Rund 83,6 Millionen Menschen leben in Deutschland
23.01.2025 - 12:54:33Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Demnach wuchs die Bevölkerung im Laufe des Jahres um knapp 100.000 Menschen. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 war die Bevölkerung aufgrund der deutlich höheren Nettozuwanderung noch um knapp 340.000 gewachsen.
Erneut starben mehr Menschen als geboren wurden
"Auch im Jahr 2024 war die Nettozuwanderung die alleinige Ursache des Bevölkerungswachstums", erklÀrten die Statistiker. Denn wie in allen Jahren seit der deutschen Vereinigung fiel die Bilanz der Geburten und SterbefÀlle 2024 negativ aus, da erneut mehr Menschen starben als geboren wurden.
"Die langfristigen Folgen niedriger Geburtenraten fĂŒr Arbeitsmarkt, Sozialsysteme und Wirtschaftswachstum werden hĂ€ufig noch unterschĂ€tzt", sagt Martin Bujard vom Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB). "Die demografischen Herausforderungen niedriger Geburtenraten werden durch die Zuwanderung nur bedingt ausgeglichen."
Geburtendefizit bereits das dritte Jahr in Folge ĂŒber 300.000
Laut den Angaben ging sowohl die Zahl der Geburten als auch die Zahl der SterbefĂ€lle gegenĂŒber dem Vorjahr um etwa 2,5 Prozent zurĂŒck. Ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der StandesĂ€mter gab es 2024 etwa 670.000 bis 690.000 Neugeborene. Die Zahl der TodesfĂ€lle betrug rund eine Million. Daraus ergebe sich ein Geburtendefizit - also eine Differenz zwischen Geburten und SterbefĂ€llen - von 310.000 bis 330.000.
Damit habe das Geburtendefizit bereits im dritten Jahr in Folge ĂŒber 300.000 gelegen, hieĂ es. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der Einwohnerzahl einer GroĂstadt wie Augsburg oder Wiesbaden.
Nettozuwanderung mindestens 34 Prozent niedriger als im Vorjahr
Die Nettozuwanderung - also der Saldo aus Zu- und FortzĂŒgen ĂŒber die Grenzen Deutschlands - wird fĂŒr 2024 auf 400.000 bis 440.000 geschĂ€tzt. Laut den Angaben sank sie damit gegenĂŒber dem Jahr 2023 um mindestens 34 Prozent. Nach vorlĂ€ufigen Angaben gehe diese Entwicklung auf eine geringere Nettozuwanderung vor allem aus Syrien, Afghanistan, der TĂŒrkei sowie aus Staaten der EuropĂ€ischen Union zurĂŒck.
Zugleich stellt sich die Frage, warum die Zahl der Geburten in Deutschland seit Jahren rĂŒcklĂ€ufig ist? Bereits im Jahr 2023 lag der Wert auf dem niedrigsten Stand seit 2013. Laut dem BiB liegt die derzeitige Geburtenrate bei 1,3. Das bedeutet, auf jede Frau im gebĂ€rfĂ€higen Alter kommen 1,3 Kinder. "Seit Anfang 2022 ist die Geburtenrate noch einmal deutlich zurĂŒckgegangen", sagt Bujard. Er sieht einen Hauptgrund dafĂŒr auch in der Weltlage: "Junge Menschen sind massiv verunsichert wegen der vielen Krisen."

