Zalando-Sozialplan: 2.100 Jobs in Erfurt bis September weg
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 01:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach der Unterzeichnung eines Sozialplans am 9. Juli steht die Schließung des großen Logistikstandorts in Erfurt fest. Parallel dazu reduziert Zalando die Belegschaft in der Berliner Zentrale und verlagert Aufgaben ins Ausland.
2.100 Jobs in Thüringen betroffen
Bis Ende September 2026 soll der Standort Erfurt komplett abgewickelt sein. Rund 2.100 Beschäftigte aus über 60 Nationen verlieren ihren Job – darunter 1.800 Festangestellte und 300 befristet Beschäftigte. Der Wareneingang läuft bereits reduziert, der Drei-Schicht-Betrieb bleibt vorerst aufrechterhalten.
Für die Schließung hat Zalando 80 Millionen Euro Rückstellungen gebildet. Eine Transfergesellschaft wird es nicht geben. Als Grund nennt das Unternehmen die Neuausrichtung des Logistiknetzes – im Zusammenhang mit der Übernahme des Wettbewerbers About You. Ein Transformationsteam soll ab August bei der Jobsuche helfen.
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Berliner Zentrale schrumpft weiter
Auch in der Hauptstadt baut Zalando Stellen ab. Zwischen 150 und 200 Arbeitsplätze sind betroffen. Die Einigung mit dem Betriebsrat stammt aus Ende Mai. Das Unternehmen setzt auf ein Freiwilligenprogramm mit Aufhebungsverträgen – nach dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Die Bewerbungsfrist endete am 30. Juni und wurde laut Unternehmensangaben übererfüllt.
Bereits 2025 hatte Zalando rund 450 Stellen in Berlin gestrichen. Die aktuelle Reduzierung begründet das Management mit dem zunehmenden KI-Einsatz, veränderten Kundenerwartungen und dem intensiven Wettbewerb. Weitere Streichungen sind im Bereich Lounge Content Solutions geplant – dort sollen bis Jahresende etwa 180 Stellen fallen.
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Expansion nach Bukarest
Während Zalando in Deutschland Standorte schließt, wächst das Unternehmen in Osteuropa. Ende 2026 soll ein neuer Standort in Bukarest eröffnen. Zunächst sind 60 Stellen geplant. Ab 2027 will Zalando wesentliche Teile der Personal- und Finanzverwaltung dorthin verlagern.
Die strategische Neuausrichtung umfasst zudem eine stärkere Fokussierung auf das B2B-Geschäft unter der Marke ZEOS sowie die Software-Sparte Scayle. Trotz der tiefgreifenden Einschnitte reagierte die Börse positiv: Die Zalando-Aktie stieg zeitweise um 1,9 Prozent auf 28,44 Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 15.000 Mitarbeiter, davon etwa 7.700 in Berlin.
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