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Spotify wettert gegen Apples App-Store-PlÀne: «Erpressung»

27.01.2024 - 04:01:13

Wegen neuer EU-Regeln stellt Apple seinen App-Store um. Hinzukommt eine jĂ€hrliche App-GebĂŒhr - fĂŒr beliebte Apps könnte es teuer werden. Spotify spricht von Erpressung.

Spotify-Chef Daniel Ek hat Apples PlĂ€ne zur Neuordnung des App-GeschĂ€fts wegen neuer EU-Regeln scharf kritisiert. Das Vorhaben sei eine «totale Farce» und mĂŒsse von der EU-Kommission abgelehnt werden, hieß in einem Blogeintrag des Musikstreaming-MarktfĂŒhrers aus Schweden. Speziell griff Spotify eine neue jĂ€hrliche App-GebĂŒhr von 50 Euro-Cent an: «Das ist Erpressung.»

Das neue EU-Gesetz fĂŒr Digitale MĂ€rkte (Digital Markets Act, DMA) schreibt vor, dass Betreiber großer Plattformen den Download von Apps aus externen Quellen erlauben mĂŒssen. Vorgeschrieben ist auch, dass App-Entwickler externe Bezahlsysteme statt eigener Zahlungsdienste der Plattform einsetzen können. Beides war auf Apples iPhones bislang nicht möglich. Die DMA-Regelungen greifen vom 7. MĂ€rz an.

Apple stellte deswegen am Donnerstag entsprechende Alternativen fĂŒr das App-GeschĂ€ft in der EU vor. Dazu gehört, dass die Abgabe beim Verkauf digitaler Artikel und Abos ĂŒber den hauseigenen App Store gesenkt wird. Aus bisher 30 Prozent beziehungsweise 15 Prozent fĂŒr Abonnements ab dem zweiten Jahr werden jeweils 17 und 10 Prozent. Apple betont aber, dass dieser Anteil unabhĂ€ngig davon kassiert werden soll, welchen Zahlungsdienst ein App-Entwickler nutzt. Greift eine App auf Apples Bezahlsystem zurĂŒck, werden zusĂ€tzlich drei Prozent fĂ€llig.

FĂŒr Apps, die oft installiert werden, wird es teuer

Die neue «Kern-Technologie-GebĂŒhr» trifft Apps, die oft installiert werden. Die Abgabe wird fĂ€llig, nachdem eine App in einem Zeitraum von zwölf Monaten auf eine Million Erstinstallationen kommt - spĂ€tere Updates in selben Account werden in dieser Zeit nicht mitgerechnet. Nach Erreichen der Millionen-Marke werden fĂŒr jede weitere Erstinstallation der App bis Ablauf der zwölf Monate 50 Euro-Cent fĂ€llig. Beginnt der nĂ€chste Zwölfmonats-Zeitraum, muss wieder bezahlt werden.

Diese «Kern-Technologie-GebĂŒhr» gilt auch, wenn eine App ohne weitere Abgaben an Apple ĂŒber die Plattform eines anderen Anbieters geladen wird. Spotify betonte, dass man mit einer Basis von rund 100 Millionen Nutzern auf Apple-GerĂ€ten in der EU krĂ€ftig zur Kasse gebeten werde. Man werde die Abgabe auch fĂŒr Leute zahlen mĂŒssen, die den Dienst gar nicht nutzten, sondern die App nur auf ihren iPhones hĂ€tten.

Apple lĂ€sst den Entwicklern auch frei, im App Store zu den bisherigen App-Konditionen zu bleiben. Spotify kritisierte, der iPhone-Konzern habe sich eine fĂŒr Entwickler nicht annehmbare Alternative ausgedacht, damit diese lieber im alten System blieben.

Apple konterte in einer Reaktion auf die Kritik von Spotify unter anderem, dass mit den neuen Regeln 99 Prozent der Entwickler genauso viel wie bisher oder weniger an den Konzern bezahlen mĂŒssten. Die Änderungen gĂ€ben ihnen mehr Wahlmöglichkeiten.

@ dpa.de