Weniger als fĂŒnf Prozent FlĂ€che im Rennen fĂŒr Atom-Endlager
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn diesen Gebieten hĂ€lt die Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE) die geologischen Bedingungen grundsĂ€tzlich fĂŒr geeignet, wie sie in Peine mitteilte. Damit ist nun die gesamte LandesflĂ€che in Bearbeitung oder bewertet.
FĂŒnf BundeslĂ€nder sind raus
Die BundeslĂ€nder Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil der laufenden Suche. Das letzte Wort fĂŒr die Auswahl des Standortes hat aber der Bundestag. Das Saarland war den Angaben zufolge bereits 2020 herausgefallen, Rheinland-Pfalz schied 2025 aus, in diesem Jahr neu aussortiert wurden Sachsen, Berlin und Hessen.
2020 hatte die bundeseigene Gesellschaft zunĂ€chst in einem Bericht 90 solcher Gebiete ausgewiesen, bei denen eine weitere PrĂŒfung lohnen könnte, dies waren knapp 54 Prozent der FlĂ€che Deutschlands. Diese Gebiete werden im weiteren Verfahren weiter eingegrenzt, aktuell sind nur noch deutlich weniger als 5 Prozent der FlĂ€che Deutschlands im Auswahlverfahren. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite der BGE als interaktive Karte veröffentlicht.
ZunĂ€chst werden nur geologische Faktoren berĂŒcksichtigt
Bei der Suche wird die geologische Sicherheit der Teilgebiete in einem wissenschaftsbasierten Verfahren schrittweise analysiert. Bei jedem PrĂŒfschritt werden die Sicherheitsanforderungen erhöht, weshalb in der Folge immer mehr Gebiete ausscheiden. Gebiete, die eine HĂŒrde nicht ĂŒberspringen, werden nicht weiterbearbeitet. Erst im spĂ€teren Verfahren wird berĂŒcksichtigt, wie nah eine geeignete Region etwa an Ballungszentren gelegen ist.
Das wichtigste Werkzeug fĂŒr die Einengung sind laut BGE sogenannte reprĂ€sentative vorlĂ€ufige Sicherheitsuntersuchungen. Hier wird auf Basis existierender geologischer Daten und Geodaten geprĂŒft, inwieweit der sichere Einschluss der hoch radioaktiven AbfĂ€lle unter den jeweiligen geologischen Gegebenheiten erwartet werden kann. Generell gelten Granit, Salz und Ton als potenziell geeignete Gesteinsarten fĂŒr das angestrebte unterirdische Endlager.
Welche Anforderungen werden an den Standort gestellt?
Gebiete, deren Untergrund beschĂ€digt oder gefĂ€hrdet ist, kommen nach Angaben des Bundesamtes fĂŒr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) nicht als Endlagerstandort infrage. Damit werden Bergbaugebiete und Gegenden, in denen Vulkane aktiv waren oder die Gefahr von Erdbeben besteht, ausgeschlossen. Auch Wasser ist ein Problem. Radioaktive Stoffe dĂŒrfen nicht durch Wasserpfade an die ErdoberflĂ€che gelangen. SchlieĂlich geben die AbfĂ€lle auch im Endlager noch WĂ€rme ab. Das Gestein soll sie gut ableiten können. Das Endlager soll am Ende durch eine mindestens 300 Meter mĂ€chtige Gesteinsschicht von der ErdoberflĂ€che abgetrennt sein.
Wie geht es jetzt weiter?
Die jetzt neu veröffentlichten ArbeitsstĂ€nde sind noch keine verbindlichen Ergebnisse, weil die Einengung der Teilgebiete auf Standortregionen erst am Ende 2027 erfolgt. Die BGE wird dann zum Abschluss der ersten Phase der Endlagersuche konkrete Regionen fĂŒr die oberirdische Erkundung vorschlagen. Nach einer eingehenden PrĂŒfung durch Wissenschaftler und das BASE entscheidet dann der Gesetzgeber, also der Bundestag, wo es in der zweiten Phase weitergeht.
Zieldatum 2050
Bis spĂ€testens 2050 soll ein Lager fĂŒr rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven AtommĂŒll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit fĂŒr eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert deutscher AtommĂŒll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen BundeslĂ€ndern. Die letzten deutschen Atomkraftwerke gingen im April 2023 auĂer Betrieb.
