Studie, Innovationen

Innovationskraft deutscher Unternehmen sinkt

25.05.2023 - 07:33:37

Was hat Corona mit Innovationen in der deutschen Wirtschaft gemacht? Laut einer Studie viel: Die Pandemie hat demnach den Unternehmen viel an Mut und Kraft fĂŒr Neues geraubt.

Der Anteil der Unternehmen in Deutschland, die sich als innovativ einschĂ€tzen, sinkt. Das ist ein Ergebnis einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung. Demnach bezeichnet sich derzeit nur noch jedes fĂŒnfte deutsche Unternehmen als besonders innovativ. 2019, also vor der Corona-Pandemie, war es noch jeder vierte Betrieb. Grundlage fĂŒr die Bewertung ist eine reprĂ€sentative Befragung von mehr als 1000 Firmen nach ihrer SelbsteinschĂ€tzung. Im Zeitraum von 2019 bis 2022 stieg der Anteil der Unternehmen, die nicht aktiv nach Neuerungen suchen, von 27 auf 38 Prozent.

In der gesamten Wirtschaft ging laut Studie die Innovationsleistung seit 2019 um 15 Prozent zurĂŒck. FĂŒr die Innovationsleistung wurde Unternehmen befragt, in welchem Umfang sie Produkt-, Prozess-, Marketing- oder GeschĂ€ftsmodell-Innovation umgesetzt haben.

Studienautor spricht von «schwerwiegenden Folgen»

«Diese Entwicklung wird schwerwiegende Folgen fĂŒr die Stellung deutscher Unternehmen auf den WeltmĂ€rkten haben», sagte Studienautor Armando GarcĂ­a Schmidt von der Bertelsmann Stiftung mit Blick auf den AbwĂ€rtstrend. «Unsere Studie zeigt klar, dass Unternehmen wettbewerbsfĂ€higer und widerstandsfĂ€higer gegen Krisen sind, je stĂ€rker ihr Innovationsprofil ist», sagt der Experte. Innovationsstarke Firmen leisten, so GarcĂ­a Schmidt, auch einen dynamischeren Beitrag zur BeschĂ€ftigungsentwicklung.

FĂŒr die Studie haben die Autoren sieben innovative Milieus identifiziert. An der Spitze stehen TechnologiefĂŒhrer, am Ende Unternehmen ohne Innovationsfokus. Dazwischen gibt es Firmen, die zum Beispiel nur zufĂ€llig investieren.

Geplante Innovationen wurden hÀufig verschoben

Dabei hat Corona laut Studie das Ungleichgewicht verschĂ€rft. Mehr als ein Viertel der Unternehmen hat demnach wĂ€hrend der Pandemie geplante Innovationen verschoben oder ganz abgesagt. Bei den ohnehin bereits risikoscheuen Firmen war der Anteil noch großer. Hier haben 42 Prozent der Unternehmen Investitionen in Neuerungen gestrichen. Bei den innovationsstĂ€rksten Milieus waren es dagegen nur 10 Prozent.

Wirtschaftlicher Erfolg und ein Zuwachs bei den BeschĂ€ftigten ist laut Studie eng mit dem Innovationsprofil der Unternehmen verknĂŒpft. So liegt die Nettoumsatzrendite bei den mutigen Unternehmen um 27 Prozent höher als im Durchschnitt. Auch gab es bei diesen Betrieben zwischen 2018 und 2021 einen doppelt so hohen BeschĂ€ftigungszuwachs.

@ dpa.de