Wohngeld-Reform: 1,2 Millionen Haushalte verlieren Anspruch ab 2027
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 06:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
SPD-GeneralsekretĂ€r Tim KlĂŒssendorf hat eine detaillierte PrĂŒfung der geplanten KĂŒrzungen bei Sozialleistungen angekĂŒndigt. Er fordert Alternativen zu den Einschnitten bei Wohngeld und Elterngeld. Die VorschlĂ€ge sollen im parlamentarischen Verfahren kritisch hinterfragt werden. KlĂŒssendorf stellt infrage, ob an den richtigen Stellen gespart wird.
Jeder dritte Wohngeld-EmpfÀnger soll rausfliegen
Hintergrund der Debatte sind PlĂ€ne aus dem Bauministerium. Ministerin Hubertz will rund eine Milliarde Euro einsparen. Die Reform könnte dazu fĂŒhren, dass etwa jeder dritte bisherige EmpfĂ€ngerhaushalt keinen Anspruch mehr auf Wohngeld hat. Rund 1,2 Millionen Haushalte wĂ€ren betroffen â zu 44 Prozent Familien, zu 52 Prozent Rentner.
Die Neuregelung soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Vorgesehen ist unter anderem, die automatische Anpassung an die Preissteigerung auszusetzen. Zudem sollen einkommensnahe Obergrenzen entfallen. Kritiker aus SPD, GrĂŒnen und Linken bezeichnen das Vorhaben als fatales Signal.
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Streit um Elterngeld und Unterhaltsvorschuss
Auch beim Elterngeld werden KĂŒrzungen geprĂŒft. Familienministerin Karin Prien plant zudem eine EinschrĂ€nkung beim Unterhaltsvorschuss. Dieser soll kĂŒnftig nur noch bis zum 16. statt wie bisher bis zum 18. Lebensjahr gezahlt werden. Rund 80.000 Jugendliche wĂ€ren betroffen, der Bund erhofft sich Einsparungen von 245 Millionen Euro.
Die SPD lehnt den Vorschlag ab, auch in der CDU gibt es kritische Stimmen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt vor einem umfassenden Sozialabbau. Besonders betroffen seien Àltere und kranke Menschen sowie Familien, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen.
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KlĂŒssendorf bringt Vermögenssteuer ins Spiel
Als Alternative zu den sozialen Einschnitten fordert KlĂŒssendorf eine stĂ€rkere Belastung groĂer Vermögen. Er kĂŒndigt fĂŒr die Zeit nach der Sommerpause eine harte Auseinandersetzung mit der Union an. Konkret schlĂ€gt er eine jĂ€hrlich Steuer von einem Prozent auf Vermögen ĂŒber 100 Millionen Euro vor.
Nach seinen Angaben könnten dadurch zweistellige MilliardenbetrĂ€ge generiert werden. Das Geld soll den LĂ€ndern und Kommunen zugutekommen. Der SoVD unterstĂŒtzt diese StoĂrichtung und fordert ebenfalls höhere BeitrĂ€ge von Konzernen und Vermögenden, um die Sozialsysteme zu stabilisieren.
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