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Weltbank: 2026 schwÀchstes Weltwachstum seit Corona-Pandemie

Veröffentlicht am: 11.06.2026 um 15:32 Uhr | dpa.de

Die militÀrische Eskalation zwischen den USA und dem Iran bremst die Entwicklung der Weltwirtschaft. Bestimmte LÀnder sind besonders stark von hoher Inflation und steigenden Energiepreisen betroffen.

Die Àrmsten LÀnder der Welt sind nach Weltbank-Angaben besonders stark vom Iran-Krieg betroffen. (Symbolbild) - Bild: Eva Krafczyk/dpa
Die Àrmsten LÀnder der Welt sind nach Weltbank-Angaben besonders stark vom Iran-Krieg betroffen. (Symbolbild) - Bild: Eva Krafczyk/dpa

Der Iran-Krieg wird die Weltwirtschaft stĂ€rker bremsen als gedacht: Angesichts der Folgen rechnet die Weltbank global mit dem schwĂ€chsten Wachstum seit dem Beginn der Corona-Pandemie. FĂŒr 2026 schraubt das Institut seine Prognose um 0,1 Punkte auf 2,5 Prozent herunter, wie aus dem neuesten Bericht des Instituts hervorgeht. Im vergangenen Jahr war die globale Wirtschaft noch um 2,9 Prozent gewachsen. 

Grund fĂŒr die Korrektur nach unten seien hohe Inflationswerte und steigende Energiepreise, nachdem der freie Schiffsverkehr und der Rohstoffhandel in der Straße von Hormus infolge des Konflikts nahezu zum Erliegen gekommen waren. Bei der Veröffentlichung der Prognosen im Januar war die Eskalation im Nahen Osten noch nicht absehbar. 

Weltbank: Risiko, falls Krieg nicht bis Ende Juli abgewendet ist 

Die Energiekrise treibt die Inflation weiter an, die die Weltbank-Experten im laufenden Jahr bei 4,0 Prozent erwarten. Die Teuerungsrate lag 2025 noch bei 3,3 Prozent. Sollten die VersorgungsengpĂ€sse allerdings lĂ€nger andauern als angenommen und damit die Weltwirtschaft noch stĂ€rker belasten, könnte die Inflation auf 4,4 Prozent steigen. Das weltweite Wachstum des laufenden Jahres könnte dann auf ein Plus von 1,3 Prozent abschmelzen, hieß es weiter. 

Der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) hatte bereits im April seine Wachstumserwartungen fĂŒr 2026 um 0,2 Punkte auf 3,1 Prozent gedrosselt. Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten – die Annahmen seien allerdings nur dann gĂŒltig, sofern der Krieg in Dauer, IntensitĂ€t und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen wĂŒrden, hieß es. Im Juli aktualisiert der IWF seine SchĂ€tzungen. 

Institut prognostiziert fatale Folgen fĂŒr arme LĂ€nder

«Bei zwei Drittel der Volkswirtschaften wurden die Wachstumsprognosen seit Januar nach unten korrigiert», heißt es nun von der Weltbank. WĂ€hrend sich in Deutschland Autofahrer ĂŒber höhere Benzinpreise Ă€rgern, werden die Ärmsten in der Welt laut dem Institut mit Sitz in Washington besonders stark belastet. 

FĂŒr wirtschaftsschwache LĂ€nder heißt das: Bis Ende 2026 wird ein Viertel der EntwicklungslĂ€nder Ă€rmer sein als 2019, unter den LĂ€ndern mit niedrigem Einkommen dĂŒrfte es ein Drittel sein. Bei fragilen und von Konflikten betroffenen LĂ€ndern wird nach Weltbank-Hochrechnung etwa die HĂ€lfte bis zum Jahresende weniger Geld haben als im Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie. 

Weltbank will mit Geldern unterstĂŒtzen 

Zugleich ist die Weltbank auch selbst aktiv: Bereits nach Beginn der Krise stellte sie zwischen 20 und 25 Milliarden US-Dollar an Soforthilfen bereit. Die Entwicklungsbank kĂŒndigte an, zwischen 50 und 60 Milliarden US-Dollar zur VerfĂŒgung zu stellen, um Regierungen in EntwicklungslĂ€ndern unter die Arme zu greifen und landwirtschaftliche Betriebe zu unterstĂŒtzen. Die Gelder sollen zum Teil aus anderen Projekten umverteilt werden. 

«Sollten der Konflikt und die wirtschaftlichen Folgen anhalten, könnte die Finanzierung durch die Weltbankgruppe ĂŒber einen Zeitraum von 15 Monaten auf 80 bis 100 Milliarden US-Dollar erhöht werden», heißt es weiter.

Hoffnung in Sicht – zumindest etwas 

Im kommenden Jahr dĂŒrfte die globale Wirtschaft insgesamt dann allerdings stĂ€rker zulegen als gedacht: Statt 2,7 Prozent dĂŒrfte sie um 2,8 Prozent wachsen. Grund fĂŒr die zumindest etwas bessere Entwicklung im kommenden Jahr und 2028 (Prognose: 2,8 Prozent) ist die Annahme, dass sich die Energieversorgung erholt, Regierungen ihre Geldpolitik lockern und der Handel wieder anzieht. Allerdings wĂŒrde das Wachstum damit immer noch unter dem Durchschnittswert der 2010er-Jahre liegen. Der IWF rechnet unterdessen weiter fĂŒr 2027 mit einem Plus von 3,2 Prozent.

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