Zeiterfassung, Elektronische

Zeiterfassung: Elektronische Dokumentation wird 2026 Pflicht

19.06.2026 - 00:29:23 | boerse-global.de

Workday und SAP treiben KI-Integration voran, während die elektronische Zeiterfassung zur Pflicht wird. Unternehmen setzen zunehmend auf Fähigkeiten statt Abschlüsse.

HR-Digitalisierung: KI, Zeiterfassung und neues Recruiting
Zeiterfassung - Eine futuristische Hand interagiert mit einer holografischen Benutzeroberfläche, die HR-Daten und KI-Symbole anzeigt, im Hintergrund ein Büro. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Treiber sind KI-Integrationen in HR-Systeme, die verpflichtende elektronische Zeiterfassung und ein strategischer Wandel im Recruiting.

Workday und Google: KI-Agent für HR-Fragen

Workday hat Mitte Juni die Integration des Sana Self-Service Agenten in Google Cloud Gemini Enterprise angekündigt. Die KI-Schnittstelle beantwortet HR- und Finanzanfragen direkt und führt Aufgaben in der Workday-Umgebung aus.

Technische Basis sind die Workday-Plattform ASOR und Google Gemini. Eine Zero-Copy-Technologie erlaubt den Datenzugriff ohne Verschiebung. Beratungsunternehmen wie Accenture, Deloitte und KPMG sind an der Implementierung beteiligt.

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Parallel dazu präsentierte SAP auf den DSAG-Personaltagen in Heidelberg Fortschritte für den öffentlichen Sektor. Die Public-Sector-Abrechnung in Employee Central Payroll (ECP) wurde freigegeben. Spezifische Felder für Dienstarten sind nun in der SuccessFactors-Suite enthalten.

Für Herbst 2026 ist die SuccessFactors HCM-Suite auf der SAP Sovereign Cloud geplant. Die Versorgungsadministration soll im ersten Halbjahr 2027 für erste Anwender bereitstehen.

Elektronische Zeiterfassung wird Pflicht

Ein zentraler Treiber der HR-Modernisierung: Die verpflichtende elektronische Arbeitszeiterfassung wird 2026 im DACH-Raum Standard. Grundlage ist ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2022, das Arbeitgeber zur systematischen Erfassung verpflichtet.

Ein Referentenentwurf sieht eine digitale und tagesnahe Dokumentation vor. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro geahndet werden.

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Besonders für projektorientierte Unternehmen wie Planungsbüros wird die rechtssichere Erfassung wichtig. Aktuelle Marktvergleiche von Mitte Juni zeigen eine hohe Leistungsdichte bei HR-Softwarelösungen. Sage HR, Personio und Factorial erzielten vordere Platzierungen.

Zu den wesentlichen Anforderungen gehören Employee-Self-Service-Funktionen und Bewerbermanagementsysteme. DSGVO-Konformität und Serverstandorte in der EU gelten als obligatorisch.

Recruiting im Wandel: Fähigkeiten statt Abschlüsse

Die strategische Ausrichtung der Personalgewinnung verändert sich. Stepstone-Daten belegen: Der Anteil von Stellenangeboten für Quereinsteiger hat sich seit 2019 mehr als versechsfacht. Unternehmen setzen verstärkt auf individuelle Fähigkeiten statt formaler Abschlüsse. KI-gestützte Tools unterstützen beim Screening von Lebensläufen und im Talentmanagement.

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen lagern Personalmanagement aus. Laut einer Horváth-Studie planen etwa 40 Prozent der deutschen KMU Anpassungen in ihrer Verwaltung. KBV Research prognostiziert für Business Process Outsourcing in Deutschland ein Wachstum auf rund 29,6 Milliarden US-Dollar bis 2030.

Experten empfehlen, die HR-Digitalisierung strategisch zu verankern. Datenschutz und Change Management seien entscheidend, um die Belegschaft bei der Einführung neuer Systeme einzubinden.

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