Deutschland, Verbraucher

Begehrte KĂŒhlgerĂ€te vielerorts vergriffen – und nun?

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 04:00 Uhr, dpa.de

Wer nach Ventilatoren oder KlimagerĂ€ten sucht, muss in diesen Tagen geduldig sein – und braucht GlĂŒck. Viele HĂ€ndler erwarten in diesem Sommer keine neue Ware mehr. Ein Überblick.

  • KlimagerĂ€te sind derzeit nicht ĂŒberall leicht zu bekommen. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    KlimagerĂ€te sind derzeit nicht ĂŒberall leicht zu bekommen. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Ventilatoren sind in diesen Wochen besonders begehrt. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
    Ventilatoren sind in diesen Wochen besonders begehrt. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
  • Split-Klimaanlagen verfĂŒgen ĂŒber eine Außen- und eine Inneneinheit. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Split-Klimaanlagen verfĂŒgen ĂŒber eine Außen- und eine Inneneinheit. - Bild: Marijan Murat/dpa
KlimagerĂ€te sind derzeit nicht ĂŒberall leicht zu bekommen. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Ventilatoren sind in diesen Wochen besonders begehrt. - Bild: Christoph Reichwein/dpa Split-Klimaanlagen verfĂŒgen ĂŒber eine Außen- und eine Inneneinheit. - Bild: Marijan Murat/dpa

In Deutschland ĂŒbersteigen die Temperaturen vielerorts wieder die 30-Grad-Marke. Auch in den eigenen vier WĂ€nden wird es ungemĂŒtlich. Der Deutsche Wetterdienst hat tropische NĂ€chte vorhergesagt. Die Verbraucher rĂŒsten sich. In vielen GeschĂ€ften sind Ventilatoren und KĂŒhlgerĂ€te aber vergriffen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

Wie ist die Situation bei den HĂ€ndlern?

Die Hitzewelle habe die Nachfrage explodieren lassen, sagt Steffen Kahnt, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bundesverbands Technik des Einzelhandels (BVT). Die GerĂ€te seien inzwischen weitestgehend ausverkauft. 

Hornbach: Bei der Baumarktkette sind nur noch vereinzelt Ventilatoren verfĂŒgbar, mobile KlimagerĂ€te nicht mehr, sagt ein Sprecher. Einen Liefertermin fĂŒr Nachschub gebe es derzeit nicht. 

Bauhaus: Bei Ventilatoren und mobilen KlimagerĂ€ten sind einzelne Modelle nach Angaben eines Sprechers regional ausverkauft, andere je nach Markt in begrenzter Anzahl verfĂŒgbar. Die Filialen werden aktuell mit neuer Ware beliefert. «Weitere Mengen werden in diesem Sommer jedoch nicht mehr erwartet», heißt es. Neue Bestellungen trĂ€fen erst im Herbst ein.

MediaMarktSaturn: «Aufgrund der anhaltenden Hitzeperiode verzeichnen wir weiterhin eine sehr hohe Nachfrage nach Ventilatoren und KlimagerĂ€ten», teilt die Elektronikfachmarktkette mit. Besonders angespannt ist die Lage bei mobilen KlimagerĂ€ten. Die Filialen erhalten in diesen Tagen erneut Nachschub. FĂŒr die laufende Sommersaison seien dann keine Nachlieferungen mehr zu erwarten.

Euronics: Die Nachfrage ĂŒbersteige vielfach das Angebot, heißt es. Einige Modelle seien nur noch eingeschrĂ€nkt verfĂŒgbar oder ausverkauft. Weitere Warenlieferungen werden in den kommenden Wochen erwartet.

Otto: «Bei uns sind derzeit noch ausreichend Ventilatoren und KlimagerĂ€te erhĂ€ltlich», sagt ein Sprecher. Besonders preiswerte GerĂ€te seien kurzfristig ausverkauft gewesen, sollten aber in den nĂ€chsten zwei Wochen wieder verfĂŒgbar sein.

Expert: «Viele GerĂ€te sind inzwischen ausverkauft, sodass aktuell nur noch vereinzelt RestbestĂ€nde verfĂŒgbar sind», sagt eine Sprecherin. Nur in einzelnen MĂ€rkten könnten Kunden noch fĂŒndig werden. Nachlieferungen kĂ€men jedoch regelmĂ€ĂŸig.

Wurde der Einzelhandel vom Wetter ĂŒberrascht?

 «Das Ausmaß dieser Entwicklung war nur schwer vorhersehbar», heißt es von Euronics. Die Bedarfsplanung orientiere sich an den Erfahrungen und Verkaufszahlen der Vorjahre. Vergleichbar langanhaltende Hitzeperioden seien bislang die Ausnahme gewesen. 

Vor allem bezahlbare und qualitativ gute GerĂ€te ließen sich nicht per Knopfdruck nachliefern, sagt BVT-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Kahnt. Produktion und Transport brĂ€uchten Zeit. Der Handel könne keine riesigen VorrĂ€te fĂŒr heiße Wochen bereithalten. «Das wĂŒrde enorme Lagerkosten verursachen und viel Kapital binden.» Mit dem Risiko, dass die GerĂ€te im schlimmsten Fall bis zum nĂ€chsten oder sogar ĂŒbernĂ€chsten Sommer im Lager stĂŒnden.

Gibt es Alternativen?

Neben Ventilatoren und mobilen KlimagerĂ€ten können Verbraucher auch zu fest installierten Split-Klimaanlagen greifen – also zu GerĂ€ten mit Innen- und Außeneinheit. Die Anlagen sind in der Regel leistungsfĂ€higer und effizienter, aber auch teurer. Abhilfe bringen sie derzeit auf die Schnelle aber nicht. 

Die Nachfrage sei extrem hoch, teilt der Verband Deutscher KÀlte-Klima-Fachbetriebe mit. «Sehr viele Kunden wollen noch möglichst kurzfristig eine Klimaanlage installiert bekommen.» GerÀte seien zwar ausreichend vorhanden. Die Betriebe seien in den Sommermonaten mit Service, Reparatur und Wartung bestehender Anlagen allerdings so stark ausgelastet, dass ein Einbau nicht kurzfristig möglich sei. Die durchschnittliche Wartezeit liegt dem Verband zufolge bei gut drei Monaten. 

Split-Klimaanlagen sind auch in BaumĂ€rkten erhĂ€ltlich. Laut Verband dĂŒrfen die GerĂ€te jedoch nur von zertifizierten Betrieben installiert werden. Die Anlagen arbeiten mit KĂ€ltemitteln, die bei unsachgemĂ€ĂŸem Einbau entweichen können.

Wie verbreitet sind Klimaanlagen?

17 Prozent haben eine Klimaanlage zu Hause, wie eine reprĂ€sentative YouGov-Umfrage zeigt. 20 Prozent planen demnach, sich eine zuzulegen. Der Anteil ist damit innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Im Juli 2025 lag er noch bei 10 Prozent. 15 Prozent besaßen damals bereits eine.

Besonders stark ausgeprÀgt sind die KaufplÀne laut Umfrage derzeit bei Menschen zwischen 25 und 54 Jahren. Bis zu 27 Prozent von ihnen beabsichtigen, sich ein GerÀt anzuschaffen.

YouGov befragte am 8. Juli mehr als 3.300 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland, knapp ein Jahr zuvor am 31. Juli 2025 nahmen gut 3.000 an der Umfrage teil. Der Begriff Klimaanlage war dabei nicht nĂ€her definiert. Er umfasst sowohl Split-Anlagen als auch mobile KlimagerĂ€te, bei denen die warme Luft ĂŒber einen Abluftschlauch nach draußen geleitet wird. 

Wie hat sich der Verkauf entwickelt?

Der Absatz von RaumklimagerĂ€ten - meist Split-Klimaanlagen - stieg zwischen 2023 und 2025 von rund 260.000 auf 320.000 StĂŒck, wie der Fachverband GebĂ€ude-Klima mitteilt. FĂŒr 2026 liegen noch keine Zahlen vor, weiteres Wachstum wird aber erwartet. 

2020 waren bereits etwa 350.000 GerĂ€te abgesetzt worden. Die meisten Anlagen stammen von asiatischen Herstellern wie Panasonic, Mitsubishi, LG und Daikin, werden aber großteils in Europa produziert. Mobile KlimagerĂ€te sind in den Daten nicht enthalten.

Was hilft noch bei Hitze?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband rĂ€t, tagsĂŒber möglichst Fenster und TĂŒren zu schließen, damit warme Luft nicht eindringt. Auch Jalousien oder RolllĂ€den könnten helfen. GelĂŒftet werden sollte erst, sobald es draußen kĂŒhler ist als drinnen - idealerweise nachts. Um fĂŒr Durchzug zu sorgen, sollten die Fenster weit geöffnet werden. Empfohlen wird zudem, unnötige WĂ€rmequellen auszuschalten – etwa einen zweiten KĂŒhlschrank.

de | wirtschaft | 69769905 |

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