Klimaschutz, Wettbewerb

Wie die europÀische Chemieindustrie ihre Zukunft durch Spezialisierung, Innovation und starke Industriestandorte sichern kann

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:40 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Hamburg - Die europĂ€ische Chemieindustrie steht unter spĂŒrbarem Druck: Hohe Energie- und Rohstoffkosten, internationale Konkurrenz, strengere Regulierung und der Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft verĂ€ndern die Branche. Gleichzeitig bleibt sie ein wichtiger Pfeiler der europĂ€ischen Industrie. Um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben, muss die Chemieindustrie in Deutschland und Europa effizienter produzieren, Innovationen vorantreiben und sich stĂ€rker auf hochwertige Spezialprodukte ausrichten. Chancen liegen vor allem in Advanced Materials, KatalysatortrĂ€gern, Spezialtensiden und Lösungen fĂŒr Kreislaufwirtschaft und Energiewende. DafĂŒr braucht es leistungsfĂ€hige Industriestandorte, eine verlĂ€ssliche Energieversorgung, moderne Infrastruktur sowie gute Bedingungen fĂŒr Investitionen und Forschung. So kann die Chemieindustrie ihre industrielle StĂ€rke erhalten und neue WachstumsmĂ€rkte erschließen.

Wie die europÀische Chemieindustrie ihre Zukunft durch Spezialisierung, Innovation und starke Industriestandorte sichern kann - Bild: presseportal.de
Wie die europÀische Chemieindustrie ihre Zukunft durch Spezialisierung, Innovation und starke Industriestandorte sichern kann - Bild: presseportal.de

Antje Gerber verantwortet als Executive Vice President (EVP) das internationale ChemiegeschĂ€ft von Sasol. Im Interview spricht sie ĂŒber die Bedeutung von KundenwĂŒnschen, die Erweiterung am etablierten Standort BrunsbĂŒttel und die Frage, wie sich Klimaschutz und WettbewerbsfĂ€higkeit verbinden lassen.

Frau Gerber, wie kann Europas Chemieindustrie Innovationen schneller vom Labor in die industrielle Produktion bringen?

Innovation schafft erst dann Wert, wenn sie den industriellen Maßstab erreicht und konkrete Kundenanforderungen löst. DafĂŒr mĂŒssen Forschung, Kunden und Produktion frĂŒh zusammenarbeiten. Wir beziehen Kunden von Beginn an ein und prĂŒfen Anwendungen unter realen Bedingungen. Unsere Ergebnisse im GeschĂ€ftsjahr 2026 zeigen, dass dieser Ansatz wirkt: KundennĂ€he, Portfoliooptimierung, operative Exzellenz und Kostendisziplin haben trotz schwieriger MĂ€rkte zu besseren Ergebnissen beigetragen. In BrunsbĂŒttel verbinden wir Forschung, Analytik und industrielle Fertigung. Das beschleunigt Tests und Skalierung und bringt differenzierte Lösungen schneller zu unseren Kunden.

Sasol investiert 60 Millionen Euro in BrunsbĂŒttel. Was macht einen europĂ€ischen Produktionsstandort langfristig wettbewerbsfĂ€hig?

Ein wettbewerbsfÀhiger Standort braucht qualifizierte Mitarbeitende, hohe Sicherheits- und QualitÀtsstandards, KundennÀhe sowie verlÀssliche Infrastruktur und wettbewerbsfÀhige Energiepreise. Ebenso wichtig ist ein klares Profil. Unser Ansatz lautet "value over volume": Wir setzen Kapital diszipliniert dort ein, wo nachhaltige Wettbewerbsvorteile und langfristige Nachfrage zusammenkommen. Diese Ausrichtung hat im GeschÀftsjahr 2026 zu besseren Ergebnissen und einer stÀrkeren Bilanz beigetragen; das bereinigte EBITDA ist deutlich gestiegen.

In BrunsbĂŒttel investieren wir 60 Millionen Euro in zusĂ€tzliche KatalysatortrĂ€ger-KapazitĂ€ten im GeschĂ€ftsbereich Advanced Materials. Der Standort verfĂŒgt ĂŒber jahrzehntelanges Spezial-wissen, und die Nachfrage wĂ€chst. Die Investition stĂ€rkt die Versorgung unserer Kunden und unterstreicht die Bedeutung BrunsbĂŒttels fĂŒr unser internationales GeschĂ€ft. So schaffen wir Wert durch Technologie und Produktion - statt durch Volumen um seiner selbst willen.

Wie lassen sich Klimaschutz und internationale WettbewerbsfÀhigkeit miteinander verbinden?

Antje Gerber: Klimaschutz und WettbewerbsfĂ€higkeit sollten sich gegenseitig verstĂ€rken. Deshalb investieren wir bevorzugt in Maßnahmen, die Umweltleistung, operative Effizienz und Resilienz stĂ€rken.

Bei jeder Investition prĂŒfen wir Kundennutzen, Emissionsminderung, Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Ertrag. Die Erweiterung in BrunsbĂŒttel ist dafĂŒr ein Beispiel: Sie soll Energieeffizienz und KapazitĂ€t erhöhen und den CO2-Fußabdruck der KatalysatortrĂ€ger-Produktion je Tonne um bis zu 15 Prozent senken. Am Standort nutzen wir erneuerbaren Strom und Dampf aus Biomasse.

Die Ergebnisse im GeschĂ€ftsjahr 2026 zeigen: Eine resiliente, wettbewerbsfĂ€hige Chemieindustrie kann eher in Innovation, Nachhaltigkeit und kĂŒnftiges Wachstum investieren. Damit die Transformation gelingen kann, mĂŒssen Politik und Behörden liefern. Wir brauchen wettbewerbsfĂ€hige Energiepreise, leistungsfĂ€hige Netze, schnellere Genehmigungen und Investitionssicherheit fĂŒr die gesamte Chemieindustrie.

Pressekontakt:

N: Cristina Miranda Zerr
T: +49 40 63684-1027
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