Weinernte 2026: Deutschland erwartet 8,0 Millionen Hektoliter
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 09:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Deutsche Weinlese bleibt unter dem Durchschnitt
- Die erwartete Lesemenge liegt 2026 bei 8,0 Millionen Hektolitern.
- Das sind rund 30 Millionen Liter weniger als im Durchschnitt von 2020 bis 2025.
- Rheinhessen, Pfalz und Baden liefern zusammen mehr als die HĂ€lfte der deutschen Ernte.
Die deutsche Weinlese fĂ€llt 2026 voraussichtlich gröĂer aus als im Vorjahr, bleibt aber hinter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre zurĂŒck.
Trockenheit lÀsst kleinere Trauben reifen
Nach einer SchÀtzung des Statistischen Bundesamts wird die Ernte um vier Prozent unter dem Mittel der Jahre 2020 bis 2025 liegen. Das entspricht etwa 30 Millionen Litern.
Trockenheit und Hitze fĂŒhrten zu kleineren Trauben mit konzentrierten Inhaltsstoffen. GroĂflĂ€chige SchĂ€den durch Wetterereignisse blieben nach Angaben des Bundesamts aus, zugleich deuteten die Trauben auf einen qualitativ guten Jahrgang hin.
Mehr WeiĂmost als rote Trauben
Die SchĂ€tzung basiert auf dem Stand vom 20. September, als die Lese noch nicht beendet war. Von der erwarteten Gesamtmenge entfallen etwa 70 Prozent auf WeiĂmost und 30 Prozent auf rote Trauben.
ZuwĂ€chse werden insbesondere bei Riesling und Dornfelder erwartet. Bei GrĂŒnem Silvaner und Blauem Portugiesen rechnen die Betriebe dagegen mit etwas geringeren Mengen.
Rheinhessen fĂŒhrt die Anbaugebiete an
In den drei gröĂten deutschen Weinbaugebieten Rheinhessen, Pfalz und Baden wird mit mehr Ertrag als im Vorjahr gerechnet. Insgesamt zeichne sich in sieben der 13 Regionen ein Zuwachs ab; dazu gehören auch WĂŒrttemberg, der Rheingau, die Hessische BergstraĂe und der Mittelrhein.
RĂŒckgĂ€nge werden fĂŒr Mosel, Franken, Ahr, Saale-Unstrut und Sachsen erwartet. Rheinhessen kommt voraussichtlich auf 2,4 Millionen Hektoliter, die Pfalz auf 2,1 Millionen, Baden auf 1,2 Millionen und WĂŒrttemberg auf 772.000 Hektoliter.
Wetterextreme prÀgen die Weinproduktion
Die erwartete Weinmenge liegt 2026 unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025, obwohl sie das schwache Vorjahresniveau ĂŒbertrifft. Damit setzt sich ein Muster fort, bei dem einzelne JahrgĂ€nge stark von Niederschlag, Hitze und dem Zeitpunkt der Reife abhĂ€ngen.
Trockenheit und hohe Temperaturen können kleinere Beeren hervorbringen. Das verringert zwar das Volumen, kann aber zu stĂ€rker konzentrierten Inhaltsstoffen fĂŒhren. FĂŒr die Betriebe bedeutet ein solcher Jahrgang deshalb nicht automatisch eine geringere QualitĂ€t. Entscheidend bleiben unter anderem der Gesundheitszustand der Trauben, der Erntezeitpunkt und die Verarbeitung.
Regionale Unterschiede bleiben erheblich
Die drei groĂen Anbaugebiete Rheinhessen, Pfalz und Baden tragen zusammen den gröĂten Teil der deutschen Lesemenge. Steigende ErtrĂ€ge in diesen Regionen können RĂŒckgĂ€nge in Mosel, Franken, Ahr, Saale-Unstrut und Sachsen teilweise ausgleichen, aber nicht vollstĂ€ndig beseitigen.
FĂŒr Verbraucher dĂŒrfte die Erntemenge vor allem mittelbar relevant sein. Weinpreise hĂ€ngen zusĂ€tzlich von LagerbestĂ€nden, Produktionskosten, Nachfrage und der Vermarktung des jeweiligen Jahrgangs ab. Die SchĂ€tzung vom 20. September beschreibt daher eine vorlĂ€ufige GröĂenordnung; die endgĂŒltige Bilanz steht erst nach Abschluss der Lese fest.
