Ifo, Preiserwartungen

Ifo: Preiserwartungen wieder gesunken

29.08.2024 - 07:41:12

Weniger Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen.

Die Ifo-Preiserwartungen sanken im August auf 16,3 Punkte, nach 17,6 im Juli, wie das Ifo-Institut am Donnerstag in MĂŒnchen mitteilte. Dazu trugen vor allem die Industrie und die unternehmensnahen Dienstleister bei. Dagegen wollen in den konsumnahen Branchen und auf dem Bau etwas mehr Unternehmen als im Vormonat ihre Preise anheben.

"Insgesamt dĂŒrfte die Inflationsrate in den kommenden Monaten unter der Zwei-Prozent-Marke bleiben, die die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) anstrebt", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user. "Vor allem Energie ist fĂŒr die Verbraucher deutlich gĂŒnstiger als noch vor einem Jahr." WollmershĂ€user sagte weiter: "Hingegen dĂŒrfte der Preisanstieg aller ĂŒbrigen Waren und Dienstleistungen, der mit der Kerninflationsrate gemessen wird, zunĂ€chst weitgehend unverĂ€ndert bei gut 2,5 Prozent und damit ĂŒber dem Inflationsziel der EZB liegen." Bei den konsumnahen Dienstleistern stiegen die Preiserwartungen auf 25,2 Punkte, nach 20,0 im Juli. Vor allem in der Gastronomie ist vermehrt mit Preiserhöhungen zu rechnen (37,6 Punkte, nach 26,7 im Juli). Dagegen ist bei den Reiseveranstaltern der Anteil der Unternehmen, die Preisanhebungen planen, leicht gesunken (34,2 Punkte, nach 35,4 im Juli). Auch im Einzelhandel sind die Preiserwartungen etwas gestiegen auf 25,3 Punkte, nach 24,9 im Juli. HĂ€ufiger ihre Preise anheben wollen vor allem die Spielwaren-HĂ€ndler (45,0 Punkte, nach 32,7 im Juli) und die BaumĂ€rkte (36,3 Punkte, nach 1,9 im Juli). Im Lebensmittel-Einzelhandel sind die Preiserwartungen etwas zurĂŒckgegangen auf 49,9 Punkte, nach 53,8 im Juli. Mit krĂ€ftigen Preissenkungen ist bei den FahrradhĂ€ndlern zu rechnen. Dort sind die Preiserwartungen auf -50,3 Punkte gesunken, nach -33,5 im Juli. Im Bauhauptgewerbe sind die Preiserwartungen etwas auf 3,3 Punkte gestiegen, nach 0,9 im Juli. Bei den unternehmensnahen Dienstleistern (inklusive Großhandel) und in der Industrie wollen hingegen weniger Unternehmen ihre Preise anheben. Dort sind die Preiserwartungen gesunken auf 18,9 bzw. 5,0 Punkte, nach 20,4 bzw. 7,1 im Juli. Die Punkte bei den Ifo-Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, lĂ€ge der Saldo bei +100 Punkten. WĂŒrden alle ihre Preise senken wollen, lĂ€ge er bei -100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das Ifo-Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten PreisĂ€nderung.

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