ZPA, Nord-West

ZPA Nord-West: Einheitliche Prüfungen für 39 kaufmännische Berufe

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Vorgaben zu Cyberresilienz und KI erhöhen den Schulungsbedarf; zugleich aktualisieren IHK-Stellen Prüfungskataloge und Vorbereitungskurse.

IHK-Prüfungen und neue Sicherheitsregeln prägen Weiterbildung 2026
Ein minimalistischer, moderner Arbeitsraum mit polierten Betonböden und hellem Tageslicht, der eine professionelle Lernumgebung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die IHK-Akademie und die Zentralstelle für Prüfungsaufgaben (ZPA) Nord-West informieren aktuell über die Anforderungen an Sicherheitsunterweisungen am Arbeitsplatz sowie über die geltenden Standards für bundeseinheitliche Ausbildungsprüfungen. Im Fokus stehen dabei sowohl die fachliche Vorbereitung von Auszubildenden als auch die Anpassung an neue regulatorische Rahmenbedingungen in der betrieblichen Sicherheit.

Prüfungsvorbereitung und Ausbildungsstandards

Die IHK-Akademie hat für die Monate September und Oktober 2026 ein breites Spektrum an Vorbereitungskursen für verschiedene Berufsfelder angekündigt. Das Angebot umfasst unter anderem Qualifizierungen für Kaufleute für IT-System-Management, Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse sowie Kaufleute für Büromanagement und im E-Commerce.

Im Bereich der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) bietet die Akademie verschiedene Formate an. Dazu gehören Crash-Kurse, die fünf Präsenztage mit Phasen des Eigenstudiums kombinieren, sowie spezielle Vorbereitungen auf die mündliche Prüfung, die an fünf Abenden stattfinden. Die IHK weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die anfallenden Prüfungsgebühren separat erhoben werden.

Die Koordination der bundeseinheitlichen Zwischen- und Abschlussprüfungen erfolgt durch die ZPA Nord-West mit Sitz in Köln. Die Organisation wird von den Industrie- und Handelskammern aus Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein getragen.

Seit dem 1. Januar 2007 verantwortet die Stelle die Erstellung, den Druck und die Verteilung von Prüfungsunterlagen für derzeit 39 kaufmännische und verwandte Ausbildungsberufe. Die inhaltliche Gestaltung obliegt Fachausschüssen, die drittelparitätisch mit Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Berufsschullehrern besetzt sind.

Aktualisierung von Prüfungskatalogen

Die ZPA Nord-West führt regelmäßige Überarbeitungen der Prüfungsgrundlagen durch, die auf den jeweiligen Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen basieren. Im März 2025 wurden die Prüfungskataloge für Fachkräfte sowie Kaufleute für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen aktualisiert. Bereits im Februar 2025 erarbeitete der zuständige Fachausschuss zudem Kataloge für den Ausbildungsberuf Schifffahrtskaufmann/-frau.

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Für IT-Ausbildungsberufe wurde Ende 2024 eine zweite, überarbeitete Auflage der Kataloge für die gestreckte Abschlussprüfung vorgelegt. Bereits seit längerer Zeit bestehen zudem spezifische Regelungen für Sicherheitsberufe: Für Fachkräfte für Schutz und Sicherheit wurde die Organisation der gestreckten Abschlussprüfung so festgelegt, dass eine klassische Zwischenprüfung entfällt und stattdessen ein zweigeteiltes Verfahren Anwendung findet. Bei Servicekräften für Schutz und Sicherheit werden hingegen weiterhin sowohl Zwischen- als auch Abschlussprüfungen bundeseinheitlich erstellt.

Steigender Weiterbildungsbedarf durch neue Regularien

Neben der klassischen Berufsausbildung rücken spezialisierte Sicherheitsunterweisungen zunehmend in den Fokus der Unternehmen. Der TÜV Rheinland identifiziert hierfür insbesondere den Cyber Resilience Act (CRA), die NIS-2-Richtlinie und den EU AI Act als wesentliche Treiber.

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Seit dem 11. September 2026 gelten neue CRA-Meldepflichten für Hersteller bezüglich aktiv ausgenutzter Schwachstellen, während weitere Anforderungen für Ende 2027 erwartet werden.

Die deutsche Umsetzung der NIS-2-Vorgaben ist bereits seit Dezember 2025 in Kraft. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) gelten zudem seit Anfang August 2026 neue Transparenzpflichten durch den AI Act. Laut TÜV Rheinland ist die Vermittlung von KI-Kompetenz für Beschäftigte bereits seit Februar 2025 vorgesehen. Dieser Weiterbildungsbedarf erstrecke sich über verschiedene Abteilungen wie Personal, Vertrieb, Betriebstechnik und Management.

Empfehlungen für die technische Sicherheit

Für die praktische Umsetzung von Sicherheitsprüfungen in Unternehmen hat der Verband TeleTrusT eine umfangreiche Handreichung zur Planung von Penetrationstests veröffentlicht. Darin wird betont, dass automatisierte Scans von Schwachstellen keine vollwertigen Penetrationstests ersetzen können. Eine sorgfältige Planung von Zielen, Methoden und Eskalationswegen sei unerlässlich.

Ergänzend dazu bietet die Golem Karrierewelt im Oktober 2026 Workshops zu KI-gestütztem Pentesting an. Diese behandeln neben technischen Aspekten wie Web-Pentests und Infrastrukturanalysen auch die Einhaltung von Compliance-Vorgaben nach DORA oder ISO 27001. Experten weisen in diesem Kontext darauf hin, dass durch KI generierte Ergebnisse stets einer kritischen fachlichen Prüfung unterzogen werden müssen.

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