Zalando, Erfurt

Zalando Erfurt: Sozialplan platzt – 2.000 Jobs gefährdet

20.06.2026 - 23:28:35 | boerse-global.de

Zalando und Betriebsrat erzielen keine Einigung über Sozialplan für Logistikzentrum in Erfurt. Einigungsverfahren soll nun Klärung bringen.

Zalando-Standort Erfurt: Sozialplan gescheitert, Einigungsstelle entscheidet
Zalando - Zwei Hände, eine im Anzug und eine im Freizeitlook, drücken sich über einen Konferenztisch, was Konflikt und Verhandlungen symbolisiert. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Betriebsrat brach die Gespräche am Samstag ab, nachdem die finanziellen Vorstellungen weit auseinanderklafften. Von der geplanten Standortschließung sind rund 2.000 Arbeitsplätze betroffen.

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Millionendifferenz: 30 gegen 100 Millionen

Im Kern geht es um die Höhe der Abfindungen. Das Unternehmen bot zuletzt ein Volumen von rund 30 Millionen Euro. Der Betriebsrat forderte dagegen etwa 100 Millionen Euro. Eine Einigung war damit in weiter Ferne.

Immerhin: Beim Interessenausgleich erzielten beide Seiten bereits „gute Ergebnisse“, wie es aus Branchenkreisen heißt. Das Verfahren wandert nun in eine Einigungsstelle unter neutralem Vorsitz. Den Vorsitz soll ein ehemaliger Arbeitsrichter übernehmen.

Die erste Sitzung ist für den 23. Juni angesetzt. Eine finale Entscheidung wird bis zum 9. Juli angestrebt. Das Management hält trotz allem am Schließungsdatum fest: Der Standort soll zum 30. September 2026 dichtmachen.

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Porsche und Trützschler: Kahlschlag in der Industrie

Der Fall Zalando ist kein Einzelfall. In der deutschen Wirtschaft laufen zahlreiche Restrukturierungen.

Beim Sportwagenhersteller Porsche arbeitet das Management an einem neuen Sparpaket. Porsche-Chef Michael Leiters will die Verhandlungen bis Juli abschließen. Der Hintergrund: Der Nettogewinn war 2025 um über 90 Prozent eingebrochen. Künftig will Porsche die Produktion auf unter 280.000 Fahrzeuge begrenzen. Bereits im Vorjahr war der Abbau von 3.900 Stellen vereinbart worden.

Auch der Textilmaschinenhersteller Trützschler macht dicht. Die Produktion in Mönchengladbach wird eingestellt. Hunderte Arbeitsplätze fallen weg. Ein Sozialplan wird derzeit verhandelt.

Wohnmobil-Branche: Nachfrage bricht ein

Zusätzlicher Druck kommt aus der Freizeitfahrzeug-Branche. Der Wohnmobilhersteller LMC Caravan entlässt über 100 Mitarbeiter. Grund sind monatliche Rückgänge bei den Neuzulassungen im zweistelligen Prozentbereich.

Die Maßnahmen werden gestaffelt umgesetzt: 88 Mitarbeiter müssen zum 31. Juli gehen, weitere 18 zum 31. Januar 2027. Den Betroffenen bietet das Unternehmen den Wechsel in eine Transfergesellschaft an.

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