Westdeutschland, FernwÀrme-Ausbau

Westdeutschland hinkt beim FernwÀrme-Ausbau hinterher

26.11.2024 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

WÀhrend Ostdeutschland und die Stadtstaaten schon jetzt hohe Anschlussquoten bei der FernwÀrme aufweisen, ist die Technik vor allem in einigen westdeutschen FlÀchenlÀndern immer noch ein Nischenprodukt.

FernwĂ€rme-Anschluss (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
FernwĂ€rme-Anschluss (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das zeigt eine Datenauswertung des WWF, ĂŒber die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) berichten. Demnach hat Mecklenburg-Vorpommern mit 38,1 Prozent im Bundesvergleich den höchsten Anteil an Haushalten mit einem FernwĂ€rmeanschluss, gefolgt von Berlin (37,6 Prozent) und Hamburg (32,1 Prozent). Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt direkt danach liegen jeweils knapp unter 30 Prozent.

In ThĂŒringen ist immerhin ein Viertel der Haushalte angeschlossen, in Schleswig-Holstein und Bremen jeder fĂŒnfte. Das Saarland liegt bei 13,1 Prozent, Nordrhein-Westfalen bei 10,9 Prozent, Bayern bei 10,4 Prozent. Im einstelligen Bereich finden sich Niedersachsen (9,3 Prozent), Baden-WĂŒrttemberg (8,9 Prozent), Hessen (6,4 Prozent) und Rheinland-Pfalz (5,3 Prozent). In absoluten Zahlen steht Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland erwartungsgemĂ€ĂŸ an der Spitze. Hier liegen bereits 4.996 Kilometer WĂ€rmenetz. Die Untersuchung stĂŒtzt sich unter anderem auf Daten des BDEW und der AG Energiebilanzen. Allen LĂ€ndern gemein ist, dass der grĂ¶ĂŸte Teil der FernwĂ€rme bislang fossil produziert wird. Der wichtigste EnergietrĂ€ger ist demnach Erdgas, auch Steinkohle und Braunkohle spielen in fast allen LĂ€ndern noch eine Rolle. Im Schnitt aller BundeslĂ€nder hat die FernwĂ€rme deshalb einen Emissionsfaktor von 330,4 Gramm CO2-Äquivalente fĂŒr jede produzierte Kilowattstunde WĂ€rme. Am klimaschĂ€dlichsten ist dabei FernwĂ€rme in Bremen (474 Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde), am niedrigsten ist der Wert im Saarland (239 Gramm). Sauberer als eine Gasheizung, die pro erzeugter Kilowattstunde WĂ€rme rund 201 Gramm Kohlenstoffdioxid ausstĂ¶ĂŸt, war die FernwĂ€rme laut WWF-Auswertung 2023 in keinem Bundesland. WWF-Experte Sebastian Breher sieht deshalb auf die Betreiber der WĂ€rmenetze große Aufgaben fĂŒr die Zukunft zukommen. "FernwĂ€rme ist eine legitime und gute Option, langfristig WĂ€rmeversorgung klimaneutral zu machen", sagte er den Funke-Zeitungen. "Aber noch ist da eine Menge Arbeit zu tun, bis sie wirklich einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Auch die FernwĂ€rme muss sich transformieren." Viele Kommunen und Stadtwerke hĂ€tten sich da inzwischen auf den Weg gemacht und suchten nach Möglichkeiten, ihre FernwĂ€rme von Kohle, Öl und Gas unabhĂ€ngig zu machen, sagt er. Das GebĂ€udeenergiegesetz und das WĂ€rmeplanungsgesetz, die die Ampel-Koalition im vergangenen Jahr verabschiedet hatte, hĂ€tten da "eine große Dynamik ausgelöst".

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