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USA setzen Strafzölle gegen Mexiko vorerst weitgehend aus

06.03.2025 - 18:33:47

WASHINGTON - Die USA haben vorerst Zölle auf Waren aus Mexiko weitgehend ausgesetzt.

(neu: Reaktion Mexiko)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA haben vorerst Zölle auf Waren aus Mexiko weitgehend ausgesetzt. US-PrĂ€sident Donald Trump teilte auf der Online-Plattform Truth Social mit, fĂŒr alle Einfuhren aus Mexiko, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fielen, sollten bis zum 2. April keine Strafabgaben gelten. Trump schrieb, er habe mit Mexikos PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum telefoniert. Er habe den Aufschub aus "Respekt und Entgegenkommen" gewĂ€hrt, erklĂ€rte der Republikaner.

Die Beziehung zu Mexiko sei gut, argumentierte Trump. Man arbeite nun gemeinsam hart daran, Migranten am illegalen GrenzĂŒbertritt in die Vereinigten Staaten zu hindern und den Schmuggel mit der chemischen Droge Fentanyl zu stoppen.

Sheinbaum dankte Trump fĂŒr ein "ausgezeichnetes und respektvolles GesprĂ€ch". Sie seien sich einig, dass die Kooperation unter Achtung der SouverĂ€nitĂ€t zu guten Ergebnissen gefĂŒhrt habe. "Wir werden unsere Zusammenarbeit fortsetzen, insbesondere in Fragen der Migration und der Sicherheit, einschließlich der EindĂ€mmung der illegalen Einfuhr von Fentanyl in die Vereinigten Staaten und von Waffen nach Mexiko", schrieb die Staatschefin auf der Nachrichtenplattform X.

Beim USMCA handelt es sich um das Nordamerika-Freihandelsabkommen, das die USA, Mexiko und Kanada wĂ€hrend Trumps erster Amtszeit unterzeichnet hatten. Trump hatte bereits am Mittwoch einen einmonatigen Aufschub fĂŒr US-Autohersteller gewĂ€hrt. Das Weiße Haus teilte mit, dass die Hersteller fĂŒr Produkte, die ĂŒber das Nordamerika-Freihandelsabkommen aus Mexiko oder Kanada kommen, in der Zeit keine Strafabgaben zahlen mĂŒssen.

Hin und Her zwischen den Nachbarn

In der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) waren Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko in Kraft getreten, die in die USA importiert werden. Trump hatte die Strafabgaben in Höhe von 25 Prozent unter anderem damit begrĂŒndet, dass die beiden LĂ€nder nicht genug gegen den grenzĂŒberschreitenden Drogenhandel tĂ€ten.

Kanada hatte mit Gegenzöllen in gleicher Höhe reagiert. Auch Mexiko hatte direkt Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt, die genauen Details zunĂ€chst aber noch offen gelassen. Die USA wiederum hatten sich vorbehalten, darauf ihrerseits mit einer Ausweitung der eigenen Zölle zu antworten. Eine weitere Eskalation mit Mexiko soll es nun aber vorerst nicht geben.

Ob die USA auch die Strafzölle auf kanadische GĂŒter vorerst aussetzen könnten, ist fraglich. Kanadas Premier Justin Trudeau sieht sein Land trotz positiver Signale aus Washington nicht vor einem schnellen Ende des Handelskonfliktes mit der Trump-Regierung. Trudeau sagte in Ottawa, dass der Zollstreit "auf absehbare Zeit" weitergehen werde.

Anfang Februar war ein nordamerikanischer Handelskrieg zunĂ€chst noch kurzfristig abgewendet worden. Trump ließ sich nur wenige Stunden, bevor die angedrohten Strafzölle auf Waren aus Kanada und Mexiko ursprĂŒnglich greifen sollten, auf ZugestĂ€ndnisse vor allem zur Grenzsicherung ein. DafĂŒr schob er die HandelsbeschrĂ€nkungen fĂŒr 30 Tage auf - machte nach Ablauf der Frist am Ende aber doch Ernst mit den Zöllen.

Andere HandelskÀmpfe gehen weiter

Trump nutzt Zolldrohungen regelmĂ€ĂŸig als Verhandlungstaktik, um ZugestĂ€ndnisse in anderen Bereichen zu erzwingen. Das war bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) so. Und auch seit seinem Amtsantritt im Januar startete er Handelsauseinandersetzungen lĂ€ngst nicht nur mit Kanada und Mexiko. Er belegte auch Importe aus China mit neuen Zöllen - zunĂ€chst in Höhe von 10 Prozent, in einem zweiten Schritt dann verdoppelt auf 20 Prozent. Auch die EuropĂ€er mĂŒssen mit Zöllen von Trump rechnen. Der US-PrĂ€sident sprach eine solche Drohung bereits mehrfach aus, ohne aber Details zu nennen.

@ dpa.de

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