UnfÀlle, Winter

Mehr UnfÀlle im Winter: Das sollten Unternehmen beim Arbeitsschutz beachten

02.01.2025 - 10:30:00

Wuppertal - Der Winter bringt nicht nur Schnee und Eis, sondern auch erhebliche Gefahren am Arbeitsplatz. Glatte Böden, vereiste Wege und unvorhergesehene Wetterbedingungen erhöhen das Risiko von StĂŒrzen und anderen Verletzungen. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Mitarbeiter optimal auf diese Herausforderungen vorzubereiten, um UnfĂ€lle zu vermeiden.

Viele unterschĂ€tzen die Gefahren allerdings oder werden erst nach einem Vorfall wachgerĂŒttelt. Dabei sollten Unternehmen das Thema Arbeitsschutz im Winter schon viel frĂŒher angehen und prĂ€ventive Maßnahmen ergreifen. Dieser Beitrag zeigt, welche Maßnahmen im Arbeitsschutz besonders wirksam sind und wie Betriebe ihre Teams fĂŒr die kalte Jahreszeit richtig vorbereiten können.

GanzjÀhrige Sicherheitsplanung: Vorsorge beugt Gefahren vor

Mit den kĂ€lteren und dunkleren Monaten steigt das Risiko fĂŒr ArbeitsunfĂ€lle deutlich an. WegeunfĂ€lle gehören dabei zu den hĂ€ufigsten VorfĂ€llen – verursacht durch GlĂ€tte, Dunkelheit oder schlechte WitterungsverhĂ€ltnisse. Betroffen sind oft Radfahrer, FußgĂ€nger oder andere Verkehrsteilnehmende, aber auch der Weg zwischen ArbeitsstĂ€tten sowie das Betreten von WerksgelĂ€nden und BetriebsstĂ€tten birgt zusĂ€tzliche Gefahren. In vielen Betrieben zeigt sich in dieser Zeit ein vertrautes Muster. Dann heißt es: "Es war glatt, Schnee und Eis haben wieder zu mehr UnfĂ€llen gefĂŒhrt." Doch solche Entwicklungen sind wenig ĂŒberraschend. Die saisonalen Herausforderungen des Winters – von Dunkelheit ĂŒber Laub bis hin zu Schnee und Eis – treten jedes Jahr aufs Neue auf und sind daher absehbar. Umso wichtiger ist es, frĂŒhzeitig prĂ€ventive Maßnahmen im Arbeitsschutz zu ergreifen.

SpĂ€testens mit der Umstellung auf die Winterzeit sollten prĂ€ventive Maßnahmen lĂ€ngst umgesetzt sein. PrĂ€vention sollte jedoch nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes verstanden werden. Klassische und wiederkehrende Themen, die ĂŒber das Jahr hinweg von Bedeutung sind, mĂŒssen kontinuierlich bearbeitet werden – von GlĂ€tte und Schnee im Winter bis hin zum Hitzeschutz in den Sommermonaten. Saisonale Schwerpunkte lassen sich dabei ideal in einem Jahreskalender fĂŒr den Arbeitsschutz festhalten.

Über gĂ€ngige KommunikationskanĂ€le wie FĂŒhrungskrĂ€fte, Gremien, das Intranet oder Newsletter können solche Themen rechtzeitig angesprochen werden. Dabei darf nicht davon ausgegangen werden, dass potenzielle Wintergefahren allen Mitarbeitenden stets prĂ€sent sind. Auch wenn theoretisch bekannt ist, dass Treppen oder Wege im Winter rutschiger werden, liegt es in der Verantwortung des Unternehmens, aktiv darauf hinzuweisen und fĂŒr ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein zu sorgen.

Technische Maßnahmen: Gut gerĂŒstet durch den Winter

Ein zentraler Aspekt des Arbeitsschutzes sind technische Vorkehrungen. Dazu gehört die ÜberprĂŒfung von Firmenfahrzeugen und FahrrĂ€dern, insbesondere der Beleuchtung und der Bremsen. Gut sichtbare und reflektierende Kleidung sowie rutschfeste Schuhe sollten zur StandardausrĂŒstung gehören, um das Unfallrisiko zu minimieren.

Auch die Organisation des Winterdienstes ist entscheidend. Dabei ist es wichtig, sich zunĂ€chst ĂŒber die Zeiten des Streudienstes zu informieren. Wann ist dieser wirklich aktiv? Oft macht es Sinn, zusĂ€tzliche Ad-hoc-Teams zusammenzustellen, da der offizielle Winterdienst zu spĂ€t kommt. Wird erst eine Stunde nach Arbeitsbeginn gestreut, können in dieser Zeit bereits zahlreiche UnfĂ€lle passieren. Unternehmen, die selbst Winterdienste ins Leben rufen, sollten im Voraus ĂŒberlegen, wie viele FachkrĂ€fte sie benötigen und woher das Personal kommt. Außerdem sollten Streumaterial und Werkzeuge in ausreichender Menge vorhanden sein und die Teams unterwiesen werden.

Die Planung sollte auf Erfahrungen aus den Vorjahren basieren, Schwachstellen identifizieren und VerbesserungsvorschlĂ€ge berĂŒcksichtigen. Dabei sind klare PrioritĂ€ten wichtig: Besonders stark frequentierte Wege und Bereiche wie EingĂ€nge und ParkplĂ€tze sollten zuerst gerĂ€umt werden.

Schulungen fĂŒr mehr Sicherheit: Wissen schĂŒtzt vor UnfĂ€llen

Ganz allgemein sind regelmĂ€ĂŸige Schulungen ein wichtiger Baustein im Arbeitsschutz. Besonders fĂŒr den Arbeitsschutz im Winter sollten sie allerspĂ€testens im Herbst beginnen und praktische Tipps, etwa zum Verhalten auf rutschigen Wegen, zur richtigen AusrĂŒstung, dem korrekten Schuhwerk oder dem frĂŒhzeitigen Wechsel von Sommer- zu Winterreifen, vermitteln. Diese Themen lassen sich in kurzen Einheiten oder als "Monatsthemen" behandeln. Ein Monatsthema ist vergleichbar mit einer "Kurzunterweisung" und thematisiert die wichtigsten Grundlagen, egal, wie banal sie erscheinen.

PrÀvention mit Langzeitwirkung: Sicherheit als Teil der Unternehmenskultur

Ein umfassender Arbeitsschutzplan zahlt sich nicht nur im Winter aus. Langfristig trĂ€gt er dazu bei, eine Sicherheitskultur im Unternehmen zu etablieren. RegelmĂ€ĂŸige ÜberprĂŒfungen der Maßnahmen durch interne Audits oder Feedbackrunden helfen dabei, Schwachstellen aufzudecken und kontinuierlich Verbesserungen vorzunehmen.

Je stĂ€rker das Bewusstsein fĂŒr Sicherheit verankert ist, desto weniger sind saisonale Gefahren ein Problem. Mitarbeiter, die regelmĂ€ĂŸig geschult und sensibilisiert werden, handeln proaktiv und tragen dazu bei, die Unfallzahlen dauerhaft zu senken.

Über Anna Ganzke:

Anna Ganzke ist zusammen mit Stefan Ganzke GrĂŒnderin und GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der WandelWerker Consulting GmbH. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit ihrem Team die Einstellung von FĂŒhrungskrĂ€ften und Mitarbeitern zum Arbeitsschutz im Unternehmen zu verbessern und die Arbeitsschutzorganisation zu verbessern. HierfĂŒr trainieren sie sowohl mit den Sicherheitsingenieuren und FachkrĂ€ften fĂŒr Arbeitssicherheit als auch mit den FĂŒhrungskrĂ€ften. Zudem arbeiten sie mit ihnen strategisch am betrieblichen Arbeitsschutz. Weitere Informationen unter: https://wandelwerker.com/

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