Winterreifen-Test: Nur 6 von 32 Modellen erhalten beim ÖAMTC ein „gut“
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn Österreich greift ab dem 1. November bis zum 15. April die situative Winterausrüstungspflicht. Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen sind auf den Straßen ausschließlich Reifen mit dem Alpinsymbol und dem Schneeflockenzeichen zulässig, was sowohl klassische Winter- als auch entsprechend gekennzeichnete Ganzjahresreifen umfasst. Der Verkehrsclub ÖAMTC weist vor diesem Hintergrund auf die technischen und rechtlichen Anforderungen hin.
ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl rät Autofahrern zu einem frühzeitigen Termin für den Reifenwechsel, um Engpässe in den Werkstätten zu vermeiden und rechtzeitig auf winterliche Witterung vorbereitet zu sein.
Testergebnisse und Empfehlungen zur Profiltiefe
Die Sicherheitsreserven vieler Reifenmodelle variieren erheblich. Im ÖAMTC-Winterreifentest 2026 erhielten lediglich 6 von 32 getesteten Reifen die Bewertung „gut“. Neben den qualitativen Unterschieden des Gummis spielt der Abnutzungsgrad eine entscheidende Rolle für die Fahrstabilität auf nasser oder verschneiter Fahrbahn.
Während die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Winterreifen in Österreich bei 4 mm liegt, empfiehlt der Verkehrsclub zu Beginn der Wintersaison ein Restprofil von 5 bis 6 mm.
Messungen im Rahmen der ÖAMTC-Tests belegen die Notwendigkeit dieser Sicherheitsmarge: Bei Erreichen der gesetzlichen Mindestgrenze von 4 mm Restprofil büßen Winterreifen im Durchschnitt bis zu 25 % ihrer Leistungsfähigkeit bei der Wasserverdrängung ein, wodurch das Aquaplaning-Risiko spürbar zunimmt.
Regelungen und Sanktionen in Deutschland
Auch in Deutschland sieht die Straßenverkehrsordnung eine situative Winterreifenpflicht nach § 2 StVO vor. Diese greift bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- oder Reifglätte. Der ADAC Nordrhein stellt klar, dass es im deutschen Recht keinen festen Kalendertag für den Umstieg gibt. Sobald jedoch winterliche Straßenverhältnisse vorherrschen, müssen vorschriftsmäßige Reifen montiert sein.
Der Bußgeldkatalog sieht bei Verstößen gegen die situative Ausrüstungspflicht spürbare Sanktionen vor:
- Bei falscher Bereifung drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt im Fahreignungsregister.
- Entsteht durch die unpassende Bereifung eine Behinderung des Verkehrs, steigt der Betrag auf 80 Euro.
- Bei einer konkreten Gefährdung werden 100 Euro fällig.
- Verursacht das Fahrzeug mit Sommerreifen unter winterlichen Bedingungen einen Unfall, liegt das Bußgeld bei 120 Euro.
Nur 6 von 32 getesteten Winterreifen schneiden im aktuellen Test mit „gut“ ab — und bei 4 mm Restprofil verlieren Reifen im Schnitt bis zu 25 % ihrer Wasserverdrängung. Wer jetzt Profiltiefe und Alpinsymbol prüft, fährt sicherer und spart sich Bußgeld und Punkt. Kostenlosen Winterreifen-Check jetzt anfordern
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Reifen beträgt in Deutschland 1,6 mm. Der ADAC rät Autofahrern jedoch dringend dazu, wie in den Nachbarländern auf mindestens 4 mm Profiltiefe bei Winter- und Ganzjahresreifen zu achten. Zudem gibt es keine gesetzlich festgeschriebene Altersgrenze für Pneus. Fachleute von ADAC und TÜV empfehlen allerdings, Pneus nach maximal acht beziehungsweise nach sechs bis zehn Jahren auszutauschen.
Ganzjahresreifen bleiben ein Kompromiss
Für viele Fahrzeughalter stellen Ganzjahresreifen eine vermeintlich unkomplizierte Alternative dar. ADAC-Sprecher Fabian Fährmann verweist jedoch darauf, dass Ganzjahresmodelle stets einen Kompromiss darstellen. Sie eignen sich vor allem für Gelegenheitsfahrer unter gemäßigten Witterungsbedingungen, sind jedoch weder für dauerhaft extreme Sommerhitze noch für harte Winterperioden konzipiert.
Untersuchungen verdeutlichen diese Einschränkungen. In einem ADAC-Test für Kleinwagen erwiesen sich 8 von 16 getesteten Ganzjahresreifenmodellen als nicht empfehlbar, während lediglich ein einziges Modell voll überzeugen konnte. Der Anschaffungspreis bot dabei keinen verlässlichen Anhaltspunkt für die gebotene Sicherheit.
Im ADAC-Test 2025 erzielten beispielsweise die Modelle Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 und Continental AllSeasonContact 2 mit einer Note von 2,3 und einem mittleren Preis von 135 Euro den Testsieg. Der mit 145 Euro teurere Michelin Crossclimate 2 kam hingegen nur auf die Note 2,7.
Umfassender Fahrzeugcheck vor der kalten Jahreszeit
Experten von ADAC, DEKRA und Sixt betonen, dass die Vorbereitung auf den Winter über den reinen Reifenwechsel hinausgehen muss. Zur Orientierung für den Reifenwechselzeitraum dient oft die O-bis-O-Regel von Oktober bis Ostern.
Bei Glatteis und Schneematsch zählt jede Profilreserve: Schon bei falscher Bereifung drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt, bei einem Unfall bis zu 120 Euro. Der kostenlose Check zeigt Ihnen die drei wichtigsten Schritte vor dem ersten Frost — von der Profilmessung bis zum Werkstatttermin. Die 3 wichtigsten Schritte jetzt sichern
Vor Beginn des Winters sollten Fahrzeughalter sieben wesentliche Prüfpunkte kontrollieren:
- Reifenprofil und Zustand
- Vollständige Fahrzeugbeleuchtung
- Zustand der Starterbatterie
- Frostschutzmittel im Scheiben- und Kühlwasser
- Funktionsfähigkeit der Scheibenwischer
- Pflege der Türdichtungen
- Vollständigkeit der Winterausrüstung im Fahrzeug
Nach Angaben des ADAC ist eine streikende Starterbatterie die Pannenursache Nummer eins im Winter. Bei Batterien, die älter als fünf Jahre sind, rät Sixt zu einer fachmännischen Prüfung in der Werkstatt. Beim Kühlwasserfrostschutz sollte darauf geachtet werden, dass die Mischung für Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius ausgelegt ist.
