Zigarettenabsatz 2025 stabil - Vorzieheffekte bei Steuerzeichen prĂ€gen Marktentwicklung / BVTE warnt vor EU-PlĂ€nen fĂŒr drastische MindeststeuersĂ€tze
26.12.2025 - 10:00:10Steuerzeichenbezug kein Indikator fĂŒr Konsum
Die statistischen Daten erlauben keine RĂŒckschlĂŒsse auf einen steigenden Tabakkonsum. Der Zigarettenkonsum in Deutschland hat sich in den vergangenen 25 Jahren halbiert und bleibt rĂŒcklĂ€ufig. "Der höhere Steuerzeichenbezug ist ausschlieĂlich ein Effekt der Produktionsplanung vor der kommenden Steuerstufe", betont Jan MĂŒcke, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des BVTE. "Er darf nicht als Hinweis auf eine steigende Raucherquote oder einen wachsenden Absatz an Endverbraucher interpretiert werden."
Wachsende Bedeutung des Grenzverkaufs
Zunehmend prĂ€gt auch der grenzĂŒberschreitende Einkauf die Absatzentwicklung in Deutschland. Nach EinschĂ€tzung der KPMG-Studie zum illegalen Zigarettenhandel ist der Grenzverkauf aus Deutschland in 2024 auf 1,44 Milliarden Zigaretten angestiegen, was einem Zuwachs von 47 Prozent entspricht. Der Grund hierfĂŒr liegt vor allem in den erheblichen Preisunterschieden zwischen den NachbarlĂ€ndern. Eine Packung Premiumzigaretten kostet in Frankreich oder den Niederlanden rund 13 Euro, wĂ€hrend sie in Deutschland etwa 9 Euro kostet. Noch deutlicher fallen die Unterschiede beim Feinschnitt aus, der in Deutschland etwa 12,50 Euro bei einer 50 Gramm-Packung kostet, aber in den Niederlanden bei 25,70 Euro und in Frankreich bei ĂŒber 31 Euro liegt. ZusĂ€tzlich verstĂ€rken regulatorische MaĂnahmen wie das Verkaufsverbot fĂŒr Tabakwaren in niederlĂ€ndischen SupermĂ€rkten die grenzĂŒberschreitenden KĂ€ufe. Parallel dazu nimmt der Anteil unversteuerter Tabakwaren in beiden LĂ€ndern massiv zu.
In Frankreich liegt der illegale Konsum von Zigaretten mittlerweile bei 38 Prozent, was zu einem geschĂ€tzten Steuerschaden von 947 Millionen Euro fĂŒhrt. In den Niederlanden stammen nach Zollangaben rund 45 Prozent der konsumierten Zigaretten aus unversteuerter Herkunft.
Moderate deutsche Steuerpolitik bewÀhrt sich
Deutschland verfolgt bislang einen Kurs maĂvoller Steueranhebungen, der Ausweichverhalten begrenzt, Steuereinnahmen stabil hĂ€lt und Gesundheitsziele unterstĂŒtzt. Diese Balance droht mit der geplanten EU-Tabaksteuerreform verlorenzugehen.
EU plant drastische MindeststeuersÀtze
Die EU-Kommission plant ab 2028 einen erheblichen Anstieg der MindeststeuersĂ€tze fĂŒr Tabakprodukte, mit dem Ziel, den Raucheranteil in der EU bis 2040 auf fĂŒnf Prozent zu senken. Nach den vorliegenden VorschlĂ€gen sollen die Mindeststeuern fĂŒr Zigaretten um 139 Prozent und fĂŒr Feinschnitt um 258 Prozent steigen; fĂŒr Zigarren und Zigarillos sind AufschlĂ€ge von ĂŒber 1000 Prozent vorgesehen. Zudem sollen kĂŒnftig auch neuartige Produkte wie Tabakerhitzer, E-Zigaretten und Nikotinbeutel einbezogen werden. Diese Ănderungen wĂŒrden nach EinschĂ€tzung des BVTE zu erheblichen Preissteigerungen fĂŒhren. Der Preis einer 20er Schachtel Zigaretten wĂŒrde von 8,50 auf 12,50 Euro steigen, 40g Feinschnitttabak wĂŒrde von 10 auf 18 Euro steigen.
"Diese Steuerschocks untergraben den Gesundheitsschutz und fördern vor allem den illegalen Handel", warnt MĂŒcke. "Sie fĂŒhren zu Marktverwerfungen, wegbrechenden Steuereinnahmen und stĂ€rken kriminelle Strukturen. Das zeigen Erfahrungen aus LĂ€ndern wie Frankreich, den Niederlanden oder auch Irland in aller Deutlichkeit."
Ansprechpartner fĂŒr RĂŒckfragen:
Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Jan MĂŒcke
HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer
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Tel. +49 30 88 66 36 - 123
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