Studienkredite brechen ein - KfW-Angebot «am Nullpunkt»
06.07.2025 - 17:00:44Die Zahl der NeuabschlĂŒsse bei Studienkrediten ist in den vergangenen zehn Jahren drastisch gesunken. 2024 wurden nur noch knapp 13.000 neue VertrĂ€ge abgeschlossen â vor zehn Jahren waren es noch fast 60.000. Das geht aus dem aktuellen Studienkredittest des CHE Centrum fĂŒr Hochschulentwicklung hervor. Zuerst hatte das «Handelsblatt» berichtet.
Besonders stark betroffen ist demnach der staatseigene Anbieter KfW. Dessen Studienkreditangebot nĂ€here sich «dem Nullpunkt», sagte Ulrich MĂŒller von der CHE-GeschĂ€ftsleitung. Als Hauptursache nennt er die «unattraktiven Konditionen», insbesondere den derzeit gĂŒltigen Zinssatz von 6,3 Prozent.
Zwar will sich die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag fĂŒr faire Kreditkonditionen einsetzen und ein Produkt mit Zinsbindung bereitstellen. Konkrete UmsetzungsplĂ€ne sind jedoch bislang nicht bekannt. Eine Anfrage an das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung blieb laut Bericht unbeantwortet.
Die Auswirkungen könnten gravierend sein: «Da nichtstaatliche Anbieter die LĂŒcke nur punktuell schlieĂen können, haben zahlreiche Studierende das Nachsehen», so MĂŒller. «Die KfW lĂ€sst sie im Regen stehen â damit droht faktisch der Zwang zum Nebenjob, ein verlĂ€ngertes Studium oder im schlimmsten Fall der Studienabbruch.»


