Postversand verlangsamt sich und wird teurer
26.12.2024 - 05:05:36Wer in Deutschland einen Brief verschickt, der muss sich ab dem neuen Jahr etwas mehr in Geduld ĂŒben als frĂŒher - und dafĂŒr wegen einer zeitgleich greifenden Portoerhöhung mehr Geld ausgeben.Â
Zum Jahreswechsel tritt eine gesetzliche Regelung in Kraft, der zufolge die Deutsche Post die allermeisten Briefe - und zwar 95 Prozent - erst am dritten Werktag nach Einwurf des Briefs beim Adressaten abgegeben haben muss.
Der alte Pflichtwert, wonach 80 Prozent der heute eingeworfenen Menge schon am nĂ€chsten Werktag da sein mĂŒssen, ist Geschichte. Die Deutsche Post, wie das BriefgeschĂ€ft des Logistikriesen DHL heiĂt, kann wegen des verminderten Zeitdrucks Kosten senken.Â
Der Bonner Konzern verlangsamt seine ZustellablĂ€ufe aber nicht sofort, sondern schrittweise bis Ende 2026 oder Anfang 2027 - erst dann sollen die AblĂ€ufe den neuen Vorgaben entsprechen, dann dĂŒrften also die allermeisten Briefe erst nach drei Tagen angekommen sein.
Briefversand dauert vorerst zwei Werktage
Auf dem Weg dahin ist 2025 fĂŒr die Post ein Ăbergangsjahr. «Die Mindestvorgaben des neuen Postgesetzes zur Brieflaufzeit werden wir noch gar nicht ausschöpfen», sagt der Produktchef der Deutschen Post, Benjamin Rasch. «Briefe werden kĂŒnftig in der Regel am zweiten Tag nach der Einlieferung beim EmpfĂ€nger ankommen, also einen Tag spĂ€ter als bisher.»
Der Manager betont, dass es Kunden beim Briefversand in erster Linie um ZuverlĂ€ssigkeit gehe und nicht um Geschwindigkeit. Alles in allem werde sich fĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher beim Briefversand 2025 gar nicht so viel Ă€ndern.Â
Separat zur Post von Privatleuten gibt es Firmenkundenpost. In diesem Marktsegment haben bestimmte Firmenkunden weiterhin VertrÀge, denen zufolge ihre SchriftsÀtze - etwa wichtige Versicherungsdokumente oder Bankunterlagen - im Regelfall schon am nÀchsten Werktag beim EmpfÀnger sind. Andere Firmenpost, die weniger zeitkritisch ist, braucht lÀnger.
Briefkasten wird hÀufiger leer sein
FĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher bedeuten die Ănderungen, dass ihr Briefkasten im kommenden Jahr im Schnitt hĂ€ufiger leer sein wird als zuvor. Denn die Post flexibilisiert ihr Zustellsystem: Wenn ihr IT-System erkennt, dass ein Verbraucher beispielsweise an einem Dienstag einen Brief bekommen soll und am darauffolgenden Mittwoch einen weiteren Brief, so wird der erste Brief zurĂŒckgehalten und erst mit dem zweiten Brief am Mittwoch zugestellt.
Dadurch kann sich der BrieftrĂ€ger den Weg zum Briefkasten einmal sparen - er muss also weniger Zeit investieren, um diese zwei Briefe einzuwerfen. Diese flexible Zustellung wird schrittweise ausgebaut.Â
Der neuen Gesetzesvorschrift zufolge ist es erlaubt, dass jeweils ein Brief am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gebĂŒndelt als drei Briefe am selben Tag - in diesem Beispiel am Donnerstag - zugestellt werden.
Eilige Briefe werden als Einschreiben versandt
Wer es eilig hat, etwa bei spĂ€t abgegebener Geburtstagspost, der hat trotz der Systemumstellung auch kĂŒnftig gute Chancen auf eine baldige Zustellung. DafĂŒr muss er allerdings ein Einschreiben aufgeben, was in den meisten FĂ€llen schon am nĂ€chsten Werktag beim EmpfĂ€nger sein soll.Â
Das kostet 2,35 Euro mehr als ein normaler Brief, also insgesamt 3,30 Euro: Das Porto eines normalen, bis zu 20 Gramm schweren Briefs - eines Standardbriefs - steigt zum Jahreswechsel von 85 auf 95 Cent.Â
Der Preis fĂŒr den Versand von anderen Briefarten und DHL-Paketen erhöht sich ebenfalls. Wer noch alte Briefmarken hat, kann diese weiter benutzen - sie bleiben gĂŒltig, die Sendungen mĂŒssen aber zusĂ€tzlich frankiert werden.







