Zollfreigrenze fällt: Neue 3-Euro-Gebühr für EU-Importe ab Juli
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 00:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue US-Restriktionen gegen ausländische Unternehmen und der Wegfall der Zollfreigrenze in der EU treiben den Aufwand für Unternehmen in die Höhe.
OFAC verhängt neue Sanktionen
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hat mehrere ausländische Unternehmen mit Sanktionen belegt. Die Maßnahmen traten Anfang Juli in Kraft und umfassen Vermögenssperren sowie Transaktionsverbote für US-Personen. Eine vollständige Liste der betroffenen Entitäten steht noch aus.
Gleichzeitig zeigen Recherchen, wie bestehende Sanktionen umgangen werden. Beim Handel mit russischer Kohle nutzen Firmen Netzwerke in der Schweiz und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Methoden wie der Transit durch die EU, Umladungen auf hoher See oder die Verschleierung der Herkunft sind gängig. Das erhöht den Druck auf Unternehmen, ihre Geschäftspartner regelmäßig zu prüfen.
EU schafft Zollfreigrenze ab
Seit Juli 2026 ist die Zollfreigrenze von 150 Euro für Waren aus Nicht-EU-Ländern Geschichte. Stattdessen fällt eine pauschale Gebühr von drei Euro pro Warengruppe an. Besonders betroffen sind große E-Commerce-Plattformen aus Asien. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent bleibt bestehen. Für November 2026 sind weitere Gebühren angekündigt.
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Branchenbeobachter sehen einen Trend: Anbieter importieren Waren in großen Containern und versenden über europäische Lager. So umgehen sie die neuen Einzelgebühren. Im vergangenen Jahr erreichten täglich rund 16 Millionen Pakete zollfrei die EU. Das Bundeswirtschaftsministerium plant nun eine Verschärfung der Marktüberwachung im Online-Handel.
Digitale Lösungen als Ausweg
Die wachsende Datenmenge und die häufigen Listenänderungen fordern Unternehmen heraus. Experten setzen auf systematische Sanktionslistenprüfungen. Digitale Tools wie M.SecureTrade gleichen Geschäftskontakte automatisiert ab und helfen bei den Dokumentationspflichten.
Auch im Finanzsektor steigen die Anforderungen. Der US-GENIUS Act schafft einen Rahmen für Stablecoins, der ab Anfang 2027 wirksam wird. Das erhöht die Pflichten zur Geldwäscheprävention und Sanktionseinhaltung für Finanzdienstleister und Krypto-Unternehmen.
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Produktvorschriften werden komplexer
Neue produktbezogene Regeln erschweren den Export zusätzlich. Für Beleuchtungstechnik nach Saudi-Arabien sind ab September 2026 spezielle arabische Energieeffizienzlabel nötig. Im Handel zwischen China und Mexiko wurden die Zölle für bestimmte Steuerungseinheiten gesenkt – allerdings nur mit spezifischen Konformitätszertifikaten. Verstöße gegen solche technischen Handelsbarrieren können ebenso zum Festhalten von Warenlieferungen führen wie Verstöße gegen Sanktionslisten.
