DGB nennt Ruf nach lÀngeren Arbeitszeiten beschÀmend
13.04.2024 - 01:00:00Die DGB-Chefin sprach sich fĂŒr eine "grundlegende Reform der Schuldenbremse" aus. "Es ist falsch, jetzt in der ideologischen Ecke stehen zu bleiben und Investitionen als Schulden fĂŒr die nĂ€chste Generation zu diffamieren", sagte sie. "Wir verspielen Zukunftschancen und vernichten Wohlstandspotenzial. Verschieben wir Investitionen in die Zukunft, mĂŒssen wir sie umso teurer bezahlen." Fahimi lehnte es unterdessen strikt ab, die Arbeitszeiten zu verlĂ€ngern, um einen Impuls fĂŒr die Konjunktur zu setzen. "Ich warne davor, die Krise dafĂŒr zu nutzen, neoliberale Uraltrezepte aufzuwĂ€rmen. Sie verstellen den Blick auf die eigentlichen Potenziale, die wir haben und dringend nutzen mĂŒssen", sagte sie den Funke-Zeitungen. "Der Ruf nach lĂ€ngeren Arbeitszeiten ist beschĂ€mend. Viele Belegschaften stehen doch jetzt schon an der Grenze der Belastbarkeit. Wenn sie ĂŒberschritten wird, gehen die Leute kaputt oder steigen aus." Fahimi sagte, es gehe nicht nur um FachkrĂ€fte aus dem Ausland. In Deutschland hĂ€tten 2,6 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren keine Ausbildung. "38 Prozent unserer BeschĂ€ftigten arbeiten in Teilzeit - vielfach auch unfreiwillig", sagte sie. "Das sind Leute, die wir stĂ€rker in den Arbeitsmarkt bringen mĂŒssen. Ordentliche SchulabschlĂŒsse sind dafĂŒr die Voraussetzung." Trotz des FachkrĂ€ftemangels verteidigte Fahimi die sogenannte Rente mit 63 als "leistungsgerecht". Wer schon in der Jugend erwerbstĂ€tig gewesen sei, habe "irgendwann Anspruch, mit einer gesicherten Rente in den Ruhestand zu gehen", sagte die DGB-Chefin. "Es macht keinen Sinn, die Leute arbeiten zu lassen, bis sie umfallen." Sie habe nichts dagegen, wenn BeschĂ€ftigte lĂ€nger arbeiten. "Aber es muss freiwillig sein."


