Wirtschaftsprognose, RWI

Wirtschaftsprognose: RWI senkt Wachstum 2026 auf 0,8 Prozent

16.06.2026 - 12:52:21 | boerse-global.de

RWI senkt Wachstumsprognose für Deutschland auf 0,8 Prozent. Iran-Krieg und hohe Energiepreise belasten die Konjunktur.

Deutschland: RWI senkt Konjunkturprognose auf 0,8 Prozent
Wirtschaftsprognose - Abstrakte Darstellung einer fallenden Wachstumskurve, die wirtschaftliche Unsicherheit und Prognosesenkung symbolisiert. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Prognose für 2026 und 2027 auf jeweils 0,8 Prozent gesenkt. Im März rechneten die Experten noch mit 0,9 Prozent für dieses Jahr und 1,2 Prozent für das kommende.

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Iran-Krieg und Energiepreise bremsen die Konjunktur

Die Gründe für die verhaltene Entwicklung liegen auf der Hand. Der anhaltende Iran-Krieg treibt die Energiepreise in die Höhe. Das belastet sowohl den privaten Konsum als auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. „Weitere Preissteigerungen sind zu erwarten“, warnt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt.

Die Inflation bleibt ein Dauerbrenner. Für 2026 sagt das RWI eine Teuerungsrate von 3,1 Prozent voraus. Im kommenden Jahr soll sie sich leicht auf 2,9 Prozent abschwächen.

Auch andere Institute sehen schwarz. Das DIW senkte seine Wachstumserwartung für 2026 bereits am 14. Juni auf 0,5 Prozent und sieht die deutsche Wirtschaft vorübergehend in einer Rezession. Das IWH in Halle hält dagegen 0,9 Prozent für möglich – allerdings nur unter der Bedingung, dass sich der Konflikt am Golf entspannt. Sollte die Blockade der Straße von Hormus andauern, droht für 2026 eine Stagnation.

Industrie trotzt der Krise

So düster die Gesamtlage auch scheint: Die Industrie zeigt sich erstaunlich robust. Laut RWI-Bericht steigen sowohl die Produktion als auch die Auftragseingänge. Im ersten Quartal legten die deutschen Exporte um 3,3 Prozent zu. Grund dafür sind vorübergehende Lieferengpässe in Asien, die die Wettbewerbsposition deutscher Produkte stärkten.

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Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigt den Trend, dämpft aber die Euphorie. Die wirtschaftliche Dynamik bleibe im zweiten Quartal gedämpft. Zwar zeige die Industrieproduktion eine Seitwärtsbewegung, doch die Auftragseingänge seien im April rückläufig gewesen. Die Inflationsrate lag im Mai bei 2,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im April.

Arbeitsmarkt leidet – Hoffnung auf Iran-Deal

Die schwache Konjunktur hinterlässt auch auf dem Arbeitsmarkt ihre Spuren. Der Fachkräftemangel hat sich zwar entspannt, bleibt aber auf hohem Niveau. Aktuell berichten 21 Prozent der Unternehmen von Beeinträchtigungen durch fehlendes Personal – das ist eine Halbierung gegenüber 2022. Besonders das Baugewerbe kämpft mit einer Quote von knapp 33 Prozent.

Parallel dazu steigt die Zahl der Firmenpleiten. Im Februar verzeichneten die Gerichte 2.048 Insolvenzfälle – ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran könnte die Wende bringen. Eine geplante Öffnung der Straße von Hormus würde die Ölpreise senken und die Kaufkraft der Konsumenten stärken. Hans-Böckler-Stiftung-Experte Sebastian Dullien hält bei einer solchen Entspannung eine Inflation von 2,5 Prozent im Jahr 2026 für realistisch. Die Bundesbank warnt jedoch: Eine vollständige Normalisierung des Ölangebots dürfte Monate dauern.

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