Weltkriegsbombe, Köln

Weltkriegsbombe in Köln: 2500 Anwohner evakuiert

30.04.2026 - 05:30:44 | boerse-global.de

Nach Evakuierung von 2500 Menschen wird eine 50-Kilo-Bombe in Köln entschärft. Parallelfunde in Bochum und Hamburg halten Einsatzkräfte in Atem.

Weltkriegsbombe in Köln: 2500 Anwohner evakuiert - Foto: über boerse-global.de
Weltkriegsbombe in Köln: 2500 Anwohner evakuiert - Foto: über boerse-global.de

Die Ausweitung von rund 2500 Menschen verlief erfolgreich, der Sprengkörper wurde am Abend entschärft.

Großeinsatz in Köln-Niehl

Die Bombe wurde am Dienstagnachmittag auf der Amsterdamer Straße 218 bei Bauarbeiten entdeckt. Die Behörden richteten einen Sperrkreis von 300 Metern ein. Im Einsatz waren 129 Mitarbeiter des Ordnungsamtes, fünf Feuerwehrleute, 31 Helfer von Hilfsorganisationen und 16 Polizisten.

Anzeige

Betriebsprüfung bestanden: So vermeiden Unternehmen teure Bußgelder beim Alarmplan. Viele Betriebe unterschätzen die Pflicht zum Alarmplan – diese kostenlose Vorlage schafft sofort Abhilfe. Alarmplan-Vorlage jetzt kostenlos herunterladen

Die Evakuierung traf die Infrastruktur hart: Die KVB musste ihr Depot Nord räumen, die Stadtbahnlinie 16 umleitete die Haltestelle Nesselrodestraße. Betroffene Anwohner wurden in der Turnhalle des Erich-Kästner-Gymnasiums untergebracht. Um 19:46 Uhr gelang die Entschärfung, die Straßensperren wurden aufgehoben.

Parallelfunde in Bochum und Hamburg

Köln war nicht der einzige Ort mit Bombenfunden am Dienstag. In Bochum entdeckten Arbeiter bei Erkundungsbohrungen auf der Engelsburger Straße eine 250-Kilo-Bombe mit Aufschlagzünder. Rund 100 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Die Entschärfung dauerte zwei Stunden, die Buslinien 345 und 352 wurden umgeleitet.

Einen Tag später, am Mittwoch, fanden Experten in Hamburg-Neugraben-Fischbek eine Granate auf einem Erdwall. Wegen der Instabilität des Zünders planten sie eine kontrollierte Sprengung vor Ort. Dafür mussten die S-Bahn zwischen Hamburg und Stade gesperrt und ein 300-Meter-Sperrkreis eingerichtet werden.

In Haltern am See hingegen gab es Entwarnung: Die vermeintlichen Bomben entpuppten sich als zwei bereits ausgebrannte Brandbomben, die keine Gefahr mehr darstellten.

Quecksilber-Unfall in Hermaringen

Nicht nur Blindgänger, auch Industrieunfälle hielten die Einsatzkräfte in Atem. In Hermaringen (Kreis Heidenheim) wurde am Dienstag rund 100 Milliliter Quecksilber freigesetzt. Ein Gabelstaplerfahrer hatte bei der Abfallentsorgung versehentlich einen alten Stromzähler zerquetscht.

Drei Arbeiter kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Die Zeiss-Werksfeuerwehr aus Oberkochen und rund 100 Einsatzkräfte banden das Quecksilber mit Spezialmitteln. Die Substanz gelangte nicht in die Umwelt, eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht.

Säureaustritt in Braunschweig

Ähnlich knapp ging es am Mittwoch in Braunschweig-Rühme zu: Ein Gabelstaplerfahrer beschädigte auf dem Gelände einer Spedition an der Hansestraße einen Container mit 1000 Litern Säure. Nur wenige Liter traten aus, mehr als 40 Feuerwehrleute rückten an.

Der Fahrer reagierte geistesgegenwärtig und stellte eine Auffangwanne unter das Leck. Er blieb unverletzt. Die Einsatzkräfte in Vollschutzanzügen dichteten den Container ab und pumpten die restliche Säure um.

Anzeige

Gabelstapler-Unfälle im Betrieb wie in Hermaringen oder Braunschweig zeigen: Eine fehlende Unterweisung und Dokumentation kann teuer werden. Sichern Sie sich rechtlich ab mit dieser kostenlosen Muster-PowerPoint und einem Teilnehmer-Quiz. Kostenlose Gabelstapler-Unterweisung herunterladen

Neue Sicherheitsvorschriften in Kraft

Die Häufung der Vorfälle fällt mit einer Verschärfung der Sicherheitsstandards zusammen. Am 17. April trat die novellierte Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) in Kraft. Sie verschärft die Zertifizierungspflichten für Betriebe, die mit Kühlanlagen arbeiten, etwa in Kfz-Werkstätten. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Ein weiteres wachsendes Risiko: Lithium-Batterien. Die Stadt Regensburg identifizierte am Dienstag eine unsachgemäß entsorgte Lithium-Batterie als Brandursache für einen Großbrand in einem Recyclingbetrieb Anfang April. Das Problem wird auf der Messe FeuerTrutz 2026 (24. bis 25. Juni in Nürnberg) ein Schwerpunkt sein. Hersteller wie Asecos präsentieren dort neue Lagersysteme, die das thermische Durchgehen von Lithium-Ionen-Akkus verhindern sollen.

PFAS-Studie alarmiert

Eine aktuelle US-Studie im „Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology“ könnte die europäischen Grenzwerte für PFAS-Chemikalien beeinflussen. Demnach erhöht die Belastung von Neugeborenen mit PFAS das Risiko für akute lymphatische Leukämie (ALL). Bei hohen Werten bestimmter PFAS steigt das Risiko um 60 Prozent, bei neueren Verbindungen wie PCFA-Ethern sogar um das Fünffache. In Deutschland erkranken jährlich rund 600 Kinder unter 18 Jahren an ALL.

Ausblick: Strengere Kontrollen ab 2027

Die neue ChemKlimaschutzV sieht ab dem 13. März 2027 verpflichtende Dichtheitsprüfungen vor. Bis zum 12. März 2029 müssen alle qualifizierten Mitarbeiter verpflichtende Fortbildungen absolviert haben.

Im Automobilsektor bleibt die Sicherheit ein Thema: Jaguar setzt seinen Rückruf von über 29.000 I-Pace-Fahrzeugen weltweit fort, davon rund 1350 in Deutschland. Grund sind Bedenken wegen thermischer Überlastung der Hochvoltbatterien.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69261533 |