Baden-Württemberg, Deutschland

Euronics sieht Chancen bei MediaMarktSaturn-Übernahme

06.04.2026 - 04:00:20 | dpa.de

Wie verändert sich der Elektrofachhandel, wenn JD.com aus China MediaMarktSaturn übernimmt? Euronics etwa sieht dadurch durchaus Chancen. So will der Euronics-Chef daraus Kapital schlagen.

  • Euronics zu geplanter Mediamarkt-Saturn-Übernahme: Chance und Risiko. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa
  • Euronics-Chef Benedict Kober: Enger Austausch mit den Herstellern. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa
  • MediaMarktSaturn: E-Commerce-Riesen JD.com plant Übernahme. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Euronics zu geplanter Mediamarkt-Saturn-Übernahme: Chance und Risiko. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa Euronics-Chef Benedict Kober: Enger Austausch mit den Herstellern. (Archivbild)  - Foto: Marijan Murat/dpa MediaMarktSaturn: E-Commerce-Riesen JD.com plant Übernahme. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Euronics-Chef Benedict Kober sieht durch die geplante Übernahme von Europas größtem Elektronikfachhändler MediaMarktSaturn durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com neue Perspektiven für das eigene Geschäft. Die geplante Übernahme bedeute Chance und Risiko. «Mit einem spürbaren Übergewicht auf Chance», sagte Kober der Deutschen Presse-Agentur am Sitz der Genossenschaft im schwäbischen Ditzingen bei Stuttgart.

Da die Ladenflächen vermutlich nicht ausgebaut würden, müssten bisherige Produkte entsprechend substituiert werden. Euronics stehe im engen Austausch mit den Herstellern. Umsätze, die sie dann womöglich nicht mehr bei MediaMarktSaturn erzielen, könnten sie bei Euronics machen.

Im Fall der Übernahme rechnete Kober im Sortiment des Konkurrenten MediaMarktSaturn künftig mit einem höheren Anteil chinesischer Produkte. Es sei eine fundierte Mutmaßung, dass chinesische Fabrikate einen deutlich stärkeren Fokus bekommen werden.

Euronics setzt auf Premium

Im TV-Markt sei der Durchschnittspreis durch chinesische Fabrikate bereits erheblich unter Druck gekommen. Das könne natürlich auch an anderer Stelle passieren. Davon könne am Ende aber keiner ein sehr profitables Geschäft gestalten. Entsprechend müsse Euronics den Premiumanteil im Sortiment hochhalten, um entsprechende Erträge erwirtschaften zu können, die es für solche Ladenflächen brauche. Kober sehe die Chance, Kundinnen und Kunden im wertigeren Bereich ein Angebot formulieren zu können, damit diese künftig bei Euronics einkaufen. 

JD.com sei stark auf die Logistik und Lieferketten ausgerichtet. Sollten sie diesen Ansatz auch in Deutschland verfolgen, würden beispielsweise Themen wie Lieferungen am selben Tag im Vordergrund stehen. Kundinnen und Kunden in Deutschland seien es gewohnt, in einen Laden zu gehen und dort die Ware direkt auf der Ladenfläche oder an der Warenausgabe mitzunehmen. Ob sie es annehmen würden, ein Produkt zum Beispiel in sechs Stunden nach Hause geliefert zu bekommen, werde man sehen. Für Euronics spreche zudem die Fachberatung und persönliche Nähe zu den Kunden, sagte Kober. 

Experte: «über Beratung und Servicekompetenz profilieren»

Auch Handelsexperte Kai Hudetz sieht durch die geplante Übernahme von MediaMarktSaturn Chancen für Ketten wie Euronics oder Electronic Partner. Er erwartet, dass diese sich künftig «noch klarer über persönliche Beratung, Servicekompetenz und Kundennähe profilieren können». Und damit über jene Faktoren, die digitale Plattformen deutlich schwieriger abbilden könnten. Studien zeigten, dass zwei Drittel der Konsumenten starke Vorbehalte gegenüber Plattformen aus Fernost haben.

«Stationäre Wettbewerber von MediaMarktSaturn könnten ihre Verankerung in Deutschland und der jeweiligen Region noch stärker als Verkaufsargument nutzen», sagte der Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts IFH Köln. Vieles spreche dafür, dass JD.com die Übernahme nach außen möglichst unauffällig gestalten werde, um die Markenwahrnehmung weitgehend zu bewahren. 

JD.com hatte im vergangenen Sommer ein Übernahmeangebot für den MediaMarktSaturn-Mutterkonzern Ceconomy abgegeben und sich wenige Monate später die Mehrheit der Aktien gesichert. In mehreren Ländern steht die finale Freigabe jedoch noch aus.

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