WTO, Welthandel

WTO: Welthandel allein hilft nicht gegen Armut

09.09.2024 - 16:30:35

Weltweit ist der Unterschied der Pro-Kopf-Einkommen zwischen LĂ€ndern in 30 Jahren im Durchschnitt gesunken. Aber nicht alle armen LĂ€nder haben aufgeschlossen. Warum?

  • LĂ€nder, die eher Rohstoffe als verarbeitete Produkte exportieren, kommen nur langsam voran (Archivbild)  - Foto: Long Lei/XinHua/dpa

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  • China zĂ€hlt nach den internationalen Normen zu den LĂ€ndern mit mittleren Einkommen (Archivbild) - Foto: Uncredited/CHINATOPIX/dpa

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LÀnder, die eher Rohstoffe als verarbeitete Produkte exportieren, kommen nur langsam voran (Archivbild)  - Foto: Long Lei/XinHua/dpaChina zÀhlt nach den internationalen Normen zu den LÀndern mit mittleren Einkommen (Archivbild) - Foto: Uncredited/CHINATOPIX/dpa

Die Welthandelsorganisation (WTO) rĂ€umt ein, dass nicht alle LĂ€nder und nicht alle Mitglieder der Gesellschaft von Handel und wirtschaftlicher Entwicklung profitieren. Dennoch habe der Welthandel in vielen LĂ€ndern zur ArmutsbekĂ€mpfung beigetragen, heißt es im Welthandelsbericht 2024. 

Ungleichheit war 2020 so groß wie 1910

In absoluten Zahlen sei die weltweite Einkommensungleichheit aber praktisch genauso groß wie vor gut 100 Jahren, schreibt die WTO unter Verweis auf dem Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2022. 1910 war das Einkommen der reichsten 10 Prozent der Weltbevölkerung 41-mal so hoch wie das der unteren 50 Prozent. 2020 war es 38-mal so hoch.

Der Welthandel biete Chancen, aber sie mĂŒssten flankiert werden durch soziale Maßnahmen und internationale Kooperation, so die WTO. Nötig seien Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, ArbeitslosenunterstĂŒtzung, eine Wettbewerbspolitik, um Preise zu senken, eine verlĂ€ssliche Infrastruktur und gut funktionierende FinanzmĂ€rkte.

Finanzkrise und Corona-Pandemie als Einschnitt

Die Diskrepanz bei Pro-Kopf-Einkommen sei zwischen den LĂ€ndern ĂŒber 30 Jahre geschrumpft - parallel zur stĂ€rkeren Einbindung Ă€rmerer LĂ€nder in den Welthandel, so die WTO. Im Durchschnitt habe sich das Pro-Kopf-Einkommen von LĂ€ndern mit niedrigen und mittleren Einkommen zwischen 1995 und 2023 inflationsbereinigt verdreifacht, wĂ€hrend es in weltweiten Durchschnitt nur um 65 Prozent gestiegen sei. Die Entwicklung habe sich seit der Finanzkrise 2007/2008 verlangsamt, und die Corona-Pandemie habe sie wieder umgedreht. 

Zwischen 1996 und 2021 hÀtten gut 40 LÀnder in Afrika, Lateinamerika und im Nahen Osten mit niedrigen und mittleren Pro-Kopf-Einkommen an der positiven Entwicklung kaum teilgehabt: vor allem solche, die eher wenig internationalen Handel betrieben, eher wenig Auslandsinvestitionen anzogen und eher Rohstoffe als verarbeitete Produkte exportierten. 

Insgesamt kategorisiert die Weltbank rund 130 LÀnder mit niedrigen und mittleren Einkommen, darunter auch China. Deutschland ist in der Gruppe der LÀnder mit hohen Einkommen. 

 

@ dpa.de