WHO, Soziale

WHO: Soziale Ungerechtigkeit tötet

06.05.2025 - 09:05:00

WohnverhÀltnisse, Einkommen, Bildung und andere soziale Faktoren beeinflussen die Gesundheit nach einer Studie stÀrker als Genetik oder die QualitÀt des Gesundheitssystems.

Die LebensumstÀnde sowie Benachteiligung und Diskriminierung bestimmten vielfach, wie viele Jahre jemand gesund leben könne, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Solche sozialen Faktoren bestimmten die Gesundheit zu mehr als 50 Prozent.

In der WHO-Studie geht es um die "sozialen Determinanten der Gesundheit" und die definiert die WHO so: "Die Bedingungen, unter denen Menschen geboren werden, aufwachsen, leben, arbeiten und altern, sowie der Zugang der Menschen zu Macht, Geld und Ressourcen." Das Fazit des VorgĂ€ngerberichts von 2008 gelte bis heute: "Soziale Ungerechtigkeit tötet im großen Stil."

Krankheits- und Sterberisiko

"Je benachteiligter die Region ist, in der die Menschen leben, je niedriger ihr Einkommen und je weniger Ausbildungsjahre sie haben, desto schlechter ist ihr Gesundheitszustand und desto weniger gesunde Lebensjahre können sie erwarten", berichtet die WHO. Sie nennt auch Einkommen, Rassismus und Diskriminierung, Einsamkeit, Zugang zu Computern, Konflikte und Vertreibungen und Sozialleistungen als wichtige Faktoren.

Menschen in LĂ€ndern mit der höchsten Lebenserwartung lebten im Durchschnitt 33 Jahre lĂ€nger als diejenigen in LĂ€ndern mit der niedrigsten Lebenserwartung, heißt es in dem Bericht. Die Sterberate von Kindern unter fĂŒnf Jahren sei in LĂ€ndern mit geringem Einkommen 13-mal höher als in reichen LĂ€ndern. Die Unterschiede gebe es auch innerhalb von LĂ€ndern zwischen armen und reichen Menschen, und vielfach seien sie dort in den vergangenen Jahren grĂ¶ĂŸer statt kleiner geworden.

Wie das Problem gelöst werden kann

Die Lösungen liegen laut WHO auf der Hand: Die ökonomischen Ungleichgewichte mĂŒssten beseitigt werden, es mĂŒsse fĂŒr alle Menschen angemessenen Wohnraum, öffentliche Verkehrsmittel, Gesundheitsversorgung und soziale Hilfen geben, Konflikte mĂŒssten gelöst und Diskriminierung bekĂ€mpft werden.

Investitionen lohnten sich finanziell: gesĂŒndere Menschen seien produktiver und brauchten weniger Ă€rztliche Hilfeleistungen. Nichts zu tun sei dagegen immens teuer.

Nur hĂ€tten viele arme LĂ€nder kein Geld fĂŒr höhere Investitionen, weil sie unter Schulden Ă€chzen: 3,3 Milliarden Menschen lebten nach WHO-Angaben im vergangenen Jahr in LĂ€ndern, die mehr Geld fĂŒr Zinsen ausgaben als fĂŒr Gesundheit und Bildung zusammen.

@ dpa.de