xenko erhält 143.500 Euro: VR-Training soll Bewegung ins Büro bringen
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 13:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das aus dem Umfeld der Universität Ulm hervorgegangene Startup xenko wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Wie aus einem Bericht vom 6. Oktober 2026 hervorgeht, erhält das junge Unternehmen ein EXIST-Gründungsstipendium in Höhe von insgesamt 143.500 Euro.
Das Vorhaben setzt auf eine Kombination aus Extended-Reality-Technologie (XR) und Virtual-Reality-Brillen, um zielgerichtete Bewegungsprogramme direkt in den Büroalltag zu integrieren.
Finanzierung und technischer Ansatz von xenko
Die Fördersumme teilt sich auf drei Vollzeitstipendien für Dr. Jana Funke, Nadja Pirchheim und Benjamin Bayer auf. Neben den Personalkosten umfasst die Unterstützung des Ministeriums 30.000 Euro an Sachmitteln sowie ein Coaching-Budget von 5.000 Euro. Die Förderlaufzeit hat am 1. September 2026 begonnen und läuft bis zum 31. August 2027.
Die Ursprünge des Projekts liegen im Jahr 2024. Zuvor wurden die Gründerinnen bereits über ein Woman-EXIST-Stipendium am Entrepreneurs Campus gefördert. Mit der aktuellen Plattform entwickelt das Team ein interaktives Trainingsangebot, das Beschäftigten am Schreibtisch kurze Einheiten für Mobilitätsübungen, Pilates, Yoga und Meditation bereitstellt.
Die Anwendung nutzt XR- und VR-Brillen, um ein Echtzeit-Ganzkörperfeedback zu ermöglichen. Unterstützt werden die Nutzer dabei von einem Traineravatar sowie einem digitalen Muskelmodell, das die korrekte Ausführung veranschaulicht.
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Als primäre Zielgruppe adressiert xenko Arbeitgeber im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Perspektivisch soll das System auch im physiotherapeutischen Bereich zum Einsatz kommen.
Wissenschaftlicher Hintergrund zu kurzen Bewegungseinheiten
Der Ansatz, körperliche Aktivität in kleinen Einheiten in den Arbeitsalltag einzubinden, deckt sich mit aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation von Bull u. a. (2020) heben hervor, dass Bewegung in Einheiten jeder zeitlichen Dauer gesundheitswirksam ist; die frühere Mindestvorgabe von zehn Minuten am Stück wurde gestrichen.
Auch eine Meta-Analyse von Murphy u. a. (2019) an 1.080 Teilnehmenden aus 19 Studien zeigte, dass bei identischer Gesamtzeit kein Unterschied bei Ausdauerfitness und Blutdruckwerten besteht, unabhängig davon, ob das Training zusammenhängend oder über den Tag verteilt absolviert wird.
Zudem wies eine Untersuchung von Archila u. a. (2021) an inaktiven jungen Erwachsenen nach, dass bereits elfminütige gerätefreie Einheiten über sechs Wochen zu einer Steigerung der Ausdauer führten.
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Regelmäßige Unterbrechungen sitzender Tätigkeiten, etwa durch kurze Bewegungspausen im Umfang von 5 bis 10 Minuten alle halbe Stunde bis Stunde, gelten in der Arbeitsergonomie als wesentlicher Baustein zur Vorbeugung von Haltungsbeschwerden.
Mit der immersiven Anleitung durch Virtual Reality zielt xenko darauf ab, solche Aktivpausen für Unternehmen messbar und für Mitarbeitende niedrigschwellig nutzbar zu machen.
