Wehrpflicht-Kompromiss, Ministerrat

Wehrpflicht-Kompromiss: Ministerrat prÀsentiert Reform am 27. Juli

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vermittlungsausschuss nĂ€hert sich bei Wehr- und Zivildienst an. Sechs Monate Grundwehrdienst plus 100 Tage MilizĂŒbungen gelten als wahrscheinlichste Lösung.

Wehrdienstreform: Kompromiss bei Dienstzeiten zeichnet sich ab
Ein Konferenztisch mit Dokumenten in einem modernen Sitzungssaal, symbolisch fĂŒr politische Verhandlungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In den Verhandlungen des Vermittlungsausschusses hat sich eine deutliche AnnĂ€herung bei der geplanten Wehrdienstreform abgezeichnet. Ein aktuell diskutierter Kompromissvorschlag sieht vor, den Grundwehrdienst auf sechs Monate festzulegen, ergĂ€nzt um 100 Tage verpflichtende MilizĂŒbungen. FĂŒr den Zivildienst steht ein Modell von neun Monaten Regeldienst sowie zwei Monaten zusĂ€tzlicher Übungen im Raum. Die Verhandlungen zu diesem Vorhaben wurden am Wochenende fortgesetzt, um eine zeitnahe Entscheidung herbeizufĂŒhren.

Differenzen bei der Ausgestaltung des Zivildienstes

WĂ€hrend eine Einigung ĂŒber die Neuregelung des Wehrdienstes in Verhandlerkreisen als praktisch erreicht gilt, bleibt die genaue Dauer des Zivildienstes ein zentraler Diskussionspunkt. Innerhalb der Koalition wurden verschiedene Modelle erörtert. Ein Vertreter der ÖVP nannte zunĂ€chst die Varianten „6 plus 100“ fĂŒr den Wehrdienst und „9 plus 2“ fĂŒr den Zivildienst als Basis, wobei spĂ€ter auch Korrekturen auf „8 plus 2“ sowie die Forderung nach einem generell 12-monatigen Zivildienst im Raum standen.

Die ÖVP beharrt derzeit auf einer Ausweitung des Zivildienstes auf 12 Monate, wĂ€hrend die SPÖ das „9 plus 2“-Modell favorisiert. UnterstĂŒtzung fĂŒr eine lĂ€ngere Dienstzeit kommt vonseiten der Milizkommandanten, die eine Ausweitung des Zivildienstes auf mindestens 12 Monate fordern und zudem fĂŒr ein Wehrdienstmodell unter dem Namen „Österreich PLUS“ werben. In Verhandlerkreisen wird die Kombination aus sechs Monaten Grundwehrdienst und 100 Tagen MilizĂŒbungen sowie ein entsprechender Zivildienst als die derzeit realistischste Option eingestuft.

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Politische HĂŒrden und Notwendigkeit einer Verfassungsmehrheit

Trotz der Fortschritte ist eine finale Einigung bis zum geplanten Ministerrat am Montag noch nicht gesichert. FĂŒr die Umsetzung der Zivildienstreform ist im Parlament eine Verfassungsmehrheit erforderlich, was die Einbindung von Oppositionsparteien notwendig macht. Bisher zeigen sich die NEOS jedoch noch nicht ĂŒberzeugt von den vorliegenden PlĂ€nen. Kritik an der aktuellen Richtung der Verhandlungen kommt zudem von den GrĂŒnen und der FPÖ.

Neben der Wehrpflicht befasste sich der Vermittlungsausschuss auch mit weiteren Gesetzesvorhaben. Bei der EinfĂŒhrung eines Social-Media-Verbots fĂŒr Jugendliche unter 14 Jahren herrscht inhaltliche Einigkeit; ein entsprechender Gesetzestext sei bereits ausgearbeitet. Ein Inkrafttreten dieser Regelung wird fĂŒr das Jahr 2026 in Aussicht gestellt. Auch im Bereich der Justiz wurde eine Einigung bezĂŒglich der Bundesstaatsanwaltschaft verkĂŒndet, wobei GrĂŒne und FPÖ hier noch Nachbesserungen am Entwurf verlangen.

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Geplante PrÀsentation beim Sommerministerrat

Die Ergebnisse der Verhandlungen sollen am Montag, dem 27. Juli, offiziell vorgestellt werden. Als Ort fĂŒr die PrĂ€sentation im Rahmen des Sommerministerrats ist die Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim bei Salzburg vorgesehen. Ob bis zu diesem Termin alle offenen Punkte, insbesondere beim Zivildienst und der Zustimmung der Opposition, vollstĂ€ndig geklĂ€rt werden können, bleibt abzuwarten. Die Verhandlungen am Wochenende dienen dazu, die verbleibenden Differenzen auszurĂ€umen und eine tragfĂ€hige Lösung fĂŒr die geplante Reform zu prĂ€sentieren.

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