Deutschland, Bayern

Drohnen verursachen Millionenkosten an deutschen FlughÀfen

08.06.2026 - 08:00:05 | dpa.de

Wenn in der NĂ€he von FlughĂ€fen Drohnen gesichtet werden, muss oft der Flugbetrieb gestoppt werden. Das sorgt fĂŒr stark steigende Kosten und Ärger fĂŒr Passagiere. Vor allem zwei Airports trifft es.

  • Der Flughafen MĂŒnchen musste im Oktober wegen Drohnensichtungen mehrfach den Betrieb einstellen - Bild: Enrique Kaczor/onw-images/dpa
    Der Flughafen MĂŒnchen musste im Oktober wegen Drohnensichtungen mehrfach den Betrieb einstellen - Bild: Enrique Kaczor/onw-images/dpa
  • Die Zahl der Drohnensichtungen an FlughĂ€fen steigt und mit ihnen der Schaden fĂŒr die Branche (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Die Zahl der Drohnensichtungen an FlughĂ€fen steigt und mit ihnen der Schaden fĂŒr die Branche (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
Der Flughafen MĂŒnchen musste im Oktober wegen Drohnensichtungen mehrfach den Betrieb einstellen - Bild: Enrique Kaczor/onw-images/dpa Die Zahl der Drohnensichtungen an FlughĂ€fen steigt und mit ihnen der Schaden fĂŒr die Branche (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa

Die wachsende Zahl von Drohnensichtungen fĂŒhrt an deutschen FlughĂ€fen zu rasant steigenden Kosten. Im vergangenen Jahr wurden 226 DrohnenvorfĂ€lle gemeldet, zeigt eine Analyse des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR). Davon fĂŒhrten 116 zu Voll- und Teilsperrungen an 25 FlughĂ€fen, die Kosten fĂŒr den Luftverkehr beliefen sich auf geschĂ€tzt 60 Millionen Euro. BerĂŒcksichtige man Folgekosten aus Verzögerungen und gestörten UmlĂ€ufen sowie Flugannullierungen wegen Drohnensichtungen, steige der Schaden auf bis zu 160 Millionen Euro.

«Bereits kurze Störungen lösen im hochvernetzten Luftverkehrssystem betrĂ€chtliche Folgewirkungen aus», sagt Florian Linke, kommissarischer Direktor des DLR-Instituts fĂŒr Luftverkehr. Gerade bei lĂ€ngeren oder wiederholten VorfĂ€llen stiegen die Kosten sprunghaft.

70 Prozent aller Flugumleitungen wegen von Drohnensichtungen gingen auf umfangreiche StörfĂ€lle an Drehkreuzen wie MĂŒnchen und Frankfurt zurĂŒck, heißt es in der Studie, die auf Daten des Luftfahrt-Bundesamts basiert. Im Oktober hatte es mehrtĂ€gige EinschrĂ€nkungen am Flughafen MĂŒnchen wegen DrohnenĂŒberflĂŒgen gegeben, rund 10.000 Passagiere waren betroffen. Auch in Frankfurt kam es im Juli 2025 zu einem großen Vorfall. 

Weitreichende Folgen im Flugbetrieb

Drohnen sind seit Jahren ein Sicherheitsrisiko an deutschen FlughĂ€fen, da ein Zusammenstoß selbst mit einer Hobbydrohne bei hoher Geschwindigkeit Flugzeuge ernsthaft beschĂ€digen kann. 2024 hatte es laut DLR 118 gemeldete StörfĂ€lle durch Drohnen an deutschen FlughĂ€fen gegeben, neun davon fĂŒhrten zu einer vollstĂ€ndigen Einstellung des Flugbetriebs. Der Schaden lagen bei einer halben Million Euro. Große FĂ€lle wie im 2025 in MĂŒnchen gab es nicht. 

Die Folgen unautorisierter DrohnenflĂŒge reichten von Verzögerungen und Warteschleifen ĂŒber Umleitungen bis hin zu Betriebseinstellungen, so das DLR. FĂŒr Airlines entstĂŒnden Kosten etwa durch lĂ€ngere Flugzeiten, zusĂ€tzlichen Kerosinverbrauch sowie Passagierbetreuung und ErsatzflĂŒge. FlughĂ€fen seien besonders von Annullierungen betroffen, da sie zu EinnahmeausfĂ€llen bei den Entgelten fĂŒhrten, schreibt das DLR, das selbst an Technologien zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen forscht.

Hohe Strafen fĂŒr DrohnenflĂŒge

Drohnen in FlughafennĂ€he werden oft von Piloten und Tower-Lotsen gemeldet, zudem liefern die Detektionssysteme der Bundespolizei Hinweise. Genauere Kontrollen könnten zu höheren Fallzahlen beitragen. Meistens bleibt ungeklĂ€rt, wer die Drohnen steuert. Die Behörden vermuten neben unbedarften Hobby-Piloten auch geheimdienstliche oder terroristische HintergrĂŒnde. DrohnenflĂŒge sind im Umkreis von 1,5 Kilometer um FlughĂ€fen gesetzlich verboten und können mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren bestraft werden.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69498335 |

Weitere Meldungen

PlanmĂ€ĂŸiger Flugverkehr in MĂŒnchen nach Alarm Brandgeruch im Tower, Nachtflugverbot ausgesetzt: Am Flughafen MĂŒnchen brauchen Reisende zum Ende der Pfingstferien in Bayern Geduld. (Unterhaltung, 08.06.2026 - 10:00) weiterlesen...

Flugverkehr am Flughafen MĂŒnchen lĂ€uft nach Alarm wieder Brandgeruch im Tower, Nachtflugverbot ausgesetzt: Am Flughafen MĂŒnchen brauchen Reisende zum Ende der Pfingstferien Geduld. (Unterhaltung, 08.06.2026 - 06:50) weiterlesen...

Nach Feueralarm verlĂ€ngerter Flugbetrieb in MĂŒnchen. Inzwischen starten und landen wieder Maschinen. Die Ursache des Alarms wurde gefunden. Wegen Brandgeruchs im Tower stoppte der Flughafen MĂŒnchen am Abend den Betrieb fĂŒr etwa zwei Stunden. (Unterhaltung, 08.06.2026 - 01:26) weiterlesen...

Defektes Bauteil Grund fĂŒr Feueralarm am MĂŒnchner Flughafen. Der Betrieb lief nach zweistĂŒndiger Unterbrechung wieder an. Ein defektes Bauteil an der LĂŒftungsanlage fĂŒhrte zum Feueralarm im Tower des MĂŒnchner Flughafens. (Unterhaltung, 08.06.2026 - 00:17) weiterlesen...

Nach Feueralarm: Flughafen MĂŒnchen nimmt Betrieb wieder auf. Jetzt starten wieder erste Maschinen – die Ursache fĂŒr den Alarm bleibt vorerst unklar. Nach Brandgeruch im Tower musste der Flughafen MĂŒnchen am Abend den Betrieb stoppen. (Unterhaltung, 07.06.2026 - 22:51) weiterlesen...

Flughafen MĂŒnchen stellt Betrieb ein. Die Feuerwehr prĂŒft vor Ort, was passiert ist. Wegen einer unklaren Lage lĂ€uft der Flugbetrieb am Flughafen MĂŒnchen nur eingeschrĂ€nkt. (Unterhaltung, 07.06.2026 - 22:00) weiterlesen...