Nachfrage nach «Mobiler Briefmarke» steigt
07.09.2024 - 05:00:4075 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland gewinnt eine andere Art der Frankierung etwas an Bedeutung. Die sogenannte Mobile Briefmarke sei im vergangenen Jahr 13,8 Millionen Mal verkauft worden und damit 0,3 Millionen Mal hĂ€ufiger als 2022, teilte die Deutsche Post auf Anfrage mit. 2021 hatte der Wert mit neun Millionen noch deutlich niedriger gelegen, das Alternativangebot zu konventionellen Briefmarken war Ende 2020 gestartet.Â
Wie die Mobile Marke funktioniert
Wer einen Brief verschicken will, muss nicht mehr unbedingt in eine Postfiliale oder an einen Postautomaten gehen, um eine Briefmarke zum Bekleben eines Umschlags zu kaufen. Stattdessen kann er in der App «Post & DHL» Porto buchen. Dann bekommt er einen Code aus Zahlen und Buchstaben angezeigt. Diesen Code schreibt er mit einem Stift auf einen Briefumschlag, den die Post auf dem spĂ€teren Sendungsweg als Frankatur erkennt. Einen Aufpreis gibt es nicht - bezahlt wird das, was das Porto kostet, zum Beispiel 85 Cent fĂŒr einen Standardbrief. Der Service gilt nur fĂŒr das Inland.Â
Er ist - wie der Name schon sagt - fĂŒr Leute gedacht, die unterwegs sind und per App unkompliziert einen Brief frankieren wollen. Separat zur normalen Briefmarke gibt es schon seit lĂ€ngerem Internetmarken, bei denen Verbraucher QR-Codes bekommen und diese ausdrucken mĂŒssen.Â
Die Nachfrage nach der Mobilen Briefmarke zieht zwar etwas an, diese Art des Postwertzeichens bleibt aber eine Nische - nur circa ein Prozent der Briefe, die eine Briefmarke haben, hat besagte Mobile Marke. ZĂ€hlt man die Werbe- und Firmenpost hinzu, die von Maschinen mit Aufdrucken frankiert wird, ist der Anteil noch geringer.
Sinkende Nachfrage nach Briefmarken
Am 7. September 1949 gab die noch junge Bundespost ihre ersten Briefmarken heraus, also dreieinhalb Monate nach GrĂŒndung der Bundesrepublik. Es war eine grĂŒne Marke fĂŒr 10 Pfennig und eine rote fĂŒr 20 Pfennig. Zu sehen war das gleiche Motiv, und zwar ein Richtfest mit Bauarbeitern.Â
Die Nachfrage nach Briefmarken war jahrzehntelang hoch, schlieĂlich waren FerngesprĂ€che mit dem Telefon teuer und Briefe ein wichtiger Teil der Kommunikation mit Familie und Freunden. Im Internetzeitalter kamen Briefe aber allmĂ€hlich aus der Mode - die Menschen nutzten immer stĂ€rker Mails und Chats. 2001 hatte die Deutsche Post noch 22,7 Milliarden Briefsendungen befördert, 2023 waren es nur noch 12,5 Milliarden und damit 5,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.Â
Sind Briefe samt Briefmarke also ein Auslaufmodell? Zwar rechnet der Bonner Konzern DHL, dessen nationales BriefgeschĂ€ft unter Deutsche Post firmiert, mit weiter rĂŒcklĂ€ufigen Mengen, er bewertet diesen GeschĂ€ftszweig aber auch kĂŒnftig als bedeutend. «Die klassische Briefmarke wird weiterhin eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft haben, und zwar sowohl als Porto insbesondere fĂŒr die wertige, individuelle und ansprechende schriftliche Kommunikation als auch als Objekt fĂŒr Sammler und letztlich als Kulturgut Deutschlands», sagt Benjamin Rasch, Marketingchef des Konzernbereichs Post & Paket Deutschland.Â





