Teilzeit-Krankschreibungen, Arbeit

ÄrzteprĂ€sident offen fĂŒr Teilzeit-Krankschreibungen

30.10.2024 - 15:18:50

Wenn man krank ist, geht man nicht zur Arbeit - oder könnte doch etwas in dosierter Form möglich sein, ohne die Genesung damit zu gefÀhrden?

ÄrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt ist offen dafĂŒr, dass BeschĂ€ftigte auch «Teilzeit-Krankschreibungen» fĂŒr einige Stunden am Tag bekommen können. «Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren sehr stark verĂ€ndert, insbesondere durch die Digitalisierung und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten», sagte der PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Trotzdem werde im Gesundheitswesen weiterhin nur grundsĂ€tzlich zwischen ArbeitsfĂ€higkeit und ArbeitsunfĂ€higkeit unterschieden. «Eine praktikable Form von Teilzeit-Krankschreibung fĂŒr einige Stunden tĂ€glich könnte den neuen Möglichkeiten Rechnung tragen und fĂŒr mehr FlexibilitĂ€t sorgen.» Der ÄrzteprĂ€sident betonte: «Klar ist natĂŒrlich, dass dabei das Wohlergehen und die ungefĂ€hrdete Genesung der Erkrankten immer an erster Stelle stehen muss.»

Arbeit in begrenztem Umfang möglich?

Reinhardt verwies auf gute Erfahrungen mit Wiedereingliederungsprogrammen nach langen Krankheitsphasen, bei denen die Arbeitszeit schrittweise erhöht wird. Diese Erfahrungen ließen sich sicher auch auf weniger schwere Erkrankungen ĂŒbertragen. «Ein Beispiel dafĂŒr sind Bagatellinfekte, bei denen der direkte Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen im BĂŒro vermieden werden sollte. In solchen FĂ€llen bietet das Arbeiten im Homeoffice aber unter UmstĂ€nden die Möglichkeit, im begrenzten Umfang berufliche Aufgaben wahrzunehmen und sich dennoch zu erholen.»

@ dpa.de