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WDH / Spitze der Unionsfraktion: VerstĂ€ndnis fĂŒr Polens AsylplĂ€ne

15.10.2024 - 10:45:09

(Wiederholung: 2. Absatz, Tusks Amt ergĂ€nzt.)BERLIN - Die Spitze der Unionsfraktion Ă€ußert VerstĂ€ndnis fĂŒr polnische PlĂ€ne fĂŒr eine vorĂŒbergehende Aussetzung des Rechts auf Asyl.

(Wiederholung: 2. Absatz, Tusks Amt ergÀnzt.)

BERLIN (dpa-AFX) - Die Spitze der Unionsfraktion Ă€ußert VerstĂ€ndnis fĂŒr polnische PlĂ€ne fĂŒr eine vorĂŒbergehende Aussetzung des Rechts auf Asyl. Wenn Moskau Migranten in einer hybriden KriegsfĂŒhrung einsetze und via Russland und Belarus ĂŒber die Grenze nach Polen schiebe, werde das Asylrecht ad absurdum gefĂŒhrt, sagte der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten, Thorsten Frei (CDU), in Berlin. "Es ist eine pure SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass der polnische Staat sich dagegen auch wehrt."

Polens MinisterprÀsident Donald Tusk könne als Ex-PrÀsident des EuropÀischen Rates schwerlich als AntieuropÀer bezeichnet werden, wenn er verhindern wolle, dass die Integration mit der Ankunft von Migranten nicht mehr Schritt halten könne und Deutschland hier als Negativbeispiel nenne, sagte Frei.

In diesem Zusammenhang betonte der CDU-Politiker, Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) werde fĂŒr die voraussichtlich an diesem Freitag geplanten Abstimmung ĂŒber das geplante Gesetzespaket der Ampel-Koalition fĂŒr mehr innere Sicherheit Ablehnung empfehlen. Es gebe keinen Grund, diesen "schlechten Gesetzen" zuzustimmen.

Polens Regierung will heute ĂŒber die vorĂŒbergehende Aussetzung des Rechts auf Asyl beraten. Sollte es dazu kommen, muss Warschau Gegenwind der EU-Kommission befĂŒrchten.

Frei gegen Drittstaatenlösung mit den Westbalkan-LÀndern

Frei schloss im Zusammenhang mit den von der Union verlangten Regelungen fĂŒr Asylverfahren in sogenannten sicheren Drittstaaten eine Lösung mit den Westbalkanstaaten aus. Zu diesen gehören die EU-Beitrittskandidaten Serbien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien sowie Kosovo, das als potenzieller Beitrittskandidat gilt.

Eine entsprechende Regelung von Italien mit Albanien werde fĂŒr die EU oder Deutschland nicht funktionieren, sagte Frei. Er gehe nicht davon aus, dass Italien seiner Verantwortung nachkomme und bei einer Ablehnung von AsylantrĂ€gen dafĂŒr sorgen werde, dass die Bewerber in ihre HerkunftslĂ€nder zurĂŒckkehren wĂŒrden. Vielmehr werde Albanien dann "die Tore öffnen" und die Migranten ĂŒber die Westbalkanroute vor allem nach Deutschland ziehen lassen. Italien wolle so seine Migrationsprobleme ĂŒber Albanien in Richtung Westeuropa und Deutschland lösen, kritisierte Frei.

@ dpa.de