Zollbehörden, Milliarden

Zollbehörden: 100 Milliarden Euro Steuerverluste jÀhrlich in Deutschland

Veröffentlicht am: 30.05.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche und Schweizer Zollbehörden melden Höchstwerte bei Drogenbeschlagnahmungen und beklagen massive SteuerausfÀlle sowie akuten Personalmangel.

Zollbehörden: 100 Milliarden Euro Steuerverluste jÀhrlich in Deutschland Illustration mit AI erstellt.
Zollbehörden: 100 Milliarden Euro Steuerverluste jÀhrlich in Deutschland Illustration mit AI erstellt.

Deutsche und Schweizer Zollbehörden zeigen sich öffentlichkeitswirksamer denn je. Grund sind massive Drogenfunde, Milliardenverluste durch Steuerbetrug und ein akuter Personalmangel.

Rekordfund an der Grenze

Die Schweizer Zoll- und Grenzsicherheitsbehörde (BAZG) gewĂ€hrte am heutigen Samstag seltene Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Auf Social-Media-KanĂ€len prĂ€sentierte die Behörde Fahrzeugkontrollen, Flughafenpatrouillen und den Einsatz von SpĂŒrhunden.

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Ein Vorfall am GrenzĂŒbergang Thayngen verdeutlicht die tĂ€gliche Arbeit: Beamte stoppten einen Schweizer Reisenden, der mit 55 GepĂ€ckstĂŒcken aus dem Urlaub zurĂŒckkehrte. Mediensprecher Oliver Varga erklĂ€rte, die anschließende 20-minĂŒtige Röntgenkontrolle habe keine VerstĂ¶ĂŸe ergeben – es handelte sich um persönliche GegenstĂ€nde, die nicht im Ausland gekauft worden waren.

Drogenfunde auf Rekordniveau

Die deutschen Zollfahnder vermelden derweil einen historischen Höchstwert bei sichergestellten BetĂ€ubungsmitteln. Fast zwei Tonnen Drogen sowie Millionen Zigaretten wurden beschlagnahmt. Cannabis war dabei die am hĂ€ufigsten sichergestellte Substanz – doch die Ermittler betonen: Harte Drogen bleiben im Fokus.

Die finanziellen Dimensionen der WirtschaftskriminalitĂ€t sind gewaltig. SchĂ€tzungen zufolge entgehen dem deutschen Fiskus jĂ€hrlich rund 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung. Weitere 100 Milliarden Euro gehen auf GeldwĂ€sche zurĂŒck. Die SchĂ€den aus CumEx- und CumCum-GeschĂ€ften belaufen sich auf etwa 40 Milliarden Euro. Bislang konnten weniger als ein Prozent der CumCum-Verluste zurĂŒckgeholt werden.

Personalmangel: Tausende Stellen unbesetzt

Um die steigende Arbeitsbelastung zu bewĂ€ltigen, starten Sicherheitsbehörden und Verkehrsunternehmen großangelegte Rekrutierungskampagnen. Die Bundespolizei veranstaltete heute in LĂŒbeck eine Nachwuchsmesse mit rund 10.000 erwarteten Besuchern. Der Druck auf die bestehenden Mitarbeiter ist enorm: Allein in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern leisteten 2024 rund 2.500 BeschĂ€ftigte ĂŒber 150.000 Überstunden.

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Auch andere Branchen suchen hÀnderingend Personal:

  • Deutsche Bahn: In Nordhausen werden Quereinsteiger fĂŒr eine neunmonatige Umschulung zum Zugverkehrssteuerer gesucht
  • AusbildungslĂŒcke: In Erfurt standen 950 AusbildungsplĂ€tze nur 700 Bewerbern gegenĂŒber. Im Kreis Mettmann blieben 920 Stellen unbesetzt
  • Internationale FachkrĂ€fte: Die Initiative „WE-Fair" will bis Jahresende 100 FachkrĂ€fte aus Afrika fĂŒr die Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen gewinnen

Zollkonflikte belasten die Wirtschaft

Die Zollbehörden arbeiten unterdessen in einem schwierigen handelspolitischen Umfeld. Martin Hirzel, PrĂ€sident von Swissmem, warnte am Samstag vor einer Verdopplung der EU-Stahlzölle von 25 auf 50 Prozent – eine existenzielle Bedrohung fĂŒr Schweizer Stahlwerke. Ricola-Chef Thomas P. Meier bestĂ€tigte zudem, dass US-Strafzölle bereits SchĂ€den in Millionenhöhe verursacht haben. Das Unternehmen hat entsprechende RĂŒckforderungen angemeldet.

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