KI-Gigafactories: EU investiert 30 Milliarden fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EuropĂ€ische Kommission hat das Auswahlverfahren fĂŒr bis zu sieben KI-Gigafactories gestartet. Insgesamt flieĂen mehr als 30 Milliarden Euro in den Aufbau einer unabhĂ€ngigen europĂ€ischen KI-Infrastruktur. Das Programm soll die AbhĂ€ngigkeit von US-Cloud-Anbietern und Technologiekonzernen verringern.
Milliarden fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t
Das Finanzierungskonzept kombiniert öffentliche und private Mittel. Bis zu 10 Milliarden Euro kommen aus Fördergeldern, mindestens 20 Milliarden Euro sollen private Investoren beisteuern. Die Förderung lÀuft in zwei Leistungsklassen: Bis zu vier Projekte erhalten jeweils 500 Millionen Euro, bis zu drei weitere jeweils eine Milliarde Euro.
Die Auszahlung erfolgt phasenweise. In der ersten Stufe flieĂen je nach Projektklasse 100 oder 200 Millionen Euro, nach erfolgreichem Abschluss folgen 400 beziehungsweise 800 Millionen Euro. Pro Rechenzentrum sind rund 75.000 Nvidia-H100-Grafikprozessoren vorgesehen.
EuropÀische Standards als Pflicht
Die Rechenzentren mĂŒssen zwingend innerhalb der EU liegen und unter europĂ€ischer Kontrolle stehen. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden sollen damit Zugriff auf HochleistungsrechenkapazitĂ€ten erhalten â ohne Umwege ĂŒber US-Hyperscaler.
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EU-Tech-Kommissarin Henna Virkkunen nennt den Start einen Meilenstein fĂŒr die technologische SouverĂ€nitĂ€t des Kontinents. Die Auflagen sind streng: Datenschutz, Sicherheit und Ethik nach europĂ€ischen Standards, der Betrieb muss mit erneuerbaren Energien erfolgen.
Deutsche Unternehmen zeigen Interesse
Am Vorhaben beteiligen sich 18 Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, Italien, Spanien und Polen. Aus Deutschland haben mehrere Unternehmen Interesse signalisiert: die Deutsche Telekom, Schwarz Digits, Ionos in Kooperation mit Hochtief sowie die Anbieter Impossible Cloud und Blue Swan.
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Interessierte Konsortien können bis zum 12. November 2026 ihre Unterlagen einreichen. Die ZuschlĂ€ge sollen Anfang 2027 fallen, die Standorte mĂŒssen innerhalb von 18 Monaten nach Vertragsunterzeichnung betriebsbereit sein. DĂ€nemark, Tschechien und Finnland sind in der ersten Runde berĂŒcksichtigt, ĂŒber deutsche Standorte entscheidet eine spĂ€tere Phase.
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