Studie, Personalmangel

Studie warnt vor sich verschĂ€rfendem Personalmangel im ÖPNV

21.04.2024 - 04:18:19 | dpa.de

Wegen der MobilitĂ€tswende werden Bus- und Straßenbahnfahrer dringend benötigt. Das Problem ist: Viele BeschĂ€ftigte stehen kurz vor dem Ruhestand - und es rĂŒcken viel zu wenig JĂŒngere nach.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Berufsgruppe der Bus- und Straßenbahnfahrer einen starken Anstieg beim FachkrĂ€ftemangel. - Foto: Oliver Berg/dpa

Der FachkrĂ€ftemangel in Verkehrsberufen wird sich in den nĂ€chsten Jahren voraussichtlich erheblich verschĂ€rfen. Vier von zehn Bus- und Straßenbahnfahrern in Deutschland sind Ă€lter als 55 und gehen in den nĂ€chsten Jahren in Rente. Das geht aus einer jĂŒngst veröffentlichten Studie des Kompetenzzentrums FachkrĂ€ftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor. «Mehr als 54.500 Bus- und Straßenbahnfahrer verlassen in absehbarer Zeit den Arbeitsmarkt. In keinem anderen Berufsfeld ist der Anteil der BeschĂ€ftigten, die kurz vor dem Ruhestand stehen, so groĂŸÂ», sagte Studienautor Jurek Tiedemann.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Berufsgruppe der Bus- und Straßenbahnfahrer demnach verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig den stĂ€rksten Anstieg beim FachkrĂ€ftemangel. 3594 Stellen konnten nicht mit passend qualifizierten Kandidaten besetzt werden, das waren 89 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies ist laut Tiedemann auf einen erhöhten Personalbedarf infolge der MobilitĂ€tswende zurĂŒckzufĂŒhren. Deutschlandweit gibt es aktuell rund 137.314 sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigte, die als Bus- und Straßenbahnfahrer arbeiten.

Steigende FachkrĂ€ftelĂŒcke erwartet

Weil viele BeschĂ€ftigte aus geburtenstarken JahrgĂ€ngen ausscheiden, erwarten die Experten in den kommenden Jahren eine insgesamt steigende FachkrĂ€ftelĂŒcke. Jeder vierte BeschĂ€ftigte in Deutschland wird der Studie zufolge in den nĂ€chsten zehn Jahren aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, darunter fallen 4,5 Millionen FachkrĂ€fte mit abgeschlossener Berufsausbildung.

«Das Problem ist: Es rĂŒcken deutlich weniger junge BeschĂ€ftigte nach, als Ă€ltere in Rente gehen», sagte Tiedemann. VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸig am stĂ€rksten betroffen ist der Berufsbereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (29,1 Prozent aller BeschĂ€ftigten), in absoluten Zahlen der Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung: Hier gehen mehr als 1,3 Millionen qualifizierte ArbeitskrĂ€fte in Rente.

Die Studienautoren empfehlen verschiedene Maßnahmen gegen FachkrĂ€ftemangel. Arbeitgeber sollten Ă€ltere Menschen bei Stellenausschreibungen gezielter ansprechen. Außerdem sei es sinnvoll, mit einer altersgerechten Arbeitsgestaltung Anreize zu setzen, um BeschĂ€ftigte lĂ€nger in BeschĂ€ftigung zu halten - sei es durch einen ergonomischen Arbeitsplatz, Angebote im Gesundheitsmanagement, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten. Der Anteil der ErwerbstĂ€tigen zwischen 55 und 64 ist zuletzt gestiegen. Im Jahr 2023 lag er bei 57 Prozent, 2013 waren es 43 Prozent.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
wirtschaft | 65198177 |