Weiter Ărger ĂŒber SparplĂ€ne bei der Bahn
05.02.2024 - 15:38:07Die Kritik an den geplanten Einsparungen bei der Bahn reiĂt nicht ab: VerbĂ€nde fordern eine verlĂ€ssliche langfristige Finanzierung von Modernisierungsprojekten. «Der Ausbau des Schienennetzes nach Kassenlage und Tageslaune muss beendet werden», sagte der Chef von Allianz Pro Schiene, Dirk Flege, dem «Tagesspiegel» (Montag). Wegen der Haushaltskrise hat auch die Bahn weniger Geld zur VerfĂŒgung und will sich zuerst auf die Sanierung des Netzes statt auf den Neu- und Ausbau von Strecken konzentrieren.
FĂŒr mehr Planungssicherheit schlug Flege einen mehrjĂ€hrigen Fonds fĂŒr den Schienenausbau vor. Auch andere SchienenverbĂ€nde wie Pro Bahn und die GĂŒterbahnen plĂ€dieren dafĂŒr. Flege sprach sich fĂŒr einen mit Geld hinterlegten Ausbauplan fĂŒr mindestens fĂŒnf Jahre aus.
Die VerbĂ€nde fordern auĂerdem, die Ausgaben im Verkehrshaushalt neu zu priorisieren. «Wir schlagen eine Umlegung von Mitteln aus dem StraĂenbau vor», fordert Detlef NeuĂ, Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn. Vorhandenes Geld soll also fĂŒr die Bahn statt fĂŒr StraĂen verwendet werden.
Das Schienennetz verkrafte das Wachstum schon jetzt nicht mehr, mahnte der Verband der GĂŒterbahnen. GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peter Westenberger sagte laut Mitteilung, dass im neuen Bundeshaushalt 1,7 Milliarden Euro fĂŒr den Neu- und Ausbau stĂŒnden. «Das ist deutschlandweit salopp gesagt fast nichts. Zum Vergleich: Allein das viermal kleinere Ăsterreich baut sein Schienennetz mit 2,2 Milliarden Euro pro Jahr aus.»
Reaktion von Ampel und Bahn
Ampel-Politiker betonten, dass es nur um eine zeitliche Priorisierung gehe. Der Fokus liege darauf, das Kernnetz in einen guten und belastbaren Zustand zu bringen. «Das heiĂt aber nicht, dass Aus- und Neubauprojekte wegfallen», teilte SPD-Fraktionsvizechef Detlef MĂŒller mit. Der FDP-Verkehrspolitiker Valentin Abel sagte: «Die Investitionen in die Bahn bleiben auf Rekordniveau.»
Auch die Deutsche Bahn stellte klar: «Eine Streichung einzelner Projekte ist nicht vorgesehen.» Aufgrund der schwierigen Haushaltslage Ende vergangenen Jahres sei es kurzfristig erforderlich gewesen, die zeitliche Abfolge der Vorhaben zu ĂŒberprĂŒfen, teilte der Konzern in Berlin mit. «Projekte, die bereits im Bau sind, werden unverĂ€ndert fortgefĂŒhrt.» Bei allen anderen Projekten wĂŒrden die Planungen fortgesetzt, um Verzögerungen zu vermeiden, bis die Finanzierung vollstĂ€ndig geklĂ€rt sei.


