengrĂ¶ĂŸen wie Bosch tun sich nun aber andere Probleme auf.

LieferengpĂ€sse gehören der Vergangenheit an - dafĂŒr kĂ€mpft die Fahrradbranche mit neuen Problemen. - Foto: Heiko Rebsch/dpa

Die Fahrrad-Branche in Deutschland wird nicht lĂ€nger durch LieferengpĂ€sse ausgebremst. SĂ€mtliche mechanische Komponenten wie Rahmen, Schaltungen, Bremsen oder Federungselemente, aber auch elektronische Bauteile seien wieder ausreichend verfĂŒgbar, sagte der GeschĂ€ftsleiter von Bosch eBike Systems, Claus Fleischer, auf der Fahrradmesse Eurobike in Frankfurt. Bosch ist einer der grĂ¶ĂŸten Zulieferer fĂŒr E-Bike-Komponenten und Software fĂŒr vernetzte FahrrĂ€der.

Die Fahrrad-Branche befinde sich auf einer Achterbahnfahrt, sagte Fleischer der Deutschen Presse-Agentur. «In der Pandemiezeit gab es eine riesige Nachfrage und gleichzeitig große Probleme in der Lieferkette. Das betraf zum einen mechanische Komponenten, aber auch elektrische Komponenten wie Halbleiter. Damals konnte der Bedarf nicht bedient werden, weil alles knapp war.»

Nachfrage hat abgenommen

Inzwischen hĂ€tten sich die Zeichen umgekehrt, sagte der Bosch-Manager. Durch die Verunsicherung der Verbraucher - etwa durch den Ukraine-Krieg und die hohe Inflation - habe die Nachfrage etwas abgenommen. «Gleichzeitig ist die Ware eingetroffen, die zuvor gefehlt hat. Diese hohen BestĂ€nde drĂŒcken nun wirtschaftlich auf das GeschĂ€ft, beim HĂ€ndler und Fahrrad-Hersteller, aber auch bei den Komponentenherstellern wie Bosch und weiteren Zulieferfirmen.» Es werde wohl noch ein oder zwei Jahre lang dauern, bis Angebot und Nachfrage sich wieder eingependelt haben. «Dann erwarten wir allerdings die RĂŒckkehr zu einem gesunden Wachstum.»

Bosch setzt seine Hoffnungen im E-Bike-Markt auf ein neuartiges Motor- und Akku-System, das zusammen nur noch vier Kilo wiegt. E-Bikes seien in den vergangenen Jahren immer schwerer geworden, weil die Kunden sich mehr Leistung gewĂŒnscht hĂ€tten, also ein höheres Drehmoment, und gleichzeitig eine grĂ¶ĂŸere Reichweite, also grĂ¶ĂŸere Akkus. «Wir sehen jetzt aber einen weiteren Trend, dass die E-Bikes auch wieder leichter werden dĂŒrfen.»

Eine gute Entwicklung sieht Fleischer auch bei der zweiten Generation des Antiblockiersystems (ABS) fĂŒr Fahrradbremsen. Diese setze sich immer stĂ€rker am Markt durch. Hier habe Bosch sein Know-how aus dem Automobilbau zunĂ€chst auf das Motorrad ĂŒbertragen können und dann auf das Fahrrad. ABS beim Fahrrad verhindert, dass bei einer Vollbremsung sich das Vorderrad quer stellt oder das Hinterrad gefĂ€hrlich abhebt.

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