Umfrage, Autokauf

Umfrage zum Autokauf: Preis schlÀgt QualitÀt

17.01.2025 - 05:00:38

Was treibt die Markenwahl beim Autokauf? Eine Umfrage sieht in Deutschland den Preis klar vorne - das ist lĂ€ngst nicht ĂŒberall so. Und fĂŒr die ElektromobilitĂ€t gibt es schlechte Nachrichten.

Beim Autokauf kommt es den Deutschen besonders auf den Preis an. 62 Prozent nannten ihn in einer aktuellen Umfrage als eines der wichtigsten Kriterien fĂŒr die Markenwahl, wie das Beratungsunternehmen Deloitte mitteilt. Die zweitplatzierte ProduktqualitĂ€t kommt dagegen nur auf 53 Prozent. 

Außer den Deutschen stellen in der Umfrage, die auch in anderen LĂ€ndern durchgefĂŒhrt wurde, nur die Japaner den Preis ĂŒber die ProduktqualitĂ€t. Im Vereinigten Königreich liegen beide gleichauf, in China, Indien, SĂŒdkorea, den USA und der Region SĂŒdostasien maßen die Befragten dagegen der QualitĂ€t eine höhere Bedeutung bei. Besonders deutlich ist dies in China und Indien mit 25 beziehungsweise 19 Punkten Abstand. 

Die Spanne, wie teuer das nĂ€chste Auto sein soll, ist dabei weit: So peilen in Deutschland 10 Prozent der Befragten einen Preis von weniger als 10.000 Euro an, weitere 11 Prozent die Spanne zwischen 10.000 und 14.999 Euro. Der Bereich 15.000 bis 29.999 Euro ist das Ziel von 29 Prozent der Befragten. Zwischen 30.000 und 49.999 Euro sind es bei 28 Prozent. Weitere 12 Prozent peilen 50.000 bis 74.999 Euro an, drei Prozent sogar den Bereich darĂŒber. 

Verbrenner gewinnen wieder an Beliebtheit

FĂŒr die ElektromobilitĂ€t bringt die Befragung dagegen schlechte Nachrichten: Nur 14 Prozent der Befragten sagten, sie wĂŒrden fĂŒr ihr nĂ€chstes Auto einen rein batteriebetriebenen Stromer bevorzugen. Das ist zwar im Vergleich mit den anderen LĂ€ndern und Regionen der zweithöchste Wert hinter China mit 27 Prozent, doch in den vergangenen beiden Jahren stagnierte die Zahl weitgehend. Die Kaufabsichten fĂŒr reine Verbrenner sind dagegen deutlich gestiegen. Aktuell Ă€ußern sich 53 Prozent entsprechend, vor einem Jahr waren es 49 Prozent und vor zwei Jahren nur 45.

AuffĂ€llig in der Befragung ist, dass die Deutschen offenbar besonders große Reichweitenangst haben. Nur 20 Prozent der Befragten wĂŒrden sich mit weniger als 400 Kilometern zufriedengeben. Das ist der niedrigste Wert unter den LĂ€ndern - wobei die USA und UK hier nicht berĂŒcksichtigt wurden, weil dort die Reichweitenerwartungen in Meilen abgefragt wurden und daher nicht vergleichbar sind. Dagegen wollen in Deutschland 27 Prozent der Befragten eine Reichweite von 600 Kilometern oder mehr - der höchste Wert aller vergleichbaren LĂ€nder.

GrĂ¶ĂŸte Sorgen Reichweite und Preis

Zu alledem passt, dass bei der Frage nach den grĂ¶ĂŸten Sorgen beim Kauf eines reinen Elektroautos in Deutschland Reichweite und Preis auf den beiden obersten PlĂ€tzen stehen. Außer in Deutschland ist das so nur im Vereinigten Königreich der Fall. Auf Platz drei der Sorgen in Deutschland folgt mangelnde Ladeinfrastruktur.

Gut verfĂŒgbare Ladestationen und preiswertere Fahrzeuge seien fĂŒr den Hochlauf der ElektromobilitĂ€t entscheidende Faktoren, sagt Harald Proff, der weltweite Leiter des Automobilsektors bei Deloitte. «Um hierzulande mehr 
Elektroautos auf die Straße zu bringen, mĂŒssen diese attraktiver werden. Es braucht ein breiteres Angebot an kleinen und mittleren Fahrzeugen und einen zĂŒgigeren Ausbau der Infrastruktur.» 

FĂŒr die Umfrage, die Deloitte seit 2010 regelmĂ€ĂŸig erhebt, wurden vergangenen Herbst in 30 LĂ€ndern 31.000 Konsumenten befragt, 1.500 davon in Deutschland.

@ dpa.de