XXXLutz, Porta-Übernahme

XXXLutz erwartet EU-Prüfung der Porta-Übernahme in Phase II

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die EU-Kommission soll am 12. Oktober über eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses entscheiden. XXXLutz rechnet trotz möglicher Auflagen mit einem Abschluss bis Ende März 2027 und will Porta-Mitarbeiter sowie die Marke weitgehend erhalten.

XXXLutz rechnet bei Porta-Übernahme mit vertiefter EU-Prüfung
Möbelhaus X X X Lutz (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

XXXLutz rechnet bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Porta mit einer vertieften Prüfung durch die EU-Kommission. Am 12. Oktober soll die Entscheidung fallen, ob das Verfahren in die sogenannte Phase II geht.

„Ja, wir gehen davon aus, dass es in Phase II gehen wird“, sagte XXXLutz-Deutschlandchef Alois Kobler dem Nachrichtenportal T-Online.

EU-Kommission prüft regionale Überschneidungen

In einer Phase-II-Prüfung untersucht die EU-Kommission genauer, ob ein Zusammenschluss den Wettbewerb auf dem Möbelmarkt erheblich beeinträchtigen könnte. Kobler sagte, XXXLutz habe angesichts der Menge an Fragen und Daten nicht mit einer derart langen Prüfung gerechnet.

Die Übernahme war bereits vor mehr als 18 Monaten angekündigt worden. Ursprünglich hatte XXXLutz mit einem Abschluss innerhalb etwa eines Jahres gerechnet.

Abschluss bis Frühjahr 2027 erwartet

Trotz des verlängerten Verfahrens zeigte sich Kobler zuversichtlich, dass die Übernahme genehmigt wird. Auflagen schloss er jedoch nicht aus: Nach seiner Darstellung könnte XXXLutz einzelne Porta-Standorte möglicherweise nicht übernehmen dürfen.

Als Kriterien nannte der XXXLutz-Deutschlandchef unter anderem die Einwohnerzahl und die Wettbewerberdichte. Die Kommission schaue sich jeden Standort genau an, sagte Kobler. Mit dem Abschluss der Übernahme rechnet XXXLutz bis Ende des ersten Quartals 2027.

Porta-Marke und Arbeitsplätze sollen bleiben

Für die rund 6.000 Porta-Beschäftigten erwartet Kobler keinen größeren Stellenabbau. Auch bei möglichen Überschneidungen in der Verwaltung rechne er derzeit nicht mit Entlassungen.

Nach der Übernahme soll die Marke Porta erhalten bleiben. XXXLutz solle künftig als Dachmarke sichtbar werden, während einzelne Möbelhäuser noch lange den Namen Porta tragen könnten. Schließungen von Porta-Häusern stellte Kobler ebenfalls nicht in Aussicht.

Roter XXXLutz-Stuhl kommt nicht sofort

Die bekannten roten XXXLutz-Stühle sollen zunächst nicht vor den übernommenen Möbelhäusern aufgestellt werden. Kobler bezifferte die Kosten eines solchen Stuhls je nach Größe auf rund 200.000 Euro.

Der Aufwand umfasse die Produktion, den Schwertransport und den Aufbau durch mehrere Menschen. Wegen der hohen Kosten der Übernahme wolle XXXLutz anfangs sparsam vorgehen.

Die geplante Übernahme von Porta durch XXXLutz fällt in eine Phase, in der Zusammenschlüsse im stationären Möbelhandel besonders genau auf ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb geprüft werden. Für die EU-Kommission steht dabei nicht allein die Größe der beteiligten Unternehmen im Mittelpunkt, sondern vor allem die Frage, ob Kunden nach einer Übernahme an einzelnen regionalen Standorten noch genügend Ausweichmöglichkeiten haben.

Eine vertiefte Prüfung, die sogenannte Phase II, ermöglicht der Kommission eine detaillierte Analyse von Marktanteilen, regionalen Überschneidungen und der Wettbewerberdichte. Dass dabei einzelne Porta-Häuser ausgeklammert werden könnten, entspricht dem im Möbelhandel üblichen Ansatz, problematische Überschneidungen gezielt zu entschärfen, statt eine Transaktion vollständig zu untersagen.

Entscheidung und Folgen für Beschäftigte

Für die rund 6.000 Beschäftigten ist der geplante Abschluss bis Ende des ersten Quartals 2027 der entscheidende Zeitrahmen. Die Zusagen zum Erhalt von Arbeitsplätzen, Verträgen und Standorten beziehen sich auf die derzeitige Planung; konkrete Folgen hängen auch davon ab, welche Auflagen die EU-Kommission verlangt und welche Häuser tatsächlich übernommen werden.

Auch die Markenstrategie hat praktische Bedeutung: Porta soll zunächst sichtbar bleiben, während XXXLutz als Dachmarke stärker in den Vordergrund rückt. Der Verzicht auf eine sofortige Umrüstung der Standorte würde den Integrationsaufwand begrenzen. Der genannte Preis von rund 200.000 Euro für einen großen roten XXXLutz-Stuhl macht zugleich deutlich, dass selbst sichtbare Symbolik bei einer Übernahme eine Kostenfrage ist.

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