Drohnen verursachen Millionenkosten an deutschen FlughÀfen
08.06.2026 - 08:00:05 | dpa.deDie wachsende Zahl von Drohnensichtungen fĂŒhrt an deutschen FlughĂ€fen zu rasant steigenden Kosten. Im vergangenen Jahr wurden 226 DrohnenvorfĂ€lle gemeldet, zeigt eine Analyse des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR). Davon fĂŒhrten 116 zu Voll- und Teilsperrungen an 25 FlughĂ€fen, die Kosten fĂŒr den Luftverkehr beliefen sich auf geschĂ€tzt 60 Millionen Euro. BerĂŒcksichtige man Folgekosten aus Verzögerungen und gestörten UmlĂ€ufen sowie Flugannullierungen wegen Drohnensichtungen, steige der Schaden auf bis zu 160 Millionen Euro.
«Bereits kurze Störungen lösen im hochvernetzten Luftverkehrssystem betrĂ€chtliche Folgewirkungen aus», sagt Florian Linke, kommissarischer Direktor des DLR-Instituts fĂŒr Luftverkehr. Gerade bei lĂ€ngeren oder wiederholten VorfĂ€llen stiegen die Kosten sprunghaft.
70 Prozent aller Flugumleitungen wegen von Drohnensichtungen gingen auf umfangreiche StörfĂ€lle an Drehkreuzen wie MĂŒnchen und Frankfurt zurĂŒck, heiĂt es in der Studie, die auf Daten des Luftfahrt-Bundesamts basiert. Im Oktober hatte es mehrtĂ€gige EinschrĂ€nkungen am Flughafen MĂŒnchen wegen DrohnenĂŒberflĂŒgen gegeben, rund 10.000 Passagiere waren betroffen. Auch in Frankfurt kam es im Juli 2025 zu einem groĂen Vorfall.Â
Weitreichende Folgen im Flugbetrieb
Drohnen sind seit Jahren ein Sicherheitsrisiko an deutschen FlughĂ€fen, da ein ZusammenstoĂ selbst mit einer Hobbydrohne bei hoher Geschwindigkeit Flugzeuge ernsthaft beschĂ€digen kann. 2024 hatte es laut DLR 118 gemeldete StörfĂ€lle durch Drohnen an deutschen FlughĂ€fen gegeben, neun davon fĂŒhrten zu einer vollstĂ€ndigen Einstellung des Flugbetriebs. Der Schaden lagen bei einer halben Million Euro. GroĂe FĂ€lle wie im 2025 in MĂŒnchen gab es nicht.Â
Die Folgen unautorisierter DrohnenflĂŒge reichten von Verzögerungen und Warteschleifen ĂŒber Umleitungen bis hin zu Betriebseinstellungen, so das DLR. FĂŒr Airlines entstĂŒnden Kosten etwa durch lĂ€ngere Flugzeiten, zusĂ€tzlichen Kerosinverbrauch sowie Passagierbetreuung und ErsatzflĂŒge. FlughĂ€fen seien besonders von Annullierungen betroffen, da sie zu EinnahmeausfĂ€llen bei den Entgelten fĂŒhrten, schreibt das DLR, das selbst an Technologien zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen forscht.
Hohe Strafen fĂŒr DrohnenflĂŒge
Drohnen in FlughafennĂ€he werden oft von Piloten und Tower-Lotsen gemeldet, zudem liefern die Detektionssysteme der Bundespolizei Hinweise. Genauere Kontrollen könnten zu höheren Fallzahlen beitragen. Meistens bleibt ungeklĂ€rt, wer die Drohnen steuert. Die Behörden vermuten neben unbedarften Hobby-Piloten auch geheimdienstliche oder terroristische HintergrĂŒnde. DrohnenflĂŒge sind im Umkreis von 1,5 Kilometer um FlughĂ€fen gesetzlich verboten und können mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren bestraft werden.
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