Weiterbildungszeit ab Juni: Ă–sterreich senkt Budget um zwei Drittel
10.06.2026 - 07:33:09 | boerse-global.de
Seit dem 8. Juni gilt in Österreich die neue „Weiterbildungszeit“ mit schärferen Auflagen und deutlich weniger Budget.
Harte Einschnitte beim Fördergeld
Das neue Modell setzt auf Qualität statt Quantität. Gefördert werden nur noch Ausbildungen, die als arbeitsmarktrelevant gelten. Die bisher üppigen Ausgaben von über 500 Millionen Euro kappte die Regierung auf 150 Millionen Euro jährlich.
Wer die Förderung nutzen will, muss zwölf Monate beim selben Arbeitgeber beschäftigt sein und mindestens 20 Stunden pro Woche lernen. Die monatliche Beihilfe liegt zwischen 1.286 und 2.163 Euro. Ein direkter Wechsel aus der Elternkarenz ist tabu – eine Sperrfrist von sechs Monaten verhindert das.
Arbeitgeber mĂĽssen mitzahlen: Liegt das Bruttogehalt ĂĽber 3.465 Euro, beteiligen sie sich mit 15 Prozent an der Beihilfe.
Während sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Weiterbildungen verschärfen, bleibt die professionelle Begleitung erkrankter Mitarbeiter eine zentrale Aufgabe. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie das Betriebliche Eingliederungsmanagement rechtssicher gestalten und den Arbeitsplatz effektiv schützen. Die vollständige BEM-Anleitung mit Muster-Betriebsvereinbarung jetzt kostenlos herunterladen
Bildungsoffensive für Betriebsräte
Während Österreich spart, bauen die Gewerkschaften ihr Schulungsangebot aus. Das ver.di-Bildungswerk Niedersachsen startet ab Juni Seminare in Oldenburg, Osnabrück und Hannover. Themen: Arbeitsrecht, Kündigungsschutz und Betriebliches Eingliederungsmanagement. Hamburg folgt im August.
Für November 2027 ist ein Spezialseminar zum Projektmanagement für Betriebsräte der Deutschen Post/DHL geplant. Und wer akademisch weiterkommen will: Ab Oktober bietet die Universität Graz einen berufsbegleitenden Kurs zum „Data Officer“ an.
Streit um längere Schichten
Parallel tobt die politische Debatte um Arbeitszeit und Lohngerechtigkeit. DGB-Chefin Yasmin Fahimi attackierte am Montag Oppositionspläne für 13-Stunden-Schichten – „ökonomisch und sozial verfehlt“, so ihr Urteil. Für heute ist ein Spitzentreffen der Koalition mit Sozialpartnern angesetzt.
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie setzt Unternehmen unter Druck. Nachdem die Umsetzungsfrist am 7. Juni verstrichen war, legte Österreich einen Tag später einen nationalen Entwurf vor. Firmen mit über 100 Beschäftigten müssen künftig detaillierte Entgeltberichte erstellen.
Neue Regelungen zur Arbeitszeit und Transparenz erfordern von Arbeitnehmervertretern eine starke Verhandlungsposition. Erfahren Sie in diesem Praxis-Ratgeber, wie Sie Betriebsvereinbarungen rechtssicher aufsetzen und das Beste fĂĽr Ihre Belegschaft herausholen. Kostenlose Muster-Betriebsvereinbarung mit Checklisten als PDF sichern
Uniper: Betriebsräte fordern Börsengang
Beim verstaatlichten Energiekonzern Uniper eskalieren die Fronten. Die Konzernbetriebsräte sprachen sich am Dienstag gegen einen Direktverkauf aus – sie favorisieren einen Börsengang. Der Bund muss seinen Anteil bis 2028 auf eine Sperrminorität reduzieren.
Die Bieterfrist endet am Freitag. Internationale Investoren stehen bereit, der Marktwert liegt bei über zehn Milliarden Euro. Die Arbeitnehmervertreter drängen auf eine Lösung, die Uniper als eigenständigen Konzern erhält.
