Weinernte 2026: Deutschland erwartet 7,7 Millionen Hektoliter
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRegionale Erträge prägen den Jahrgang
- Das Deutsche Weininstitut rechnet 2026 mit 7,7 Millionen Hektolitern Weinmost.
- Rheinhessen bleibt bei 2,3 Millionen Hektolitern auf Vorjahresniveau.
- An der Mosel werden 610.000 und in Württemberg 700.000 Hektoliter erwartet.
Deutsche Weinernte bleibt unter Durchschnitt
Die Weinernte in Deutschland wird 2026 nicht ganz so dürftig ausfallen wie befürchtet. Zwar kommt nach finalen Schätzungen der Winzer weniger Weinmost zusammen als im Schnitt der vergangenen Jahre, allerdings mehr als zuletzt vom Deutschen Weininstitut angenommen.
Das DWI teilte im rheinhessischen Bodenheim mit, dass nun von 7,7 Millionen Hektolitern ausgegangen werde. Damit läge die Ernte auf dem Vorjahresniveau und zehn Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Prognose fällt deutlich höher aus
Vor Kurzem hatte das Institut noch eine Menge erwartet, die 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 8,7 Millionen Hektolitern gelegen hätte. Das wäre auf die kleinste Ernte seit 16 Jahren hinausgelaufen. Das Statistische Bundesamt war von 8,0 Millionen Hektolitern ausgegangen, vier Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025.
Trockenheit wirkt regional unterschiedlich
Die neuerliche Abfrage ergab in einigen Anbaugebieten höhere Mengen. Nach Angaben des Weininstituts zeigen sich weiterhin deutliche regionale Unterschiede, die auf Niederschläge und die Wasserspeicherkraft der Böden zurückgeführt werden.
In den drei größten Anbaugebieten wirkte sich die Trockenheit demnach weniger stark aus als befürchtet. Rheinhessen kommt auf 2,3 Millionen Hektoliter und damit auf das Niveau des Vorjahres. Die Pfalz erreicht 2,1 Millionen Hektoliter, zwölf Prozent mehr als 2025, aber fünf Prozent weniger als im Zehnjahresschnitt.
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Plus in Baden, Rückgänge an Mosel
In Baden werden rund 1,0 Millionen Hektoliter erwartet. Das wären drei Prozent mehr als im Vorjahr, aber zwölf Prozent weniger als im langjährigen Mittel.
An der Mosel rechnen die Winzer mit 610.000 Hektolitern, 13 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt. Württemberg bleibt mit geschätzten 700.000 Hektolitern sogar 21 Prozent darunter.
Hessen legt zu, Ostgebiete verlieren
Der Rheingau kommt auf 200.000 Hektoliter, 18 Prozent mehr als im Vorjahr und sechs Prozent weniger als im Durchschnitt. An der hessischen Bergstraße werden 32.000 Hektoliter erwartet; damit liegt die Menge sowohl über dem Vorjahreswert als auch über dem langjährigen Mittel.
Saale-Unstrut und Sachsen erreichen 45.000 beziehungsweise 25.000 Hektoliter. Beide Gebiete liegen damit etwas über dem langjährigen Schnitt, aber deutlich unter der außergewöhnlich hohen Ernte von 2025.
Winzer erwarten aromatische Weine
Alle 13 Anbaugebiete berichten von einer außergewöhnlich hohen Traubenreife und einem erstklassigen Gesundheitszustand. Erwartet werden sehr aromatische Weißweine, konzentrierte Rotweine und hochwertige edelsüße Weine.
Die korrigierte Schätzung ordnet den deutschen Weinjahrgang 2026 zwischen Mengenrückgang und Qualitätszuversicht ein. Mit 7,7 Millionen Hektolitern bleibt die Ernte unter dem langjährigen Mittel, erreicht aber ungefähr das Niveau des Vorjahres. Für den deutschen Weinmarkt bedeutet das voraussichtlich keine außergewöhnliche Mengenknappheit, wohl aber geringere Reserven als in Jahren mit durchschnittlichen Erträgen.
Die regionalen Unterschiede zeigen, wie stark die Ernte inzwischen von lokalen Wetter- und Bodenbedingungen abhängt. Während Pfalz, Baden und der Rheingau teilweise über dem Vorjahresniveau liegen, fallen die Erwartungen an Mosel und in Württemberg deutlich schwächer aus. Niederschlag und die Fähigkeit der Böden, Wasser zu speichern, werden damit zu entscheidenden Standortfaktoren.
Qualität und Preise im Blick
Die hohe Traubenreife und der gute Gesundheitszustand könnten die geringere Menge teilweise ausgleichen. Aromatische Weißweine, konzentrierte Rotweine und edelsüße Weine eröffnen den Betrieben Chancen bei der Vermarktung. Für Verbraucher dürfte der Jahrgang deshalb nicht allein über die verfügbare Menge bewertet werden. Preisentwicklungen hängen zusätzlich von Nachfrage, Lagerbeständen, Produktionskosten und der Qualität der einzelnen regionalen Weine ab.

