Zollabkommen, Gefahr

Zollabkommen in Gefahr? - Trump und China im Schlagabtausch

02.06.2025 - 05:38:29

Wenige Wochen nach der Einigung auf einen vorlÀufigen Zollabbau verschÀrft sich erneut der Ton zwischen den USA und China. Peking stört sich vor allem an neuen KI-Restriktionen.

Im Handelskonflikt zwischen China und den USA haben sich die beiden Seiten erneut mit VorwĂŒrfen ĂŒberzogen. Nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump den Chinesen vorgeworfen hatte, sich nicht an die vor knapp drei Wochen in Genf geschlossenen Vereinbarungen zu halten, hat Peking nun seinerseits mit scharfer Kritik an den USA nachgelegt.

Die US-Seite habe nach den Genfer GesprĂ€chen «fortlaufend neue diskriminierende BeschrĂ€nkungen gegenĂŒber China erlassen», teilte das Pekinger Handelsministerium mit. Konkret nannte es Maßnahmen, die den Verkauf von KI-Chips und Chip-Design-Software nach China weiter einschrĂ€nkten, sowie die AnkĂŒndigung einer Annullierung von Visa chinesischer Studierender in den USA. 

Statt sich selbstkritisch mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen, beschuldige die US-Seite unbegrĂŒndet China, den Konsens verletzt zu haben, so das Ministerium weiter. 

Trump erhebt VorwĂŒrfe gegen China 

China und die USA hatten Mitte Mai im laufenden Handelsstreit in der Schweiz eine Senkung ihrer gegenseitigen Zölle beschlossen. Aus einer gemeinsamen ErklĂ€rung der beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften ging hervor, dass diese vorĂŒbergehend fĂŒr 90 Tage gelten soll. Die Regelung sieht eine Senkung der US-Zölle auf chinesische Importe von 145 auf 30 Prozent vor, wĂ€hrend die AufschlĂ€ge Pekings gegen Einfuhren aus den USA von 125 auf 10 Prozent zurĂŒckgehen. 

Der US-PrĂ€sident bezeichnete eine Öffnung Chinas damals als wichtigstes Ziel und gab an, dass China dem zugestimmt habe. Zuletzt hatte die US-Regierung den Ton gegenĂŒber China aber wieder verschĂ€rft. «Die schlechte Nachricht ist, dass China, was einige vielleicht nicht ĂŒberrascht, seine Vereinbarung mit uns völlig gebrochen hat», erklĂ€rte Trump am Freitag auf seiner Online-Plattform Truth Social. «So viel dazu, Mr. Nice Guy zu sein!», schob er hinterher. Woran er die Verletzung der Vereinbarung festmacht, fĂŒhrte er in dem Post nicht aus. 

Sprechen die PrÀsidenten direkt? 

Laut Medienberichten kritisierten andere US-Regierungsvertreter, dass China zwar wie vereinbart die Zölle gesenkt habe, aber andere Handelshemmnisse wie ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr seltene Erden weiterhin bestehen blieben. 

Auch bei einer Pressekonferenz im Oval Office sagte Trump einige Stunden spĂ€ter lediglich, dass China «einen großen Teil der Vereinbarung» verletzt habe. Er sei sich aber sicher, dass er mit dem chinesischen PrĂ€sidenten Xi Jinping sprechen werde - «und hoffentlich werden wir eine Lösung finden». Aus Peking gab es fĂŒr ein solches GesprĂ€ch zunĂ€chst keine BestĂ€tigung.

@ dpa.de